Polizei Basel-Landschaft: Gewaltstraftaten und Cyberkriminalität nehmen weiter zu
Die Polizei Basel-Landschaft informierte am Mittwoch, 26. März 2025, an einer Medienkonferenz über ihre Kriminal- und Verkehrsunfallstatistik 2024.
Nach einem starken Anstieg im 2023 verharrte die Anzahl polizeilich erfasster Straftaten im 2024 im Kanton Basel-Landschaft auf dem Vorjahresniveau, währenddessen die Cyberdelikte um 33 Prozent zunahmen.
Die Zahl der im Kanton Basel-Landschaft im 2024 polizeilich registrierten Verkehrsunfälle ging um 7 Prozent zurück.
Regierungsrätin und Sicherheitsdirektorin Kathrin Schweizer zeigte sich zufrieden, dass die Kriminalitätsbelastung im Baselbiet stabil geblieben sei und weiterhin unter dem schweizerischen Durchschnitt liege. Sie dankte der Polizei Basel-Landschaft für ihren unermüdlichen Einsatz, obgleich deren Aufgaben immer anspruchsvoller und komplexer würden. Insbesondere wies sie darauf hin, dass die Polizei Basel-Landschaft nicht nur bei der Bevölkerung, sondern auch beim Landrat grosses Vertrauen geniesse und auch tatkräftig unterstützt werde, wie die wohlwollende Kenntnisnahme des Sicherheitsberichtes inklusive der erforderlichen Stellenaufstockung zeige.
Zunahme der Gewaltstraftaten und der Einbruchdiebstähle
Die Anzahl polizeilich erfasster Straftaten blieb 2024 im Kanton Basel-Landschaft auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr. Insgesamt wurden 16’889 (16’996) Straftaten erfasst. Die polizeiliche Aufklärungsrate bei den Straftatbeständen des StGB liegt insgesamt bei 32,6% (30,7%). Für das Jahr 2024 wurden 985 (867) Gewaltstraftaten polizeilich registriert, was einer Zunahme von 14% entspricht.
Bei den Straftaten gegen das Vermögen nahmen insbesondere die Einbruchdiebstähle (von 1’245 auf 1’405, +13%) und Vermögensdelikte im Zusammenhang mit der digitalen Kriminalität deutlich zu, wie die Chefin der Kriminalpolizei, Fabienne Holland, ausführte. Insgesamt nahmen die registrierten Vermögensstraftaten gegenüber dem Vorjahr um 3% (von 11’658 auf 11’355) ab.
Markanter Zuwachs bei der digitalen Kriminalität
Straftaten im Zusammenhang mit der digitalen Kriminalität (Cyberkriminalität) verzeichneten mit 1’616 (1’212) Straftaten einen markanten Zuwachs von 33%. Im Fünfjahresvergleich entspricht dies gar einem Zuwachs um 190%. 94,3% (94%) dieser Straftaten liegen im Bereich der Vermögensdelinquenz. Der Anteil der Straftaten mit Cybermodus an den Gesamtdelikten gegen das StGB beträgt 10,2% (7,6%).
Insgesamt weniger Verletzte im Strassenverkehr, mehr Verletzte mit E-Bikes
Nach mehreren Jahren des Anstiegs der Zahl der verletzten und getöteten Personen auf Baselbieter Strassen konnte im Berichtsjahr eine Abnahme von 582 auf 516 Personen verzeichnet werden. Dieser Rückgang fand vor allem bei den Leichtverletzten statt (von 506 auf 440). Leider starben 6 (7) Personen in Folge eines Verkehrsunfalls und 70 (69) Personen verletzten sich schwer.
Die Anzahl der Verletzten bei Unfällen mit E-Bikes stieg im Berichtsjahr entgegen dem gesamtschweizerischen Trend erneut an (von 55 auf 64). Der in den letzten Jahren festgestellte starke Anstieg bei den Verletzten mit fahrzeugähnlichen Geräten (von 8 auf 7) und E-Trottinetts (von 19 auf 21) setzte sich nicht fort. Die Dunkelziffer ist aber wohl relativ hoch.
Unfallursachen: Hauptsächlich Fehlverhalten der Fahrzeuglenkenden
Bei 86% der Unfälle mit Personenschaden war das Verhalten der Verkehrsteilnehmenden die Hauptursache. Die wichtigsten Ursachen waren dabei Missachten des Vortritts (36 %), Unaufmerksamkeit und Ablenkung (19 %), Fahrmanöver (15 %) sowie Geschwindigkeit (14 %). Bei der Hauptursache „Zustand der Person“ betraf dies in zwei Dritteln aller Fälle die Einwirkung von Alkohol; die Anzahl dieser Unfälle mit Personenschaden nimmt zu (von 31 auf 38).
Wie Christian Egeler, Chef Verkehrspolizei, ausführte, zeige die Auswertung der Unfallzahlen des Jahres 2024 insgesamt klar auf, dass die Hauptursachen bei Verkehrsunfällen bei den Fahrzeuglenkenden selbst lägen und nur in seltenen Fällen bei der Infrastruktur.
Steigender Personalbedarf
Kommandant Mark Burkhard ging in seinen Ausführungen auf die Auswirkungen gesamtgesellschaftlicher Entwicklungen auf die Polizeiarbeit ein und zeigte basierend auf der Kriminalstatistik 2024 auf, weshalb auch im Baselbiet eine höhere Polizeipräsenz sowohl in repressiver als auch in präventiver Hinsicht erforderlich sei. Verstärkte Ressourcen im präventiven Bereich seien wichtig zur Verhinderung von Straftaten.
„Die Ermittlungsarbeit im Bereich der Strukturkriminalität ist für die Kriminalitätsbekämpfung von grösster Wichtigkeit. Dazu müssen auch modernste Instrumente eingesetzt werden können“, so Mark Burkhard. Die Aufgabenerfüllung der Polizei Basel-Landschaft sei mit den aktuellen Ressourcen trotz zahlreicher effizienzsteigernder Massnahmen nur durch Verzichtsplanungen und Priorisierungen möglich. Deshalb sei er äusserst dankbar, dass der Regierungsrat und der Landrat den im Sicherheitsbericht aufgezeigten Stellenbedarf anerkannt hätten.
Quelle: Polizei Basel-Landschaft
Bildquelle: Polizei Basel-Landschaft