Chur GR: Rhätische Bahn modernisiert – Alleskönner für Bau und Winterdienst

Die Rhätische Bahn (RhB) hat einen Vertrag zur Beschaffung von acht leistungsfähigen Bahndienstfahrzeugen unterzeichnet.

Die Fahrzeuge sind multifunktional einsetzbar und werden für 57 Millionen Schweizer Franken bei der Firma Windhoff Bahn- und Anlagentechnik beschafft. Die RhB ersetzt so veraltete Fahrzeuge und wird damit den Anforderungen an die steigende Bautätigkeit gerecht.

Die RhB setzt einen wichtigen Eckpfeiler zur Sicherstellung eines effizienten und zuverlässigen Bahn- und Baustellenbetriebs: Es werden acht neue, baugleiche Bahndienstfahrzeuge für den Geschäftsbereich Infrastruktur beschafft, welche multifunktional eingesetzt werden können. Die RhB kann damit den steigenden Anforderungen an Bau- und Unterhaltsarbeiten sowie die Sicherheit im Bahnverkehr gerecht zu werden.


Am 17. November 2025 wurde der Vertrag zur Beschaffung von acht neuen Bahndienstfahrzeugen unterzeichnet. V.l.n.r.: Christian Florin, Leiter Infrastruktur RhB; Renato Fasciati, Direktor RhB; Ludwig Wehling, Geschäftsführer Windhoff; Markus Massing, Geschäftsführer Windhoff.

Steigende Bautätigkeit und veraltete Flotte

Das Bauvolumen der RhB wird in den kommenden Jahren weiter steigen. Gleichzeitig müssen zahlreiche Infrastrukturprojekte und tägliche Unterhaltsarbeiten zuverlässig durchgeführt werden.

Die bestehende Dienstfahrzeugflotte der RhB besteht aus einer Vielzahl unterschiedlicher Fahrzeugtypen, von denen viele ihr Lebensende erreicht haben. Insbesondere die Traktoren Tm 2/2 81-84, Tm 2/2 95-98 sowie das Fahrzeug Xmf 2/2 9921 können nur mit kostenintensiven Revisionen weiterbetrieben werden. Zudem entsprechen die Motorenleistungen nicht mehr den heutigen Anforderungen an Traktion, Kranarbeiten und Arbeitssicherheit. Die Fahrzeuge sind klein, leistungsschwach und ermöglichen nur geringe Anhängelasten, was den effizienten Einsatz bei Bauarbeiten, Interventionen und Winterdienst mit dem gleichzeitig steigenden Fahrplanangebot einschränkt. Ersatzteile sind kaum noch verfügbar, was die Instandhaltung erschwert und verteuert.

Multifunktionale „Alleskönner“

Die neuen Fahrzeuge sind multifunktional einsetzbar. So haben diese unter anderem eine Krananlage, eine Seilwinde, Greifer oder ein Arbeitskorb und situativ kann ein Saugbagger oder eine Schneefräse appliziert werden. Die neuen Fahrzeuge erhöhen die Arbeitssicherheit und werden den sechs Bahnbezirken in den Regionen sowie dem Kabelbau zur Verfügung stehen und ermöglichen eine effizientere Versorgung der Baustellen mit Logistik und Material – insbesondere bei gleichzeitig laufenden Projekten. Die Beschaffung kostet 57 Millionen Schweizer Franken, Herstellerin ist die Firma Windhoff Bahn- und Anlagentechnik. Es ist vorgesehen, die Fahrzeuge 2029 in Betrieb zu nehmen. Diese Investition trägt dazu bei, dass die Infrastruktur auch in Zukunft den hohen Anforderungen an Sicherheit, Effizienz und Zuverlässigkeit entspricht. Die Modernisierung der Dienstfahrzeugflotte ist ein wichtiger Schritt, um die Herausforderungen der kommenden Jahre erfolgreich zu meistern und den Bahnverkehr nachhaltig zu sichern.

Zahlen und Fakten zu den neuen Bahndienstfahrzeugen

  • Tara-Gewicht: ca. 58 Tonnen
  • Dieselelektrischer Antrieb (520 kW Hauptmotor, 170 kW Hilfsmotor), Generatorbetrieb
  • Elektrische Fahrmotoren – keine Hydraulikleitungen nötig (Umweltschutz)
  • Vorbereitung für spätere Nachrüstung mit Traktionsbatterie
  • 500 kW Dauerleistung am Rad, Anfahrtszugkraft 150 kN, Vmax: 80 km/h
  • Kran mit max. Reichweite von ca. 16.900 mm und negativ knickbarem Arm
  • Schneefräse oder Saugbagger anbaubar
  • Dämpfte, klimatisierte Kabine für 7 Personen, geneigte Frontscheibe für bessere Sicht

 

Quelle: Rhätische Bahn
Bildquelle: Symbolbild © Rhätische Bahn

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