Schweiz: Hautfarbe bleibt Teil der Personenfahndung – fedpol passt Auswahl an
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Das Bundesamt für Polizei fedpol hat die Kantonspolizeien und weitere betroffene Partnerbehörden konsultiert, ob sie einen Bedarf sehen, die Erfassungsoptionen für die Beschreibung ausgeschriebener Personen im nationalen Fahndungssystem RIPOL anzupassen.
Eine Mehrheit der Befragten sprach sich für die Beibehaltung des bislang kaum genutzten Beschreibungselements „Hautfarbe“ aus, befürwortete aber zugleich Anpassungen bei den inhaltlichen Optionen. Diese sollen praxistauglicher sein. Gleiches gilt für das regelmässiger genutzte Beschreibungselement „Typ“ für die Bestimmung der regionalen Herkunft.
Im Sommer 2025 entschied fedpol auf operativer Ebene das Auswahlfeld „Hautfarbe“ in der Erfassungsmaske von RIPOL zu sistieren. Grund für diesen Entscheid waren die sehr geringe Nutzung dieses Auswahlfeldes und die unpräzisen Auswahloptionen. Die statistische Auswertung zeigte, dass Polizistinnen und Polizisten bei weniger als 1 Prozent der Personenausschreibungen diese Kategorisierung verwendeten. Die Sistierung erfolgte im September 2025 nach informellen und punktuellen Sondierungen bei einzelnen Kantonspolizeien, die sich ebenfalls für einen Verzicht auf diese Kategorisierungsoption aussprachen bzw. keine Vorbehalte gegen diese Sistierung äusserten.
Im Oktober und November 2025 hat fedpol nun sämtliche Kantonspolizeien und weitere betroffene Partnerbehörden dazu konsultiert. Eine Mehrheit der Befragten sprach sich für die Beibehaltung einer fakultativen Kategorisierungsmöglichkeit nach „Hautfarbe“ aus, befürwortete gleichzeitig aber eine Anpassung der bisherigen Kategorien. Ebenso sprach sich eine Mehrheit für die Beibehaltung des etwas regelmässiger genutzten Beschreibungselements „Typ“ aus (mögliche Typologie nach regionaler Herkunft, z. B. Mitteleuropäer, Nord- oder Schwarzafrikaner, Asiate).
Ab dem 1. Januar 2026 werden im Erfassungsfeld „Hautfarbe“ im nationalen Fahndungssystem RIPOL zur fakultativen Erfassung der Hautfarbe weiterhin fünf Auswahloptionen von sehr hell, hell, über mittel bis dunkel und sehr dunkel zur Verfügung stehen. Zugleich wird auf die praxisuntauglichen Farbbezeichnungen „gelb“ und „rot“ verzichtet.
Im Erfassungsfeld „Typ“ werden neun Auswahloptionen beibehalten und ebenfalls den aktuellen, operativen Bedürfnissen angepasst. Zur Auswahl stehen ab 1. Januar 2026 z. B. nordeuropäisch, nordafrikanisch, asiatisch, südamerikanisch etc.
Es ist das Ziel von fedpol, dass der Polizei in der Schweiz zur Kriminalitätsbekämpfung möglichst präzise Fahndungssysteme zur Verfügung stehen. Diese müssen sich weiterentwickeln und nach den effektiven operativen Bedürfnissen der Polizei ausrichten. Mit dieser Praxisänderung soll die Qualität der erfassten Daten erhöht und die Effizienz und Effektivität der Fahndungen verbessert werden. Vor diesem Hintergrund wird fedpol Anfang 2027 die Nutzungszahlen der zur Verfügung gestellten Auswahloptionen überprüfen und deren Praxistauglichkeit gemeinsam mit den Kantonspolizeien erneut evaluieren. Sollte sich nach dieser Überprüfung Handlungsbedarf ergeben, werden entsprechende Anpassungen im Jahr 2027 umgesetzt.
Quelle: Bundesamt für Polizei fedpol
Bildquelle: Symbolbild © fedpol