Delémont JU: Betrugsserie mit falschen Polizisten nimmt zu – Kantonspolizei warnt
Polizei.news Redaktion Betrug Jura Kantonspolizei Organisationen Polizeinews Prävention Regionen Schweiz Verbrechen
In den letzten Wochen wurden der Kantonspolizei neue Betrugsversuche gemeldet, darunter zwei Fälle diese Woche in Ajoie.
Auch in Franches-Montagnes gingen gestern über ein Dutzend Anzeigen ein. Angesichts des Wiederauflebens dieser Betrugsmasche ruft die Kantonspolizei Jura erneut zur Wachsamkeit auf.
Seit Jahresbeginn wurden im Kanton Jura bereits 17 bestätigte Fälle und 9 versuchte Betrugsversuche im Namen von Polizeibeamten registriert. Im Jahr 2024 verzeichnete die Kantonspolizei Jura 10 Fälle und einen versuchten Betrug dieser Art.
Ältere Menschen, oft alleinlebend, werden telefonisch kontaktiert, getäuscht und unter Druck gesetzt. Diese Straftaten werden in der Regel von zwei Personen begangen. Der erste Betrüger ruft das Opfer an und gibt sich als Polizist aus. Er erklärt, ein Kollege in Zivil werde unter falschen Vorwänden zu Hause vorbeikommen, um Bankkarte und PIN, Bargeld oder manchmal sogar Schmuck abzuholen.
Der Komplize fährt dann zum Opfer nach Hause und zeigt mitunter einen gefälschten Dienstausweis vor, um die Wertsachen entgegenzunehmen, bevor er an einem Geldautomaten so viel Geld wie möglich abhebt. Es ist wichtig zu wissen, dass Polizisten im Jura keine Dienstausweise, sondern Polizeiausweise tragen.
Die Beträge sind beträchtlich (oft um die 3.000 Schweizer Franken) und können Zehntausende Franken erreichen. Die Täter sind sehr gut organisiert und schwer zu fassen. Sie operieren in der Regel aus dem Ausland und schicken nur Mittelsmänner in die Schweiz.
Die Kantonspolizei erinnert die Öffentlichkeit an folgende Sicherheitshinweise:
- Wenn Sie am Telefon unter Druck gesetzt werden, legen Sie sofort auf. Geben Sie niemals Ihre Kartendaten oder Ihre PIN preis und teilen Sie niemals persönliche Informationen oder Bankdaten am Telefon mit. Polizeibeamte fragen niemals telefonisch nach Bankdaten.
- Die Polizisten von Jura tragen keine unpersönlichen Dienstmarken, sondern Ausweise mit ihrem Foto. Geben Sie niemals Bargeld, Bankkarten oder Wertgegenstände an Fremde weiter. Gib nicht nach, auch nicht in Notfällen oder unter Druck.
- Melden Sie verdächtige Situationen unverzüglich der Polizei unter der Rufnummer 117.
Um diesen Betrügereien entgegenzuwirken, hat die Kantonspolizei ihre Präventionsmassnahmen in den letzten Monaten verstärkt. Informationsflyer sind auf Polizeistationen, in Gemeindeämtern und in den sozialen Medien erhältlich.
Quelle: Kantonspolizei Jura
Bildquelle: Symbolbild © Kantonspolizei Jura