Zürich ZH: Fünf junge Brandopfer in kritischem Zustand – Kispi unter Hochdruck

Fünf Jugendliche, die beim Brand in einer Bar in Crans-Montana schwer verletzt wurden, werden derzeit im Kinderspital Zürich intensivmedizinisch behandelt.

Die Versorgung von Kindern mit grossflächigen Verbrennungen bringt das Team an seine Grenzen.

Im spezialisierten Brandverletztenzentrum des Kispi liegen aktuell fünf Patientinnen und Patienten unter 18 Jahren, die in der Silvesternacht in Crans-Montana schwerste Verletzungen erlitten haben. Alle gelten als kritisch. Nach Angaben der verantwortlichen Ärztin Kathrin Neuhaus sind bei einigen mehr als zwei Drittel der Körperoberfläche betroffen.

Teile der Haut sind so stark geschädigt, dass sie ihre Schutzfunktion nicht mehr erfüllt – mit Folgen für Temperaturhaushalt, Flüssigkeitsbilanz und Infektionsrisiko. In mehreren Fällen kommen schwere Schäden der Atemwege hinzu.



Komplexe Eingriffe im Rhythmus von wenigen Tagen

Die Jugendlichen werden in ein künstliches Koma versetzt, damit sie die belastenden Behandlungen und Operationen überhaupt verkraften können. In einer ersten Phase wird die zerstörte Haut schrittweise entfernt, anschliessend bauen die Chirurginnen und Chirurgen den Hautmantel mit körpereigenem Gewebe wieder auf. Pro Patient sind zahlreiche Eingriffe nötig, verteilt über Wochen bis Monate.

Neuhaus betont, dass die Verbrennungsmedizin grosse Fortschritte gemacht hat: Selbst sehr ausgedehnte Verletzungen müssen heute kein Todesurteil sein. Entscheidend sei aber ein langer, eng betreuter Weg – mit intensivmedizinischer Überwachung, wiederholten Operationen und später einer aufwendigen Rehabilitation, bei der es auch darum geht, die Lebensqualität möglichst gut wiederherzustellen.

Kapazitätsausbau im Kinderspital

Wegen der vielen Schwerverletzten musste das Kinderspital planbare Eingriffe verschieben und zusätzliche Operationskapazitäten aktivieren. Statt des üblichen Notfallprogramms in einem Saal laufen bereits parallel Eingriffe in mehreren Sälen; weitere Kapazitäten sind vorbereitet. Ziel ist es, jede Patientin und jeden Patienten in kurzen Abständen erneut operieren zu können, ohne die übrige Versorgung zu gefährden.

Das Team spricht von einer aussergewöhnlichen Belastungssituation – sowohl fachlich wie menschlich. Gleichzeitig sei klar, dass jetzt jede Stunde zählt, um den jungen Betroffenen die bestmögliche Chance auf Stabilisierung und langfristige Erholung zu geben.

 

Quelle: SRF/Kinderspital Zürich
Bildquelle: Adrian Michael – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=154195394

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