Bellinzona TI: Ablenkung im Verkehr nimmt zu – Polizei zieht ernüchternde Bilanz

Im Januar 2026 ist die erste Phase der Präventionskampagne „Mi distraggo? No grazie! – Das Leben ist mehr wert als eine Ablenkung“ abgeschlossen worden.

Die Kampagne wurde im Rahmen des Projekts „Strade sicure“ des Departements für Institutionen in Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei, den Gemeindepolizeien sowie mit Unterstützung des Fonds für Verkehrssicherheit durchgeführt.

Die am 3. November 2025 gestartete Initiative hatte zum Ziel, Fahrzeuglenkende und generell alle Verkehrsteilnehmenden auf die Risiken der Ablenkung und deren mögliche Folgen für sich selbst und andere aufmerksam zu machen. Ablenkung zählt weiterhin zu den Hauptursachen für Verkehrsunfälle und gefährliche Situationen im Strassenverkehr. Die Nutzung des Mobiltelefons für Anrufe, Nachrichten oder Benachrichtigungen, das Bedienen des Navigationssystems oder von Fahrzeugfunktionen sowie Essen, Trinken oder das Suchen von Gegenständen können die Reaktionszeit und die Wahrnehmung des Verkehrsgeschehens massiv beeinträchtigen. Bereits wenige Sekunden Unachtsamkeit können aus einer normalen Verkehrssituation ein schwerwiegendes Ereignis machen.

Während der Kampagnenwochen wurde die Sensibilisierung breit abgestützt über verschiedene Kanäle umgesetzt. Ziel war es, unterschiedliche Zielgruppen zu erreichen und das Bewusstsein für alltägliche Verhaltensweisen zu schärfen, die besonders häufig zur Ablenkung führen. Die Kampagne umfasste Plakate und Informationsmaterial im öffentlichen Raum, die Verteilung von Flyern und Aufklebern sowie die Veröffentlichung von drei Videos, die typische Alltagssituationen von Auto- und Velofahrenden zeigten.

Zur Förderung von Wiedererkennung und Bewusstsein wurde die fiktive Figur „Mix Distraggo“ eingeführt, die Ablenkung mit einem ironischen, aber eindringlichen Ansatz verkörpert. Zudem konnte mit einem interaktiven Quiz auf der Plattform „Strade sicure“ das eigene Wissen zu Risiken und Aufmerksamkeit getestet werden. Ergänzend wurden Inhalte über die offiziellen Kanäle der Kantonspolizei verbreitet und Informationsflyer bei Polizeistützpunkten sowie im Rahmen präventiver Kontrollen abgegeben.

Neben der Sensibilisierung wurden vor und während der Kampagne gezielte Kontrollen durchgeführt. Dabei wurde ein Anstieg der festgestellten Widerhandlungen von rund 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr registriert. Im Oktober 2025 wurden 1’154 Ordnungsbussen ausgestellt, im November 378 und im Dezember 408, was insgesamt 1’940 Widerhandlungen ergibt (2024: 1’748). Davon wurden 1’867 mit Ordnungsbussen geahndet und 73 im ordentlichen Verfahren behandelt.

Zu den angezeigten Verhaltensweisen zählten besonders gefährliche Situationen. Unter anderem wurde ein Lenker festgestellt, der während der Fahrt einen Film auf seinem Mobiltelefon ansah. In einem weiteren Fall filmte und fotografierte ein Autofahrer auf der Autobahn mit beiden Händen ausserhalb des Lenkrads die Landschaft und fuhr dabei auf der mittleren Spur unter der zulässigen Mindestgeschwindigkeit. Ebenfalls angezeigt wurden ein Lenker bei einer Video-Telefonie am Steuer sowie ein weiterer, der während der Fahrt Dokumente las.

Die Verkehrssicherheit ist eine gemeinsame Verantwortung. Mit dieser Kampagne bekräftigen das Departement für Institutionen, die Kantonspolizei und die Gemeindepolizeien ihr kontinuierliches Engagement für Prävention und verantwortungsbewusstes Verhalten im Strassenverkehr. Die Kampagne wird auch im Jahr 2026 mit gezielten Aktionen, Informationsmassnahmen und weiteren Kontrollen fortgesetzt.

Weitere Informationen sowie sämtliche Kampagnenmaterialien, inklusive Quiz, sind unter www.stradesicure.ch abrufbar.

 

Quelle: Polizia cantonale Ticino
Bildquelle: Symbolbild © Polizia cantonale Ticino

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