Erneut starker Schneefall in Courmayeur (IT) – lange Nacht für Einsatzkräfte

Am Donnerstagabend setzte in Courmayeur ab den Abendstunden, teils ab etwa 20 Uhr, erneut intensiver Schneefall ein.

Bis in die Nacht hinein fielen weitere Schneemengen, die die ohnehin angespannte Situation im Mont-Blanc-Gebiet zusätzlich verschärften.

SchneeToni dokumentierte die Entwicklung für Polizei.news direkt vor Ort. Seine Aufnahmen zeigen dichten Schneefall, stark eingeschränkte Sicht und Räumdienste im Dauereinsatz.

Weitere Neuschneemengen am Berg

In höheren Lagen kamen bis Freitagmorgen erneut rund zwei bis drei Dezimeter Neuschnee hinzu. Während sich die Temperaturen im Tal um den Gefrierpunkt bewegten, schneite es oberhalb durchgehend. Die Folge: nasser, schwerer Schnee in tieferen Lagen und erhebliche Zusatzlast in den Höhenlagen. Gerade diese Kombination belastet die Schneedecke zusätzlich und erhöht das Risiko für weitere Lawinenabgänge.

Räumdienste im Dauereinsatz

Für die Einsatzkräfte bedeutete die Nacht von Donnerstag auf Freitag Dauerarbeit. Schneepflüge waren nahezu ununterbrochen unterwegs, um Hauptverkehrsachsen, Dorfzufahrten und den Bereich rund um den Mont-Blanc-Tunnel offen zu halten. In den Seitentälern, insbesondere Richtung Val Ferret, mussten Strassen wiederholt geräumt und teilweise vorsorglich gesperrt werden. Gleichzeitig beobachteten Lawinendienste und Behörden die Hänge oberhalb der Verkehrswege aufmerksam, nachdem bereits in den vergangenen Tagen mehrere Abgänge verzeichnet worden waren.

Lawinenlage weiterhin angespannt

Die Lawinengefahr bleibt im Mont-Blanc-Gebiet und im angrenzenden Aostatal hoch. Die frischen Schneemassen legen sich auf eine bereits geschwächte Schneedecke; weiterer Niederschlag und mögliche Temperaturanstiege erhöhen die Instabilität zusätzlich. Auch Teile des Wallis und der Westschweiz sind von ähnlich heiklen Bedingungen betroffen.

Polizei.news-Markenbotschafter SchneeToni wird die Entwicklung weiterhin vor Ort begleiten.



Präventionstipps von Polizei.news

Damit es trotz der angespannten Lage nicht zu zusätzlichen Unglücken kommt, erinnern Polizei.news und SchneeToni an einige wichtige Verhaltensregeln:

  • Keine Ski- oder Schneeschuhtouren abseits gesicherter Pisten unternehmen, solange die Lawinengefahr hoch ist.
  • Vor jeder Aktivität in den Bergen das aktuelle Lawinenbulletin und lokale Warnhinweise beachten.
  • Hänge mit grosser Steilheit, Rinnen und Mulden konsequent meiden – auch in Pistennähe.
  • Strassensperren und Anweisungen der Behörden strikt respektieren und nicht „auf eigene Faust“ fahren oder gehen.
  • Für Autofahrten im Alpenraum immer Winterausrüstung mitführen (Winterreifen, gegebenenfalls Schneeketten), mehr Zeit einplanen und defensiv fahren.
  • Parkplätze und Aufenthaltsorte wählen, die nicht im Anriss- oder Auslaufbereich von Lawinenhängen liegen.

Wer diese Punkte beachtet, hilft mit, Rettungskräfte nicht zusätzlich zu belasten, und trägt dazu bei, dass alle sicher durch diese intensive Winterphase kommen.

 

Quelle: SchneeToni/Polizei.news
Bildquelle: SchneeToni/Polizei.news

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