Lawinengefahr bleibt hoch: Montag in den Alpen besonders heikel trotz Sonnenschein
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Der sonnige Sonntag, 22. Februar 2026, vermittelte vielerorts ein freundliches Bild. Doch die Lawinensituation in den Alpen bleibt angespannt.
Bereits am Morgen hatte SchneeToni in einem Live-Stream für Polizei.news eindringlich darauf hingewiesen, dass insbesondere der Sonntag und der Montag zu den heikelsten Tagen dieser Phase zählen.
Rascher Temperaturanstieg trifft auf instabile Schneedecke
Nach intensiven Schneefällen in den vergangenen Tagen sind in vielen Regionen grosse Neuschneemengen zusammengekommen – teils bis zu zwei Meter. Diese lagern auf einer instabilen Altschneedecke und konnten sich bislang kaum setzen.
Hinzu kommt, dass es am Samstag und teilweise bis in Höhen von rund 1’600 Metern geregnet hat. Dadurch wurde die Schneedecke zusätzlich durchfeuchtet. Am Sonntag stiegen die Temperaturen deutlich an: In tieferen Lagen wurden 4 bis 6 Grad gemessen, oberhalb von 2’000 Metern lagen die Werte ebenfalls klar im Plusbereich. Für Montag werden weiterhin sehr milde Bedingungen erwartet, in der Höhe sind erneut deutlich positive Temperaturen möglich.
Diese Kombination aus viel Neuschnee, Regen und rascher Erwärmung belastet die Schneestruktur erheblich.
Gefahrenstufe 4 in mehreren Regionen
Gemäss aktuellen Lawinenlageberichten gilt in Teilen der Schweizer Alpen sowie regional in Österreich Gefahrenstufe 4 von 5 („gross“). Lawinen können bei dieser Stufe bereits durch geringe Zusatzbelastung ausgelöst werden. Zudem sind spontane Abgänge möglich.
SchneeToni betonte im Live-Stream, dass gerade sonnige und trockene Tage tückisch seien. Ohne Niederschlag und bei guter Sicht werde die Gefahr häufig unterschätzt – insbesondere, wenn die Temperaturen erstmals deutlich in den Plusbereich steigen.
Eindrückliche Beobachtungen
Im Glarnerland zeigte sich die Situation exemplarisch: Während in tieferen Lagen bereits grüne Flächen sichtbar sind, liegen in höheren Regionen weiterhin grosse Schneemengen. Am Wiggis ging kürzlich eine Staublawine bis in Richtung Netstal nieder, deren Staubwolke sogar von Glarus aus erkennbar war.
Auch Dachlawinen bleiben ein Thema. In St. Christoph am Arlberg musste mit Unterstützung der Feuerwehr Schnee von einem hohen Gebäude entfernt werden, um Personen vor herabstürzenden Schneemassen zu schützen.
Bei einer Fahrt über den Arlberg wurde zudem deutlich, wie stark sich die Verhältnisse innert kurzer Distanz ändern können: Auf einer Tunnelseite starker Schneefall, auf der anderen intensiver Regen – trotz vergleichbarer Höhenlage. Solche Unterschiede wirken sich unmittelbar auf Schneedecke und Fahrbedingungen aus.
Montag weiterhin heikel
Laut Einschätzung aus dem Live-Stream zählen der Sonntag und der Montag zu den kritischsten Tagen dieser Wetterphase. Die Schneedecke ist durch die rasche Erwärmung und die vorangegangenen Niederschläge geschwächt und konnte sich bislang nicht stabilisieren.
Mit der fortgesetzten milden Witterung bleibt insbesondere in mittleren und höheren Lagen Vorsicht geboten. Spontane Lawinenabgänge sowie Auslösungen durch Wintersportler sind weiterhin möglich.
Klare Empfehlungen
- Gesicherte Pisten und markierte Routen nicht zu verlassen
- Aktuelle Lawinenbulletins vor jeder Tour zu konsultieren
- Tageserwärmung und Höhenlage zu berücksichtigen
- Offizielle Warnhinweise strikt zu befolgen
- Fahrweise auf Alpenstrassen den rasch wechselnden Bedingungen anzupassen
Die Ereignisse der vergangenen Tage – darunter auch tödliche Lawinenunfälle im Alpenraum – zeigen, wie ernst die Lage ist.
Auch wenn das Wetter freundlich erscheint, bleibt die Situation im Gebirge anspruchsvoll. Umsicht und Zurückhaltung sind derzeit zentrale Sicherheitsfaktoren.
Quelle: SchneeToni/Polizei.news
Bildquelle: SchneeToni/Polizei.news