Kanton Luzern: Staatsanwaltschaft bewältigt Rekordzahl von über 60'000 Fällen

Die Staatsanwaltschaft des Kantons Luzern hat am Dienstag den Jahresbericht 2025 präsentiert.

Sie blickt auf zwei Jahrzehnte tiefgreifender Veränderungen zurück und steht weiterhin vor grossen Herausforderungen.

Trotz wachsender Fallzahlen und zunehmender Komplexität – insbesondere bei Cyber-, Wirtschafts- und Gewaltdelikten – konnte die Staatsanwaltschaft ihre Leistungsfähigkeit behaupten. Im Jahr 2025 erreichte sie erstmals seit mehreren Jahren wieder einen Erledigungsquotienten von rund 100 Prozent. Damit wurden etwa gleich viele Fälle abgeschlossen, wie neu eingegangen sind.

Mit zusätzlichem Personal, digitaler Transformation und verstärkter Spezialisierung stellt sich die Staatsanwaltschaft strategisch für die Zukunft auf.

Grosse Herausforderungen – laufende Anpassungen

In den vergangenen 20 Jahren hat die Staatsanwaltschaft einen tiefgreifenden Wandel erlebt. Steigende Bevölkerungszahlen, neue gesetzliche Grundlagen, zunehmende Internationalisierung sowie der technologische Fortschritt stellten die Strafverfolgungsbehörden vor grosse Herausforderungen.

Die Fallzahlen sind in dieser Zeit deutlich gestiegen: von rund 41’000 Fällen im Jahr 2005 auf rund 60’500 Fälle im Jahr 2025. Gleichzeitig wurden viele Verfahren komplexer.

Zu den aktuellen Schwerpunkten zählen der Ausbau der Staatsanwaltsstellen, mehr Flexibilität bei Arbeitspensen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie die konsequente digitale Transformation hin zur digitalen Aktenführung. Zudem wird die Spezialisierung weiter ausgebaut, unter anderem im Bereich der häuslichen Gewalt.

Fallzahlen erneut gestiegen

Im Berichtsjahr 2025 stieg die Zahl der Fälle weiter an. Insgesamt wurden 60’452 Verfahren registriert – leicht mehr als im Jahr zuvor.

Auch die Zahl der Gerichtsfälle nahm zu: Die Staatsanwaltschaft erhob 481 Anklagen, rund vier Prozent mehr als im Vorjahr.

Oberstaatsanwalt Daniel Burri betont jedoch, dass die Situation weiterhin anspruchsvoll bleibt: „Die Fallbelastung ist weiterhin hoch, die personellen Mittel bleiben knapp und eine kurze Verfahrensdauer streben wir weiterhin an.“

Mehr Delikte gegen Leib und Leben

Bei den einzelnen Deliktsgruppen zeigte sich insbesondere ein Anstieg bei Widerhandlungen gegen Leib und Leben. Diese nahmen um rund 12 Prozent zu – von 995 auf 1’117 Fälle. Hauptgrund dafür ist eine Zunahme von Tätlichkeiten, nicht jedoch schwerer Gewaltdelikte.

Im Jugendstrafrecht gingen die Gesamtfallzahlen leicht zurück: von 1’947 Fällen im Jahr 2024 auf 1’830 Fälle im Jahr 2025. Gleichzeitig stiegen auch hier die Delikte gegen Leib und Leben um rund 10 Prozent.

Die Staatsanwaltschaft will die Entwicklungen weiterhin genau beobachten und ihre Organisation gezielt stärken, um den steigenden Anforderungen auch künftig gerecht zu werden.

 

Quelle: Staatsanwaltschaft des Kantons Luzern
Bildquelle: Symbolbild © Ibrix/Shutterstock.com

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