Österreich: Polizei warnt vor Einbrüchen – Täter schlagen früh und gezielt zu
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Obwohl die Einbruchsdiebstähle in Wohnräume in Österreich sinken, bleiben die Herbst- und Wintermonate anfällig für Einbrüche.
Die kürzeren Tage und die früh einsetzende Dunkelheit erleichtern es Kriminellen unbemerkt in Wohnungen, Häuser oder Kellerabteile einzusteigen.
Analyse des Kriminalitätsgeschehens
Die Analyse des Kriminalitätsgeschehens in Österreich zeigt, dass sich Wohnraumeinbrüche zunehmend gleichmässiger über das Jahr verteilen. Während in früheren Jahren vor allem die Herbst- und Wintermonate als Hochsaison für Einbrüche galten, nutzen Kriminelle mittlerweile jede Gelegenheit, um unbemerkt in Häuser oder Wohnungen einzudringen – unabhängig von Tages- oder Jahreszeit. Besonders Zeiten der Abwesenheit der Bewohnerinnen und Bewohner werden gezielt ausgenutzt.
Herbst- und Wintermonate bleiben dennoch anfällig
Trotz dieser Entwicklung bleibt die dunkle Jahreszeit eine sensible Phase. Die kürzeren Tage und die früh einsetzende Dämmerung erleichtern es Kriminellen, unerkannt in Gebäude oder Kellerabteile einzudringen. Dämmerungseinbrüche ereignen sich häufig in den späten Nachmittags- und Abendstunden zwischen 16 und 21 Uhr, wenn Häuser unbewohnt erscheinen. Schwer einsehbare Bereiche bieten zusätzlichen Schutz für Kriminelle, insbesondere unter dem Deckmantel der Dunkelheit.
Beliebte Einbruchsziele
Besonders beliebte Einbruchsobjekte sind jene, die neben Hauptverkehrsrouten liegen, da sie eine schnelle Flucht ermöglichen. Aber auch Siedlungen mit schwer einsehbaren Bereichen und Wohnungen sind ein beliebtes Einbruchsziel.
Die Kriminellen nutzen jede Möglichkeit, um in den Wohnraum zu gelangen:
- Terrassentüren, Fenster- und Kellerzugänge werden aufgezwängt
- Leitern oder Einstiegshilfen wie Gartenmöbel werden verwendet
In Mehrparteienhäusern sind Kellerabteile und Abstellräume verstärkt Ziel von Einbrüchen, da dort Fahrräder, Werkzeug oder andere wertvolle Gegenstände gelagert werden.
Von Gelegenheit bis gezielte Planung
Gelegenheitstäter gehen den Weg des geringsten Widerstandes. Die Tatorte werden meist zufällig ausgewählt, Einbrüche erfolgen innert Sekunden – bevorzugt werden Bargeld, Schmuck, kleine Elektronik. Wenn Widerstand auftritt, wird die Tat häufig abgebrochen.
Profitäter wählen gezielt Objekte mit hoher Beute, nehmen Zeitaufwand in Kauf und agieren planvoll.
Massnahmen der Polizei
Die Polizei reagiert mit gezielten Konzepten:
- Verstärkte Kontrollen an neuralgischen Punkten
- Mehr Patrouillen in den Abendstunden
- Beratung durch speziell geschulte Präventionsbedienstete
Empfehlungen der Kriminalprävention
- Sicherheitsfenster, -türen, Zusatzschlösser verwenden und auch bei kurzer Abwesenheit alles verschliessen!
- Einbruchsmelde- oder Videoanlagen sinnvoll einsetzen
- Gute Nachbarschaft pflegen und sich gegenseitig unterstützen
- Abwesenheit nicht sichtbar machen (Briefkasten leeren lassen)
- Kein Sichtschutz, der Kriminelle schützt
- Werkzeuge und Leitern wegräumen
- Zeitschaltuhren und Aussenbeleuchtung nutzen
- Kellerabteile und Abstellräume regelmässig kontrollieren
Verhalten im Ernstfall
- Sofort die Polizei (133) verständigen
- Haus oder Wohnung nicht betreten, um Spuren zu sichern und eigene Sicherheit nicht zu gefährden
- Falls Täter angetroffen wird: Flucht ermöglichen, um Gewalt zu vermeiden
- Wichtige Hinweise notieren: Personenbeschreibung, Fluchtrichtung, Autokennzeichen
Quelle: LPD Kärnten
Bildquelle: LPD Kärnten