Tessin: Spoofing-Welle – Polizei warnt vor falschen Bankanrufen
Polizei.news Redaktion Beitrag
Kriminelle machen sich die Technik des „Spoofing“ zunutze, um auf dem Telefondisplay die Nummer Ihrer Bank erscheinen zu lassen.
So geben sie sich als Mitarbeitende aus, die auf verdächtige Kontobewegungen oder Zugriffsversuche auf Ihr E-Banking hinweisen. Ziel ist es, Sie unter Druck zu setzen, um an sensible Daten wie Zugangscodes, Login-Daten oder Zahlungsfreigaben zu gelangen. Mit den gestohlenen Informationen führen die Täter betrügerische Transaktionen durch.
Warnsignale, auf die Sie achten sollten:
- Dringlicher Tonfall („Handeln Sie sofort, um eine Zahlung zu stoppen“).
- Aufforderung zur Preisgabe von Zugangsdaten, Passwörtern, PINs, Kartendaten oder zur Fernsteuerung des Geräts.
- Links in Nachrichten oder Aufforderung, Software zu installieren.
- Mehrfache Anrufe, die verhindern, dass man klar nachdenken kann.
Wenn Sie einen verdächtigen Anruf erhalten:
- Beenden Sie das Gespräch sofort, ohne Angaben zu machen.
- Prüfen Sie eigenständig, z. B. durch direkten Kontakt mit Ihrer Bank oder Ihrem Kundenberater.
- Klicken Sie keine Links in Nachrichten oder E-Mails.
- Informieren Sie die Polizei unter 0848 25 55 55 oder schreiben Sie an praevention(at)polca.ti.ch.
Wenn Sie bereits Daten weitergegeben und/oder Zahlungen autorisiert haben:
- Sperren Sie sofort Karten/Konten oder kontaktieren Sie den Notfallservice Ihrer Bank.
- Ändern Sie umgehend Ihre Zugangsdaten.
- Informieren Sie Ihre Bank über den Vorfall.
- Melden Sie den Fall sofort der Kantonspolizei über die Notrufnummer 117.
- Bewahren Sie Quittungen, Nachrichten, E-Mails und alle digitalen Spuren auf.
So schützen Sie sich:
- Nutzen Sie Bankdienste nur über die offizielle App oder durch direkte Eingabe der URL in die Adresszeile.
- Aktivieren Sie Echtzeitbenachrichtigungen und die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Prüfen Sie auch: App-Benachrichtigungen, Transaktionslimiten, geografische Sperren, biometrische Sicherheit.
- Setzen Sie Ausgabelimiten und kontrollieren Sie regelmässig Ihre Kontobewegungen.
- Halten Sie System und Apps aktuell, vermeiden Sie öffentliches WLAN und teilen Sie nie Ihren Bildschirm.
- Denken Sie daran: Absendernummern auf dem Display können gefälscht sein (Spoofing).
Merken Sie sich: Eine Bank wird Sie nie
- telefonisch oder per Nachricht nach Passwörtern, PINs, OTP-Codes oder vollständigen Kartennummern fragen,
- auffordern, Zahlungen zu tätigen oder zu bestätigen, um angebliche Betrugsfälle zu «sperren»,
- bitten, Software oder Fernzugriffs-Apps zu installieren oder Ihren Bildschirm zu teilen.
Neues E-Learning zur Internetsicherheit:
Ab dem 7. Oktober 2025 stellt die Schweizerische Kriminalprävention (SKP) in Zusammenarbeit mit der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren (KKJPD) ein kostenloses E-Learning-Tool zur Verfügung: cybersecurityforyou.ch.
Quelle: Kantonspolizei Tessin
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