Kanton Graubünden: „Gewalt ist nicht privat“ – Aktionen gegen Tabuthema im ganzen Kanton

Menschen mit Behinderungen sind einem erhöhten Risiko ausgesetzt, Opfer von häuslicher Gewalt zu werden.

Aus diesem Grund widmen sich die diesjährigen Aktionstage gegen häusliche Gewalt im Kanton Graubünden dem Thema „Gewalt gegen Menschen mit Behinderungen“. Passend zum Thema finden vom 25. November bis 10. Dezember 2025 im ganzen Kanton zahlreiche Veranstaltungen statt.

Häusliche Gewalt kennt keine geografischen, kulturellen oder sozialen Grenzen. Sie tritt in unterschiedlichen Formen auf – körperlich, sexuell, psychisch und wirtschaftlich – und betrifft Menschen innerhalb der Familie oder zwischen (ehemaligen) Partnern.



Auch Gewalt in betreuten Wohnformen wie Pflegeeinrichtungen oder Wohngruppen fällt unter häusliche Gewalt, da die Betroffenen in einem abhängigen und oft engen sozialen Umfeld leben. Häusliche Gewalt ist keine Privatsache – sie ist strafbar und wird in unserer Gesellschaft nicht toleriert.

Erhöhtes Risiko für Menschen mit Behinderungen

Dieses Jahr setzt Graubünden einen besonderen Fokus auf Gewalt gegen Menschen mit Behinderungen. Denn sie haben ein erhöhtes Risiko, Opfer von Gewalt zu werden. Dies trifft besonders dann zu, wenn sie im Alltag auf Unterstützung angewiesen oder ihre Kommunikations- und Selbstschutzfähigkeiten eingeschränkt sind. Gefährdet sind in besonderem Masse Frauen und Mädchen mit Behinderungen.



Vielfältige Veranstaltungen im ganzen Kanton

Im gesamten Kanton finden während der Aktionstage gegen häusliche Gewalt Veranstaltungen und Aktionen statt. Am 1. Dezember 2025 findet die Tanzparty „Sie tanzt“ statt, die Frauen mit und ohne Behinderungen zusammenbringt und Workshops sowie Informationsstände anbietet. Am Weihnachtsmarkt des Vereins Movimento in Samedan am 29. und 30. November 2025 gibt es neben handgefertigten Produkten auch einen Infostand zum Thema „Gewalt gegen Menschen mit Behinderungen“. Im Kino Raetia in Thusis wird am 3. Dezember ein berührender Film mit vorgängiger Podiumsdiskussion gezeigt. Die öffentliche Ausstellung „Willkommen zu Hause“ an der Pädagogischen Hochschule Graubünden in Chur ist vom 4. bis 26. November 2025 zu sehen.



In unterschiedlichen Bäckereien im ganzen Kanton wird Brot in speziellen Tüten mit dem Aufdruck „Häusliche Gewalt kommt bei uns nicht in die Tüte“ verkauft. Ergänzend dazu finden im Rahmen der Aktionstage Filmvorführungen, Lesungen, Musikveranstaltungen, Kunstausstellungen, Infostände und Benefizveranstaltungen statt. Als weithin sichtbares Zeichen gegen Gewalt werden verschiedene Orte und Gebäude im Kanton orange beleuchtet und es läuft eine kantonale Sensibilisierungskampagne mit Slogans wie „Gewalt ist nicht privat.“ und „Mutig eingreifen. Leben verändern“.



Hilfe und Unterstützung vorhanden

Viele Opfer schweigen aus Angst oder Scham. Auch Angehörige und das soziale Umfeld wissen oft nicht, wie sie reagieren sollen. Im Kanton Graubünden gibt es zahlreiche Hilfsangebote für Betroffene und Angehörige. Diese Angebote sollen während der Aktionstage bekannt gemacht werden. Eine Übersicht finden Sie unter: www.gr.ch/haeusliche-gewalt.

 

Quelle: Kanton Graubünden
Bildquelle: Kanton Graubünden

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