Zürich ZH: Feuerwehr rettet Turmfalken mit 55-Meter-Hubretter vom Hochhausbalkon
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Der Name ist Programm – ein Turmfalke lebt nicht am Boden, er mag die Höhe.
Aber bei folgendem Rettungseinsatz hat sich einer dieser schönen Vögel den falschen Turm ausgesucht.
Wir wurden mit dem Tanklöschfahrzeug als Kleinalarm zu einer Kleintierrettung an die Hardturmstrasse im Kreis 5 aufgeboten. Ein aufmerksamer Anwohner hatte am gegenüberliegenden Hochhaus einen Vogel entdeckt, der hilflos hinter der Glasscheibe eines Balkons flatterte und offensichtlich nicht mehr starten konnte.
Als Erstes versuchten wir, in die betreffende Wohnung zu gelangen. Es war aber niemand zu Hause, und auch mit polizeilicher Hilfe konnten wir niemanden erreichen. Glücklicherweise durften wir in die darüberliegende Wohnung eintreten und einen Blick auf die Situation werfen, die sich uns wie folgt zeigte: Beim Vogel handelte es sich um einen Turmfalken. Er schien nicht verletzt zu sein, war allerdings zwischen dem Stubenfenster und einer Art Glasbrüstung, die lediglich durch einen handbreiten Spalt voneinander getrennt waren, eingeklemmt. Genügend Raum also, dass der Falke darin Platz fand, aber doch zu wenig, um die Flügel auszubreiten und zu starten.
Wir prüften verschiedene Optionen, um zum Vogel zu gelangen. Die Wohnung befand sich im oberen Bereich des Wohnturms – mit unserer Autodrehleiter hatten wir aufgrund der grossen Höhe keine Chance, den Vogel zu erreichen. Die Idee, einen Höhenretter vom Dach oder von der oberen Wohnung zum Vogel abzuseilen, haben wir aufgrund der Komplexität und des Risikos von Schäden am Gebäude vorerst nicht weiterverfolgt.
Letztlich entschieden wir uns für einen Versuch mittels Hubretter, mit dem wir auf bis zu 55 Meter ansteigen können. Es war besonders anspruchsvoll, das imposante Fahrzeug optimal zu platzieren, um die bestmögliche Ausladung, also wie weit die Leiter vom Fahrzeug weg nach vorn ragt, zu bekommen. Dank eines nicht ganz einfachen, aber gelungenen Fahrmanövers konnten wir das Dreissig-Tonnen-Gefährt genau unter der betroffenen Wohnung aufstellen. Diese Präzisionsarbeit war notwendig, denn der Rettungskorb reichte genau bis etwa einen Meter über die Brüstung.
Von da konnten wir dem Turmfalken unseren Kescher – ein sackartiges Netz – als Kletterhilfe anbieten. Er krallte sich sogleich darin fest, liess sich von uns aus dem Spalt ziehen und flog davon.
Unterdessen hatten sich viele Passanten am Einsatzort versammelt und applaudierten uns für die gelungene Aktion.
Quelle: Schutz & Rettung Zürich
Bildquelle: Illustration © Daniel Müller