Warum nicht jeder Polizeieinsatz zur Meldung wird – ein Blick hinter die Kulissen
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Während einer Live-Fahrt durch das Glarnerland greift DerToni für Polizei.news und Polizeinews.ch ein Thema auf, das viele Leserinnen und Leser beschäftigt: Wie entstehen Polizeimeldungen – und warum erscheinen längst nicht alle Einsätze in den Medien?
Bei grauem Wetter, milden Temperaturen und nassen Strassen erklärte Toni Spitaleri alias DerToni, dass der Ursprung jeder Polizeimeldung immer ein Einsatz ist. Dieser kann durch einen Notruf, eine Patrouille oder eine Anzeige ausgelöst werden. Doch ein Einsatz allein reicht noch lange nicht aus, damit später eine Meldung veröffentlicht wird.
Vom Einsatz zur Polizeimeldung
Vor Ort verschafft sich die Polizei zunächst einen Überblick, sichert Spuren und klärt erste Fakten. Danach folgt eine interne Rapportierung.
Erst im Anschluss prüft die Medienstelle der Polizei, ob eine Veröffentlichung überhaupt möglich und sinnvoll ist. Entscheidend sind dabei mehrere Faktoren: das öffentliche Interesse, rechtliche Vorgaben sowie der Schutz aller Beteiligten.
Der grösste Teil aller Polizeieinsätze wird bewusst nie veröffentlicht. Dazu gehören etwa alltägliche Streitigkeiten, Einsätze ohne Straftat, Missverständnisse und Fehlalarme. Auch Einzelheiten zu laufenden Ermittlungen bleiben intern.
Nicht jeder Einsatz ist eine Nachricht – und manchmal ist es verantwortungsvoller, nicht zu berichten.
Persönlichkeitsschutz und Unschuldsvermutung
Ein zentrales Thema der Live-Fahrt ist der Persönlichkeitsschutz. In der Schweiz werden innerhalb von Polizeimeldungen generell keine Namen genannt, Orte oft nur allgemein beschrieben und Details bewusst zurückhaltend formuliert. Das dient dem Schutz von Opfern, unbeteiligten Personen und auch Tatverdächtigen.
Bis zu einem rechtskräftigen Urteil gilt die Unschuldsvermutung. DerToni betont, wie wichtig dieses Prinzip ist. Niemand soll öffentlich oder in den (sozialen) Medien vorverurteilt werden, bevor ein Gericht über Schuld oder Unschuld entschieden hat. Polizeimeldungen sind immer Momentaufnahmen – häufig zu einem Zeitpunkt, an dem die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen sind. Kommen zu einem späteren Zeitpunkt wichtige Details ans Tageslicht, gibt es möglicherweise eine Folgemeldung.
Verantwortung von Polizei und Medien
Blaulichtplattformen wie Polizei.news und Polizeinews.ch tragen eine grosse Verantwortung. Verlässlichkeit geht vor Schnelligkeit. Nicht jede Information wird sofort veröffentlicht, und nicht jede Beobachtung führt zu einer Meldung. Was nicht publiziert wird, fehlt nicht – es schützt.
Gerüchte, Spekulationen oder ungeprüfte Aussagen werden nicht berücksichtigt. Veröffentlicht wird ausschliesslich das, was faktenbasiert, rechtlich abgesichert und von öffentlichem Interesse ist – genau so, wie es die Polizei herausgibt.
Warum man manches sieht, aber nie darüber liest
Viele Zuschauer und Leser kennen die Situation: Man beobachtet einen Einsatz, einen Unfall oder ein grösseres Polizeiaufgebot – und später findet sich dazu keine Meldung. Auch dafür gibt es Gründe: fehlendes öffentliches Interesse, laufende Ermittlungen oder der bewusste Schutz von Personen. Dass an einigen Tagen weniger Meldungen erscheinen als an anderen, bedeutet übrigens nicht, dass die Polizei weniger arbeitet. Im Gegenteil: Ein grosser Teil der Polizeiarbeit findet ausserhalb der Öffentlichkeit statt und gehört auch nicht nach draussen.
Transparenz, Verkehr und Livestreams
Im Livestream geht Toni auch auf eine häufig gestellte Frage ein: Wie verträgt sich eine Plattform wie polizeinews.ch mit dem Filmen aus dem Auto oder mit Livestreams aus dem Verkehr. Entscheidend ist für ihn die Absicht: Es geht um Strassenverhältnisse, Wetter, Verkehrslage und Inhalte, nicht darum, einzelne Personen oder Autonummern gezielt zu zeigen. Anders gesagt: Wer mit Abstand fährt, die Verkehrsregeln einhält und keine Personen oder Kontrollschilder gezielt filmt, bewegt sich im rechtlich erlaubten Rahmen. Ziel der Livestreams sei es, über Strassenverhältnisse zu informieren und Themen zu erklären und nicht, andere Verkehrsteilnehmer zu zeigen.
Im weiteren Verlauf des Gesprächs streift Toni Themen wie Handynutzung am Steuer, Geschwindigkeitskontrollen und Blitzerstandorte. Er stellt klar, dass Blitzer nicht dazu da sind, „Geld zu verdienen“, sondern an Stellen platziert werden, an denen häufig zu schnell gefahren wird oder wo besondere Gefahren bestehen, etwa in Tempo-30-Zonen mit vielen Kindern.
Wer sich an die vorgeschriebenen Geschwindigkeiten hält, muss keine Angst vor Bussen haben. Letztlich – so DerToni – trage jeder Fahrer Verantwortung für sein Verhalten.
Er betont, dass Prävention ein wichtiger Teil der Polizeiarbeit und von Polizei.news/Polizeinews.ch ist. Themen wie Rettungsgasse, Ablenkung im Strassenverkehr oder winterliche Strassenverhältnisse sollen regelmässig erklärt und aufgefrischt werden, ohne erhobenen Zeigefinger, sondern als Erinnerung an Regeln, die Leben retten können.
Wichtig zu wissen: Die Live-Streams werden mit einer speziellen Handyhalterung gefilmt. Die Hände bleiben während der Fahrt am Steuer.
Fazit
Polizeimeldungen zeigen nur einen kleinen, bewusst ausgewählten Teil der Realität. Sie sollen die Öffentlichkeit neutral und faktenbasiert informieren. Sie klären über Sachverhalte und Geschehnisse auf und schützen Menschen, wo Schutz nötig ist. Das Schweizer System setzt dabei klar auf Rechtsstaatlichkeit, Verantwortung und Zurückhaltung – ein Ansatz, auf den man stolz sein darf.
Quelle: DerToni/Polizei.news-Redaktion
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