„Bibel-Fundi“ Daniel O. missbraucht Mädchen – unbiblischer geht’s nicht

26.07.2013 |  Von  |  News
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Bereits vor über 2 Jahren wurde Daniel O. wegen Kindesmissbrauch verhaftet. Er arbeitete als Erzieher in der Krippe „Purzelbaum“ in Volketswil im Kanton Zürich.

Wie jetzt bekannt wurde, hat er sogar sieben (statt wie bisher angenommen vier) Mädchen im Alter von 18 Monaten bis sechs Jahren mehrfach sexuell missbraucht.

Schreckliche Taten – kaum etwas ruft so viel Zorn und Abscheu in uns hervor wie der Missbrauch von Kindern, die sich ja nicht wehren können. Pikant ist der Beisatz, den keine Berichterstattung in dem Fall bisher vermissen liess: O. ist ein „Bibel-Fundi“ und besuchte die evangelikale Freikirche ICF. Ist christliche Religiosität etwa ein Nährboden für solche Schandtaten?


Tatort: eine christliche Kinderkrippe in Volketswil ZH.

Tatort: eine christliche Kinderkrippe in Volketswil ZH. Bild: ZVG


Kindesmissbrauch ist eines der abscheulichsten Verbrechen überhaupt. Bei Daniel O. scheint der Sachverhalt noch schwerwiegender, weil er bewusst Eltern mit seinen christlichen Überzeugungen anlockte. Nur: Wie passen evangelikales Christentum und Kinderschänderei zusammen?

Wer sich als „evangelikal“ bezeichnet, glaubt in der Regel daran, dass die Bibel Gottes Wort ist. Dementsprechend hoch ist ihr Stellenwert im Alltag. Deshalb ein Zitat Jesu Christi, das Bände spricht:

„…wenn jemand ein solches Kind aufnehmen wird in meinem Namen, nimmt er mich auf. Wenn aber jemand einem dieser Kleinen, die an mich glauben, Anlass zur Sünde gibt, für den wäre es besser, dass ein Mühlstein an seinen Hals gehängt und er in die Tiefe des Meeres versenkt würde.“ (Matthäus 18,5.6)

Kinder sind für Jesus  so wertvoll, dass er sich mit ihnen gleichsetzt –  und demjenigen, der sich an ihnen vergreift, ein schlimmes Ende prophezeit. Waren diese Verse Daniel O. vielleicht unbekannt? Ignorierte er sie? Oder war er einfach zu schwach im Kampf gegen seine perversen Lüste?

Wie dem auch sei: mit christlichem Glauben hat das, was er getan hat, überhaupt nichts zu tun. Er nahm für sich in Anspruch, Christ zu sein – und handelte genau entgegengesetzt. Was sind dann solche Glaubensbekenntnisse wert? Interessanterweise wusste Jesus genau, dass es solche Menschen geben würde:

„Hütet euch vor den falschen Propheten! Sie sehen aus wie sanfte Schafe, in Wirklichkeit aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.“ (Matthäus 7,15.16)

Um die „Früchte“ geht es also – das ist, wie ein Mensch tatsächlich lebt und handelt, nicht nur wie und was er redet. Und das wird irgendwann offenbar; ein guter Schauspieler mag aber erst nach einiger Zeit auffliegen, und so ist es fraglich, ob man hier etwa der ICF einen Vorwurf machen kann.

Wahres Christentum bedeutet, eine persönliche Beziehung zu Christus zu haben. Das wiederum schliesst eine Lebensveränderung ein, weil der Auferstandene in jedem, der an ihn glaubt, mächtig gegen alles Böse arbeitet. Wer davon in seinem Leben keine Spur zeigt, ist kein echter Christ.

Wenn Sie sich also anlässlich Daniel O.’s Schandtaten über die „Fundis“ echauffiert haben: schütten Sie nicht das Kind mit dem Bade aus. Gott hasst Kindesmissbrauch genauso wie Sie. Und die Sünde Einzelner – so schlimm sie auch sein mag – macht seine Wahrheit nicht zunichte.

 

Bild: Kind – © pegbes – Fotolia

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2 Kommentare


  1. An ihre Taten sollt ihr sie erkennen… Oder anders gesagt – schau nicht auf das, was jemand sagt, sondern wie er lebt.

    Auch bei Pädagogen klaffen dazwischen nicht selten eklatante Widersprüche. Siehe das Beispiel Missbrauch an der Odenwaldschule in Hessen… Das waren ja keine „Fundis“, sondern Liberale.

    Die religiöse, politische usw. Einstellung dieser Täter ist tatsächlich nicht relevant. Im Kern geht es darum, wie wir unsere Kinder effektiv vor diesen so genannten „Erziehern“ schützen können!

  2. Durch die Religion kann man Menschen nicht in eine Schublade stecken. Genauso wie gute Christen keine Kinderschänder sind, sind gute Muslime auch keine Terroristen. Es kommt immer auf die Person darauf an und ob sie sich auch wirklich an die Regeln hält und sie nicht ignoriert.

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