Nachhaltige Skiferien in der Schweiz: So geht’s

29.10.2014 |  Von  |  Natur
Nachhaltige Skiferien in der Schweiz: So geht's
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Der Winter kommt – und mit ihm die Planung der Skiferien. Wenn Sie auch im täglichen Leben Wert auf eine nachhaltige Gestaltung des Alltags legen, stellt sich nun die Frage, wie sich dieses Prinzip eines möglichst kleinen ökologischen Fussabdrucks auch auf die Feriengestaltung übertragen lässt.

Denn Skifahren & Co. geht nicht nur mit Freude, sondern auch mit Verantwortung für die Natur einher.

Die gute Nachricht: In welcher Schweizer Bergregion auch immer Sie Ihre Winterferien verbringen wollen, es gibt inzwischen überall umweltschonende Alternativen zum Massentourismus. Mit der Wahl Ihrer Anreise, Ihres Ferienortes und Ihrer Aktivitäten tragen Sie aktiv zum Erhalt einer intakten Bergwelt und ihrer klaren Luft bei. Wir haben Ihnen die effektivsten Umwelttipps für Ihre Skiferien zusammengestellt.

Das Wohin ist entscheidend

In vielen Skigebieten gibt es Kommunen oder Gemeindezusammenschlüsse, die sich ihrerseits intensiv mit der Verbesserung ihrer Umweltbedingungen auseinandersetzen und sanfte Alternativen für Wintersportbegeisterte anbieten. Es lohnt sich, hier zu recherchieren. Oft sind es gerade die weniger bekannten Skigebiete, die ein derartiges Bewusstsein praktizieren. Dabei können Sie faszinierende Entdeckungen machen, abseits vom Tourismusmainstream – das gilt gerade für die Alpen und im Besonderen für die Schweiz. Die Orte Arosa, Interlaken und Disentis beispielsweise fördern ökologischen Wintertourismus.

Generell ist es immer ein gutes Zeichen, wenn ein Skigebiet nicht auf Expansion und Quantität setzt, sondern Einnahmen aus Tourismus und ökologische Bedenken offensichtlich gleich gewichtet. Orte mit mehr als 250 Pistenkilometern sind kaum landschaftsverträglich zu führen; Gleiches gilt für Pisten, auf denen exzessiv Kunstschnee eingesetzt wird. Ein gutes Zeichen sind auch Gegenden, die nicht nur monostrukturell Wintersport, sondern das ganze Jahr über sanfte Reisen anbieten – wie etwa Klosters in Graubünden. Erkundigen kann man sich auch immer bei Organisationen wie dem Schweizer Alpenklub oder dem deutschen Alpenverein. Dort gibt es eigene Ressorts für den Natur- und Umweltschutz, die regelmässig Reiseempfehlungen ausarbeiten.

Wie wäre es mit einer CO2-neutralen Anreise?

Natürlich lässt sich die Skiausrüstung mit dem Auto am leichtesten transportieren. Gleichzeitig tragen Sie damit zur Klimabelastung eben der Natur bei, die Sie gerade geniessen möchten. Was wenige Reisende wissen: Nur bis zu einem Viertel (in manchen Gegenden auch nur bis zu etwas über 10 %) der CO2-Belastung in Skigebieten kommt durch die Bewirtschaftung, wie etwa den Betrieb der Bergbahnen, zustande. Der komplette Rest ist auf die An- und Abreise während der Ferienzeit zurückzuführen.


Sie können viel für den Erhalt der Natur tun, ohne dass die Freude an der Abfahrt zu kurz kommt. (Bild: © Dmitry-Ersler - fotolia.com)

Sie können viel für den Erhalt der Natur tun, ohne dass die Freude an der Abfahrt zu kurz kommt. (Bild: © Dmitry-Ersler – fotolia.com)


Haben Sie um die 200 Kilometer zu Ihrem Reiseziel zurückzulegen, bedeutet das eine Belastung der Umwelt mit nahezu 40 Kilogramm CO2. Wird dies mit den etwa 100 Millionen Touristen potenziert, die weltweit jährlich in den Bergen Ferien machen, ist die globale Belastung leicht vorstellbar. Fahren Sie hingegen mit der Bahn, berappen sich die Klimakosten bei gleicher Strecke nur auf etwa drei Kilogramm CO2 – und Ihr Auto wird auch noch geschont. Denn im Ort selbst wird so gut wie nicht gefahren, da alle nachhaltigen Skiressorts Skibusse im Einsatz haben. Nutzen Sie aber keinen Tiefgaragenparkplatz, steht Ihr Auto stattdessen bei Minustemperaturen im Schnee. Wenn Sie wirklich konsequent sein wollen, können Sie sich auch gleich für einen autofreien Skiort entscheiden und so aktiv diese Alternative mit fördern helfen.

Immer leichter zu finden: klimafreundliche Unterkünfte

Suchen Sie einfach nach dem Stichwort „Biohotel“ oder „Ökohotel“, wenn Sie sich einmal für Ihren Wintersportort entschieden haben. Dort kommen nicht nur erneuerbare, häufig unmittelbar lokal gewonnene Energien, Wasser schonende Massnahmen und ein nachhaltiges Abfallsystem zum Einsatz; meist warten auch noch lohnenswerte kulinarische Genüsse auf Sie. Denn Biohotels legen eben auch immer Wert auf eine saisonale, regionale Küche.

Indem Sie sich an den ortstypischen Spezialitäten erfreuen, unterstützen Sie gleichzeitig die lokalen Bauern und oft auch deren Bemühen, auf biologische Landwirtschaft umzustellen. Biohotels haben meist ein Umweltzertifikat und lassen sich über eine einfache Internetrecherche finden. Übrigens: Auch viele Almbetriebe haben inzwischen ganz auf Bio umgestellt.

So wird der Aufenthalt umweltverträglich

Auch auf der Piste können Sie viel für den Erhalt der Natur tun, ohne dass die Freude an Abfahrt oder Langlauf zu kurz kommt. Halten Sie sich unbedingt an die ausgezeichneten Wege und experimentieren Sie nicht mit dem Befahren gesperrter Bereiche. Natürlich sollte auch kein Müll liegen gelassen werden. Befahren Sie die Skipisten nur dann, wenn ausreichend natürlicher Schnee den Boden bedeckt, damit die darunterliegende Erde nicht zu sehr leidet. Wenn die Witterung zu mild ist, gibt es sicherlich in der Umgebung eine Vielzahl an interessanten Unternehmungen bis zum nächsten dichten Schneefall. Es muss ja auch nicht immer die Talabfahrt sein: Alternativen sind Schneeschuhwanderungen oder Langlaufausflüge.

 

Oberstes Bild: © pure-life-pictures – fotolia.com

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