Mehr Lebensqualität in den eigenen vier Wänden: Schadstoffarmes Wohnen

26.11.2014 |  Von  |  Gesundheit
Mehr Lebensqualität in den eigenen vier Wänden: Schadstoffarmes Wohnen
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[vc_row][vc_column][vc_column_text]Sie fühlen sich häufiger abgeschlagen und müde? Sie leiden unter Schlafstörungen, Kopfschmerzen und Atembeschwerden und können sich die Ursache hierfür nicht erklären? Die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass Sie zu der stetig wachsenden Zahl an Menschen gehören, die eine Unverträglichkeit gegen Schadstoffausdünstungen entwickelt haben.

Leider sind bei vielen Menschen Schadstoffe zu Hauf in den heimischen vier Wänden versteckt. Wissend um die hierin lauernden Gefahren, sollten Sie sich – einmal mehr, wenn Ihnen Ihre Gesundheit genauso wie Umwelt, Natur und eine nachhaltige Lebensweise wichtig sind – mit diesem Thema befassen. Regelmässig im Bioladen Gesundes und Fair-Trade-Produkte zu kaufen, reicht nicht aus. Ein gesundes Raumklima im eigenen Zuhause ist das A und O für ein gutes Wohlbefinden.

Prüfen Sie zunächst, ob in Ihren vier Wänden Schadstoffquellen vorhanden sein könnten. Das klingt leichter als es ist, denn Gift und Bio lassen sich oftmals nicht auf den ersten Blick voneinander unterscheiden. Hinzu kommt, dass es einem schwerfällt, sich vorzustellen, dass ein Schrank, ein Teppich oder eine Tapete gesundheitliche Schäden hervorrufen können, obgleich man doch schon seit Jahren mit diesen Dingen unter einem Dach lebt. Oft setzt eine Unverträglichkeit jedoch erst mit grosser zeitlicher Verzögerung ein. Wohnt man zur Miete, besteht das Problem meist darin, dass die letzte Renovierung vom Vormieter vorgenommen wurde, man also gar nicht weiss, welche Baustoffe im Einzelnen verwendet worden sind.

Möbel, Stoffe oder auch Teppiche können über einen langen Zeitraum Toxine oder Allergene an die Raumluft abgeben, ohne dass man sich dessen zunächst bewusst ist. Bei den meisten Menschen läuten die Alarmglocken erst, wenn Kopfschmerzen, Müdigkeit und Schlappheit auftreten. Woran es dann konkret liegt, kann nur eine chemische Analyse zutage fördern. Informationen zu unterschiedlichen Prüfverfahren sowie Adressen von Baubiologen und Bausachverständigenbüros vermitteln die Verbraucherschutzzentrale in Deutschland und die Stiftung für Konsumentenschutz in der Schweiz gegen eine geringe Gebühr. Achten Sie bei der Auswahl der Dienstleister auf ausreichende Erfahrungen und lassen Sie sich bescheinigen, dass es sich um ein anerkanntes Prüfverfahren handelt.

Bevor Sie teure Prüfverfahren in Auftrag geben, sollten Sie sich jedoch zunächst einmal selbst einen Überblick darüber verschaffen, welche Einrichtungs- und Ausstattungsgegenstände grundsätzlich infrage kommen können. Mögliche Gefahren können von Wand- und Bodenbeläge ausgehen – Tapeten, Teppiche, Vorleger, aber ebenso Farben, Lacke und Beizen, Polster, Kissen und sogar Kleinelektrogeräte können Beschwerden auslösen.

Gefährlich sind Weichmacher, die in der Kunststoffverarbeitung häufig verwendet werden, das Nervengift Permethrin ist Bestandteil von Mottenschutzmitteln, mit denen zum Beispiel Wohnteppiche behandelt werden. Ebenfalls nach wie vor gängig ist der Einsatz von Formaldehyd, dass in Lacken, Parkettversiegelungen und Teppichklebern, aber auch in Span- und Sperrholzplatten verarbeitet wird. Lösemittel kommen in Klebstoffen, Farben oder Lacken, Flammschutzmittel in Computern und Fernsehern, Tapeten und Matratzen vor. Gefahrenquellen lauern überall.

Gar nicht selten ist es, dass Schadstoffausdünstungen vom Haus selbst und nicht in erster Linie von der Inneneinrichtung ausgehen. Vor allem bei älteren Häusern ist das ein Problem. Früher wurden tonnenweise gesundheitsgefährdende Holzschutzmittel (DDT, Lindan und PCP) verstrichen. Bis zum Ende der 1980er Jahre wurden, obgleich man sich seit den 1930er Jahren der von Asbest ausgehenden Krebsgefahr bewusst war, Asbestfasern verbaut: in Fassaden, Wasserrohren, Dämmstoffen und Nachtspeicheröfen. Gesundheitsbelastende Holzschutzmittel wurden zwar manchmal übermalt, aber eben nicht entfernt.

Da schwerflüchtige Substanzen aber noch Jahrzehnte später ausdünsten, liegen die Nachwirkungen auf der Hand. In den letzten Jahren sind die Bauvorschriften freilich verschärft worden, viele Stoffe dürfen bei neueren Bauvorhaben nicht mehr eingesetzt werden. Feuchtigkeitsansammlungen und Schimmelsporenentwicklung stellen bei Neubauten heutzutage häufig eine Gefahrenquelle für Gesundheitsschädigungen dar.[/vc_column_text][vc_separator color=“grey“][vc_column_text]

Der Weg zu einer ganzheitlichen Gesundheit führt auch über die eigenen schadstoffreien Wände. (Bild: Mpetersheim / Shutterstock.com)

Der Weg zu einer ganzheitlichen Gesundheit führt auch über die eigenen schadstoffreien Wände. (Bild: Mpetersheim / Shutterstock.com)

[/vc_column_text][vc_separator color=“grey“][vc_column_text]Beschichtete und Spanplattenmöbel sollten, wenn möglich, nach und nach gegen geölte oder gewachste Vollholzmöbel aus unbedenklichen heimischen Hölzern (FCS-zertifiziert) ausgetauscht werden. Vorsicht ist insbesondere bei Tropenhölzern geboten, jedoch gibt es auch hier FCS-zertifizierte Hölzer, die eine sichere Alternative darstellen. Wenn Sie über ausreichend Platz und die notwendigen Voraussetzungen verfügen, sollten Sie neue Möbel zunächst auf dem Balkon, in der Garage oder in einem separaten, gut durchlüfteten Raum aufstellen, bevor Sie das Objekt an seinem eigentlichen Standort aufstellen.

Dann können die Möbel ausdünsten, bevor sie ihrer tatsächlichen Bestimmung übergeben werden. Vor allem bei Kinderzimmern, und hier im Besonderen bei Säuglingen und Kleinkindern, sollten Belastungen durch Schadstoffe unbedingt vermieden werden. Zwischen der Ausstattung des Zimmers und Bezug sollten idealerweise zwei bis drei Monate liegen.

Wenn Sie eine Vorliebe für alte Holzmöbel haben und Ihre guten Stücke selbst restaurieren, sollten Sie auf Abbeizer verzichten und stattdessen die Flächen mechanisch bearbeiten oder wenigstens eine lösemittelfreie Lauge verwenden. Auch wenn das Schleifen zugegeben mit mehr Arbeit verbunden ist – Ihre Gesundheit wird es Ihnen danken. Verwenden Sie für die Oberflächenversiegelung umweltverträgliche Holzöle oder -wachse. Tragen Sie bei allen Arbeiten eine Staubmaske und arbeiten Sie am besten im Freien!

Eine gesunde Alternative zu Farben und Lacken mit chemischen Zusätzen sind Naturfarben, die es mittlerweile in einem breiten Spektrum an Tönen, von gedeckten Erdtönen bis zu leuchtenden Mineral- und Pflanzenpigmenten, gibt. Fachhändler für umweltverträgliche Baustoffe verfügen in der Regel auch über eine grosse Auswahl an Farben und geben überdies nützliche Informationen zur Verabeitung der Materialien. Anders als die handelsüblichen Farben aus dem Discounter weisen Naturfarben ein anderes Deckverhalten auf; auch das Mischungsverhältnis ist ein anderes. Nutzen Sie das Fachwissen des Spezialisten und lassen Sie sich gezielt beraten.

Bodenbeläge sollten unbedingt auf Schadstoffe geprüft werden. Am sichersten ist es, sich von den alten Teppichen zu trennen und diese gegen solche mit natürlicher Pflanzenfärbung auszutauschen. Jedoch ist auch bei der Verwendung neuer Teppiche Vorsicht geboten, denn nicht selten kommt das Nervengift Permethrin selbst in Wollteppichen mit Qualitätssiegel vor. Fast alle Händlerketten handeln nämlich mit Wollteppichen, die mit Insektiziden zum Schutz gegen Motten und Käfer behandelt wurden. Bio-Alternativen gibt es aber auch in diesem Bereich. Bei der Entfernung von alten Teppichen sollten Sie unbedingt darauf achten, dass keine Rückstände des Teppichklebers zurückbleiben. Verwenden Sie natürliche Stoffe: chemische Beschichtungen haben im Wohnraum nichts zu suchen.

Vor allem in Mehrparteienhäusern sollten Sie, bevor Sie zu grösseren Renovierungsarbeiten schreiten oder die Entsorgung von einzelnen Möbeln in Betracht ziehen, weil Sie die Belastung durch Schadstoffe fürchten, Kontakt zu den Nachbarn aufnehmen. Haben andere Bewohner des Hauses mit ähnlichen Beschwerden zu kämpfen?

Handelt es sich bei der Ursache um fest mit der Wohnung verbundene Bauteile, zum Beispiel um Wandbeschichtungen, die der Vermieter angebracht hat, sollten Sie im Gespräch mit der Hausverwaltung eine gemeinsame Lösung suchen. Stellt sich heraus, dass die Probleme nur in Ihrer Wohnung auftreten, sollten Sie erneut prüfen, ob die Beschwerden in allen oder nur in einigen Zimmern auftreten. Manchmal ist die Ursache lediglich ein aggressives Reinigungsmittel. In diesem Fall bekommen Sie die Beschwerden leicht in den Griff, indem Sie auf Öko-Putzmittel umsteigen.

 

Oberstes Bild: © Bikeriderlondon – Shutterstock.com[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]

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