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Nicht nur Geschenkideen zum Selbermachen – Hochprozentiges aus der Natur

04.12.2014 |  Von  |  Allgemein

[vc_row][vc_column][vc_column_text]Im Herbst begegnet man ihnen wieder auf ausgiebigen Spaziergängen oder Wanderungen. Verlockend leuchtende Früchte, die man gerne sofort verspeist oder an den Sträuchern belässt, da sie im natürlichen Zustand für den Menschen nicht unbedingt geniessbar sind. Allerdings lassen sie sich oft mit wenig Aufwand gut verarbeiten, sodass die Produkte der Verarbeitung manchmal eine die Gesundheit fördernde Wirkung entfalten.

So sind die in vielen Wildfrüchten enthaltenen Gerbsäuren anregend für die Verdauung. Und in Alkohol konserviert, bringen sie nicht nur beim eigenen Verzehr Genuss – sie sind auch willkommene Geschenke, wenn man sie in attraktive Flaschen abfüllt.

Wenn Sie sich wieder einmal mühsam überlegen, was man denn als Gastgeschenk zu der Einladung mitbringen könnte, denken Sie doch auch an selbst hergestellten Likör oder Schnaps. Es gibt kaum ein persönlicheres Mitbringsel, das in der Regel auch gerne entgegengenommen wird. Und anregend für die eigene Kreativität ist der Herstellungsprozess allemal. Sie können selbst entscheiden, wie viel Prozent Alkohol Sie Ihren Freunden – oder sich selbst – zumuten wollen und wie viel Süsse dem Getränk guttut.

Verwenden Sie zum Ansetzen aber nur natürliche Produkte, denn die Kopfschmerzen am nächsten Morgen nach dem Verzehr eines „unsauberen“ Schnapses trüben die Freude im Nachhinein erheblich. So sollten Sie auf jeden Fall darauf achten, dass bei der Herstellung nur reiner Alkohol zum Einsatz kommt. So können Sie einerseits genauer dosieren und andererseits sich sein, dass der vernünftige Genuss nicht bereut werden muss.

Zur Herstellung von Likör müssen Sie einige wenige Dinge beachten. Da benötigen Sie als Grundausstattung zunächst einmal Glasgefässe zum Ansetzen, die luftdicht schliessen. Für die Optik sollten Sie zum späteren Umfüllen schön anzusehende Flaschen verwenden. Für den Produktionsvorgang selbst benötigen Sie ein Sieb und Mulltücher, durch die die angesetzte Flüssigkeit später abgeseiht wird. Und dann sollten Sie auf alle Fälle noch eines haben: Geduld.

Das Basisrezept ist für fast alle Liköre das gleiche, egal welche Frucht Sie verwenden. Früchte mit Zucker und Gewürzen in ein dicht schliessendes und steriles Gefäss (gut geeignet ist ein Einmachglas) geben, Alkohol nach Gusto drüber – fertig. Fertig? Fast, denn nach vier bis sechs Wochen Ruhe muss das Gemisch noch gefiltert werden. Verwenden Sie dafür einen Kaffeefilter oder ein Mulltuch.

Um die Reife des Getränkes zu kontrollieren, ist das Probieren jetzt unbedingt erforderlich. Sind Sie der Meinung, Ihr Produkt könnte noch etwas Reife vertragen, lassen Sie es ruhig in der Flasche weiterreifen. Auch die Flasche sollte möglichst dicht schliessen. Eine Bügelflasche ist ein richtiger Hingucker und wird auch aus diesem Grund gerne genommen.

Durch längeres Reifen wird der Geschmack immer feiner. Und wenn Sie die Flaschen ab und zu schütteln, damit sich die Aromen besser entfalten können, werden sie mit Ihrem fertigen Produkt hochzufrieden sein. Und je strahlender die Farbe der Flüssigkeit und je edler die Form der Flasche, desto höher wird die Vorfreude auf den Genuss sein. Wenn Sie das Produkt für den eigenen Gebrauch vorgesehen haben, vergessen Sie aber bei aller Begeisterung über die dekorative Optik nicht, dass der Likör ein Lebensmittel ist und Lebensmittel im Verzehr ihre Bestimmung finden.

Wahre Fundgruben für ausgefallene Flaschenformen sind Flohmärkte und Brockenhäuser. Doch auch bei IKEA kann man das ein oder andere Juwel entdecken. Wenn Sie häufig Einladungen erhalten, ist es ratsam, sich einen Vorrat an modischen Flaschen anzuschaffen. Ein Beerenlikör aus eigener Herstellung ist ein Geschenk, das sich schon etwas von den gemeinhin üblichen Mitbringseln abhebt. Und als ein gern akzeptiertes Dankeschön an den hilfsbereiten und eine Entschuldigung an den unbeabsichtigt verletzten Nachbarn eignet er sich bestens.[/vc_column_text][vc_separator color=“grey“][vc_column_text]

Selbst gemachte Liköre sind auch willkommene Geschenke. (Bild: Gudrun Muenz / Shutterstock.com)

Selbst gemachte Liköre sind auch willkommene Geschenke. (Bild: Gudrun Muenz / Shutterstock.com)

[/vc_column_text][vc_separator color=“grey“][vc_column_text]Doch nun zur Praxis. Für einen Liter Brombeerlikör benötigen Sie circa 350 Gramm Brombeeren, die Sie auf einem ausgedehnten Spaziergang sammeln können. Diese Beeren werden mit einem Dreiviertelliter Weinbrand, etwa 200 Gramm Kandiszucker und Gewürznelken nach Geschmack und vielleicht auch Pimentkörnern angesetzt. Den konkreten Herstellungsprozess haben wir oben bereits beschrieben.

Erfrischen und vielleicht Erinnerungen an den letzten Urlaub wecken kann ein Zitronenlikör. Als Ingredienzen werden acht unbehandelte Zitronen, 400 Milliliter Wodka, 200 Milliliter Wasser und 250 Gramm Zucker benötigt. Zitronen gut abwaschen, die äußere gelbe Schale ablösen, bis Sie auf das Weisse stossen, danach den ausgepressten Zitronensaft mit der abgelösten Schale, dem Wasser und dem Zucker zehn Minuten kochen. Wenn der Sud getrocknet ist, können Sie ihn durch ein Tuch filtern. Danach mit dem Wodka in die Flasche geben. Sie werden nie wieder Limoncello kaufen.

Für den Winter ist Vanillelikör ein geeignetes Getränk. Er lässt sich aus sechs Vanilleschoten, circa 300 Gramm braunem Zucker, 350 Millilitern Wasser, 650 Millilitern Brandy und drei Teelöffeln Honig herstellen. Das Vanillemark von drei Schoten zusammen mit dem Zucker, dem Honig und dem Wasser aufkochen. Nachdem Sie dies alles 15 Minuten haben kochen lassen und die Flüssigkeit wieder abgekühlt ist, geben Sie den Brandy dazu und füllen alles in drei Flaschen ab. In jede der Flaschen kommt noch eine Vanilleschote. Der Likör sollte bei kühler Lagerung wenigstens zwei Monate ziehen.

Wenn Sie in nächster Zeit mit der Likörproduktion beginnen, können Sie schon bald Ihre Gäste mit Ihrem persönlichen aussergewöhnlichen Digestif begeistern. Und da sich Liköre ausgezeichnet als Weihnachtsgeschenke eignen, haben Sie Ihren „Was-soll-ich-dieses-Jahr-nur-wieder-schenken“-Stress auch schon ein wenig reduziert.

 

Oberstes Bild: © images72 – Shutterstock.com[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]