Einsatztaucher bei der Polizei müssen vielfältige Herausforderungen meistern

26.10.2018 |  Von  |  Kriminalität, News, Schweiz
Einsatztaucher bei der Polizei müssen vielfältige Herausforderungen meistern
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Bei der Polizei sind Tauchspezialisten im Einsatz, die für die Behörde nicht nur an Land, sondern auch im Wasser für die Aufklärung von Kriminalfällen und Unfällen zuständig sind.

Das anspruchsvolle Aufgabengebiet umfasst unter anderem das Suchen und Bergen von vermissten und verunglückten Personen, zudem werden Deliktsgut und Beweise gesucht und geborgen. Einsatztaucher sind nicht nur ausgebildete Taucher, sie kennen die Gewässer der Schweiz und wissen, wie man jegliches Gesuchtes selbst im trüben Wasser und Dickicht finden kann. Die Aufgaben der Polizei-Einsatztaucher sind vielseitig, die Herausforderungen gross und die Ausbildung anspruchsvoll.

Polizei-Einsatztaucher in der Schweiz

Die Wasserschutzpolizei Zürich umfasst ein Team von 36 Einsatztauchern und damit das grösste Team an Polizeitauchern der gesamten Schweiz. Anders als es in vielen Ländern der Fall ist, gibt es in der Schweiz keine Taucher der Feuerwehr. Aus diesem Grund ist die Polizei hierzulande für eine Vielzahl der Aufgaben zuständig, die sonst von der Feuerwehr übernommen werden. Als Einsatztaucher der Polizei ist man neben dem Tauchen auch für die normalen Tätigkeiten eines Polizisten zuständig. Im Bedarfsfall wird das Team von Einsatztauchern alarmiert. Dies ist jedoch weniger zur Rettung lebender und mehr zur Bergung verunglückter Personen der Fall. Geht es um die Rettung von Personen im Notfall ist meist der Notdienst und die Küstenwache frühzeitig vor Ort.


© Kapo Zürich

© Kapo Zürich


Kriminalfälle aufklären und Vermisste finden

Das Aufgabenfeld der Berufstaucher bei der Polizei ist vielfältig. In erster Linie werden verunglückte, vermisste Personen gesucht und geborgen. Zudem sind die Einsatztaucher der Polizei dafür zuständig, bei Unfällen und Kriminalfällen eine Tatbestandsaufnahme unter Wasser durchzuführen, um die Geschehnisse nachvollziehen zu können und Spuren zu sichern. Auch Tatwaffen und Beweismittel gilt es zu finden und zu bergen.

Ein Team an einsatzfähigen Tauchern ist für die Polizei von grosser Bedeutung, um vermisste Personen zu finden und Kriminalfälle und Unfälle aufzuklären. Sean O’Connell, ein Mitglied des Isle of Man Underwater Search and Recovery Teams war für die irische Polizei als Taucher im Einsatz und weiss, wie wichtig es für Familien ist, über die Aufklärung eines Falls zu erfahren, um mit den Geschehnissen abzuschliessen. Reinhard „Sam“ Gläser, Polizeioberkommissar und ehemaliger Einsatztaucher beschreibt die Herausforderungen bei der Suche nach Personen unter Wasser. Sowohl physisch als auch psychisch werden die Einsatztaucher stark beansprucht, während sie Opfer von Unfällen und Verbrechen am Boden von Flüssen, Seen, Teichen und Meeren absuchen.

Nicht nur für die Bergung von Personen und Tatwaffen sind die Einsatztaucher der Polizei zuständig. Auch versunkene Fahrzeuge und Schiffe werden geborgen, wie auch Schrott und Abfälle. Zur Bewahrung der Sicherheit auf dem Wasser werden zudem Verankerungen von Schiffsstationierungsanlagen, Brückenpfeiler, Befestigungen und Leitungen von Strom, Wasser und Gas durch Polizeitaucher in der Schweiz kontrolliert. Auch Fährstellen, Schleusen und Anleger werden überprüft und gesichert. Um Gefahren vorzubeugen werden zudem Gewässer und Schiffe abgesucht und überprüft.



Wie wird man Berufstaucher?

An Tauchernachwuchs fehlt es der Polizei dank einer hohen Nachfrage nicht. Dies bedeutet allerdings nicht, dass alle Bewerber es auch wirklich zum Berufstaucher bei der Polizei schaffen. Die Ausbildung ist anspruchsvoll und verlangt den Teilnehmern einiges ab. Die Stadtpolizei Zürich führt die Grundausbildung der Einsatztaucher entsprechend der Richtlinien des CMAS, dem Tauchverband der Schweiz, durch. Zusätzlich zur Tauchausbildung erfolgt eine Weiterbildung speziell für die Polizei.

Diese erfolgt durch eigene Tauchlehrer, die sich mit den polizeispezifischen Aufgaben auskennen. Für die gesamte Schweiz erfolgt die Weiterbildung zentral über die Schweizerischen Polizeiinstitute SPI, die eine einheitliche Ausbildung sicherstellt. Allein die Prüfung zum Polizeitaucher erstreckt sich über fünf Tagen, in denen die Bewerber ihr Erlerntes und ihre Einsatzfähigkeit für den herausfordernden Job unter Beweis stellen müssen. Durch regelmässige Trainings werden die Fähigkeiten der Taucher langfristig sichergestellt.

Einsatztaucher der Polizei arbeiten unter extrem herausfordernden Bedingungen. In den verschiedenen Gewässern, ob im See, Fluss oder Kanal warten unterschiedliche Strömungen, unvorteilhafte Sichtweiten und eine Vielzahl weiterer Umstände. Jeder Einsatz unter Wasser wird so zu einer neuen Herausforderung, die dem Taucher physisch und psychisch bei der Suche und Bergung von vermissten Personen, Beweismitteln und mehr einiges abverlangt. Durch die anspruchsvolle Ausbildung werden geeignete Interessierte auf den Job vorbereitet.

 

Titelbild: © Kantonspolizei St.Gallen

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