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Gemeinsam gegen Alterseinsamkeit

01.04.2022 |  Von  |  Gesellschaft

Einsamkeit betrifft jeden früher oder später – und ganz besonders später kann es in der Form der sogenannten Alterseinsamkeit lebenseinschneidende Komplikationen mit sich bringen.

Nach neuster Studie aus dem Jahr 2020 und besonders mit den Einschränkungen der Corona-Pandemie, lag der Anteil an Senioren, die unter Einsamkeit leiden, bei niederschmetternden 14% – eine deutliche Steigerung zu vorherigen Jahren. Umfragen aus dem Jahr 2021 vom Malteser Verband präsentieren sogar noch höhere Zahlen und nennen bis zu einem Fünftel.

Einsamkeit kommt in vielen Facetten und mit dem Alter und zunehmender Angewiesenheit auf Hilfe sind die Konsequenzen nicht nur emotional, sondern auch physisch schnell zu spüren. Soziale Isolation kann nur zu einfach durch Krankheit, fehlende Mobilität oder Altersarmut unterstützt und multipliziert werden.

Viele Vereine und Projekte sind daher nicht nur interessiert, sondern aktiv dabei dieses Phänomen zu bekämpfen und einzudämmen – und es eine Angelegenheit uns aller zu machen. Also, was können wir im Alltag selbst unternehmen?

Am offensichtlichsten ist vielleicht der direkte Gang ins nahegelegene Seniorenheim. Obwohl der Ausbau von Mehrgenerationenhäusern immer weiter vorangeht, sind Hospizeinrichtungen vor allem für Senioren, die auf Pflegepersonal angewiesen sind, das A und O. Die meisten Vereine wie das DRK und der ASB  geben bereits vorab auf ihren Websites genauere Informationen über Besuchszeiten und Ideen für Aktivitäten wie Gemeinschaftsspiele, Vorlesungen, Spaziergänge oder einfach ein Zusammensitzen, Kaffeetrinken und Zuhören an. Und ansonsten – einfach Anrufen!

Wichtig an dieser Stelle ist zu erwähnen, dass obwohl mittlerweile wieder jeder dazu eingeladen ist Seniorenheime zu besuchen, die Hygienemassnahmen hier weiterhin oberste Priorität haben. Die Nutzung von Hand-Desinfektionsmitteln ist fundamental und sollte nach gründlichem Händewaschen regelmässig erfolgen, um Infektionen und das Verbreiten von Viren im Umkreis dieser Risikogruppe auf nahezu Null zu reduzieren.

Wer gerne spontanere Entscheidungen trifft, der ist herzlichst dazu eingeladen Gespräche auf offener Strasse, beim Einkauf oder gemütlich auf einer Parkbank zu starten. Selbstverständlich ist es hier von enormer Wichtigkeit sicherzustellen, dass der oder die Angesprochene auch für eine Unterhaltung bereit ist.

Ebenfalls immer beliebter und grossflächiger genutzt werden Nachbarschafts-Apps, wie beispielsweise nebenan.de – eine kostenfreie Plattform, die dabei hilft, Hilfsangebote in der Nähe zu finden. Neben Privatleuten gibt es hier auch die Möglichkeit von Vereinen um Hilfe zu bitten und kleine Projekte, Aufträge oder Anfragen online zu stellen. So kann ganz entspannt im Alltag der Einkauf für einen älteren Nachbarn mit übernommen werden, ein kleiner Anruf bei Kaffee und Kuchen erfolgen oder der Garten bereit für den Frühling gemacht werden.

Allen Optionen gemein ist, dass mit der Hilfe unabhängiger, jüngerer Generationen das immer schwieriger und langsamer werdende Leben der Senioren um uns herum mit wenig Aufwand erleichtert werden kann. Alterseinsamkeit ist ein ernstzunehmendes Problem und jedes Bisschen hilft. Und es lockt sogar eine Belohnung! Eine Langzeitstudie der Harvard Universität hat bewiesen, dass anderen Menschen zu helfen glücklich macht. Dabei war es auch egal, wie viel oder wenig Zeit oder Mittel beigesteuert werden konnten – unterm Strich gewinnt hier jeder.

 

Titelbild: Lighthunter – shutterstock.com