Sicherer Schulweg bei Schnee und Eis

Bei Schnee oder Eis verändert sich auch der Schulweg. Was im Herbst noch gut überschaubar war, wird im Winter schnell unberechenbar. Glatte Trottoirs, eingeschränkte Sicht und längere Bremswege stellen besonders für Kinder zusätzliche Risiken dar. Sie bewegen sich langsamer, reagieren anders als Erwachsene und können Gefahren oft noch nicht zuverlässig einschätzen. Viele Eltern konzentrieren sich im Winter vor allem auf warme Kleidung und Sichtbarkeit. Doch Prävention im Strassenverkehr beginnt früher. Entscheidend ist, die Kinder auf die veränderte Situation vorzubereiten.

Der folgende Artikel zeigt, weshalb der Winter-Schulweg besondere Aufmerksamkeit erfordert und mit welchen Massnahmen Kinder auch bei Schnee und Eis sicher unterwegs sind.

Wie sich der Strassenverkehr im Winter verändert

Im Winter reagieren Fahrzeuge anders als bei trockenen Bedingungen. Nässe, Schnee und Eis verlängern den Bremsweg erheblich. Selbst bei niedrigen Geschwindigkeiten kann ein Auto nicht mehr so rasch anhalten wie gewohnt. Für Kinder ist dieser Umstand schwer einschätzbar, da sie meist davon ausgehen, dass Fahrzeuge jederzeit stoppen können.

Hinzu kommt eine eingeschränkte Sicht. Beschlagene Scheiben, Schneefall oder tief stehende Sonne erschweren Fahrzeuglenkenden den Überblick. Auch Kinder sehen schlechter, etwa wenn Schneeflocken blenden oder Kapuzen das Sichtfeld einengen. Gleichzeitig verändert sich das Fahrverhalten: Autos fahren vorsichtiger, rutschen aber auch unkontrolliert. Diese Mischung macht den Winterverkehr für Kinder besonders anspruchsvoll.



Typische Winter-Gefahren auf dem Schulweg

Glatte Trottoirs und Übergänge

Eisige Stellen entstehen häufig dort, wo Wasser tagsüber taut und nachts wieder gefriert. Besonders gefährlich sind Kreuzungen, Zebrastreifen und Bordsteinkanten. Kinder können dort leicht ausrutschen und verlieren im schlimmsten Fall die Kontrolle, während sie die Strasse überqueren. Ein Sturz in diesem Moment kann sehr gefährlich sein, da herannahende Fahrzeuge oft nicht rechtzeitig reagieren können.

Schneehaufen und eingeschränkte Sicht

Nach Schneeräumungen bleiben häufig hohe Schneehaufen am Strassenrand zurück. Diese verdecken die Sicht sowohl für Kinder als auch für Autofahrende. Kinder treten plötzlich aus einem verdeckten Bereich auf die Fahrbahn, ohne selbst einen guten Überblick zu haben. Gerade kleinere Kinder werden hinter Schneewällen leicht übersehen.

Veränderte Querstellen

Im Winter sind nicht alle Übergänge gleich gut nutzbar. Manche Zebrastreifen sind verschneit oder vereist, andere Wege kaum geräumt. Kinder neigen dann dazu, spontane Ausweichstellen zu wählen. Diese sind oft schlechter einsehbar und nicht für das Überqueren gedacht, was das Unfallrisiko erhöht.

Warum Kinder im Winter Risiken schlechter einschätzen

Kinder verfügen noch nicht über die Erfahrung, um winterliche Verkehrssituationen richtig zu beurteilen. Sie können Bremswege kaum abschätzen und erkennen glatte Stellen oft zu spät. Zudem lenkt Schnee viele Kinder ab. Spielen, Toben oder einfach die Freude an der winterlichen Umgebung können dazu führen, dass Aufmerksamkeit und Vorsicht nachlassen.

Ein weiterer Punkt ist die Diskrepanz zwischen Wissen und Verhalten. Auch wenn Kinder wissen, dass sie vorsichtig sein sollen, handeln sie in der konkreten Situation oft impulsiv. Der Winter verstärkt diesen Effekt, weil Bewegungen langsamer und unkontrollierter werden. Deshalb ist es wichtig, Regeln nicht nur zu erklären, sondern sie im Alltag immer wieder gemeinsam zu üben.



Den Winter-Schulweg gemeinsam vorbereiten

Schulweg bei Winterbedingungen bewusst abgehen

Eine der wirksamsten Präventionsmassnahmen ist, den Schulweg im Winter gemeinsam abzugehen. Eltern und Kinder können dabei neue Gefahrenstellen entdecken, etwa vereiste Abschnitte oder schlecht einsehbare Querungen. Gemeinsam lassen sich sichere Alternativen festlegen, auch wenn diese etwas länger dauern. Wichtig ist, dass Kinder verstehen, warum sich der Weg im Winter unterscheiden kann.

Klare Verhaltensregeln festlegen

Im Winter gelten auf dem Schulweg besondere Regeln. Kinder sollten langsamer gehen, vor Übergängen bewusst stehen bleiben und nie rennen – auch wenn es kalt ist oder sie sich verspäten. Diese Regeln müssen klar, einfach und wiederholt vermittelt werden. Je vertrauter sie den Kindern sind, desto eher werden sie auch in stressigen Situationen eingehalten.



Praktische Präventions-Tipps für den Alltag

  • Kleidung und Ausrüstung: Warme Kleidung ist wichtig, darf aber die Bewegungsfreiheit nicht einschränken. Zu grosse Jacken oder lange Schals können die Sicht behindern oder Bewegungen verlangsamen. Besonders wichtig sind rutschfeste Schuhe, die auch auf nassem oder vereistem Untergrund Halt geben. So behalten Kinder mehr Kontrolle über ihre Bewegungen.
  • Zeitpuffer einplanen: Hektik erhöht das Unfallrisiko. Im Winter sollten Sie bewusst mehr Zeit für den Schulweg einplanen. Ein kleiner Zeitpuffer nimmt Druck aus der Situation und ermöglicht es Kindern, langsamer und aufmerksamer zu gehen. Sicherheit sollte stets wichtiger sein als Pünktlichkeit auf die Minute.
  • Wiederholen statt einmal erklären: Regeln wirken nur, wenn sie präsent bleiben. Kurze Erinnerungen an besonders kalten oder rutschigen Tagen helfen, das Bewusstsein der Kinder zu schärfen. Rituale vor dem Losgehen – etwa ein kurzer Hinweis auf Glätte oder eingeschränkte Sicht – unterstützen die Aufmerksamkeit nachhaltig.

Vorbildwirkung der Erwachsenen im Winter

Kinder orientieren sich stark am Verhalten der Erwachsenen. Wenn Eltern bei Glätte hastig die Strasse überqueren oder offensichtliche Risiken eingehen, übernehmen Kinder dieses Verhalten. Deshalb ist es wichtig, selbst konsequent vorsichtig zu sein.

Bleiben Sie auch dann stehen, wenn kein Auto in Sicht ist, und zeigen Sie, dass Sicherheit Vorrang hat. Eine klare Übereinstimmung zwischen dem, was Sie sagen, und dem, was Sie tun, stärkt das Vertrauen der Kinder in die Regeln und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sie diese eigenständig umsetzen.

 

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