Bern BE: Zahl der Inhaftierten erreicht Rekordwert – Gefängnisse zu 97 Prozent voll

Im Jahr 2025 wurden 111 962 Verurteilungen von Erwachsenen ins Strafregister eingetragen.

Häufigste Sanktion war wie im Vorjahr die bedingte Geldstrafe. Umkehrt fiel die Zahl der kurzen unbedingten Freiheitsstrafen auf einen historischen Tiefstand. Am 31. Januar 2026 waren 7119 Personen inhaftiert – so viele wie noch nie seit Beginn der Erhebung. Dies geht aus der Strafurteilsstatistik und der Statistik des Freiheitsentzugs des Bundesamtes für Statistik (BFS) hervor.

2025 wurden 111 962 Verurteilungen ins Strafregister eingetragen. Mehr als die Hälfte dieser Urteile enthielt ein Verbrechen oder Vergehen gegen das Strassenverkehrsgesetz (57 150). Von den insgesamt 38 406 Verurteilungen aufgrund des Strafgesetzbuches betrafen 48% ein Vermögensdelikt (18 422 Urteile), 12% Straftaten gegen Leib und Leben (4716) und 3% Sexualstraftaten (1116).

Kurze unbedingte Freiheitsstrafen auf neuem Allzeittief

Im Jahr 2025 fiel die Zahl der kurzen unbedingten Freiheitsstrafen auf einen historischen Tiefstand (2937). Es handelt sich um den niedrigsten Wert seit der Einführung der Geldstrafe als Ersatz für kurze Gefängnisstrafen im Jahr 2007. Seither ist die bedingte Geldstrafe die häufigste Sanktion. Sie wurde 2025 insgesamt 78 693-mal ausgesprochen und generell lediglich in 7% der Fälle widerrufen. Zusätzlich zur bedingten Geldstrafe wird fast immer eine Busse verhängt, die immer unbedingt ist.

Stabile Zahlen bei den Landesverweisungen

Im Jahr 2025 wurden 2272 Landesverweisungen ausgesprochen. Davon waren 94% obligatorische Landesverweisungen. Mehr als die Hälfte wurde für eine Dauer von mehr als fünf Jahren verhängt. 37% der betroffenen Personen waren Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union.

Mehr als 7000 Inhaftierte

Am 31. Januar 2026 waren in der Schweiz 7119 Personen inhaftiert. Es handelt sich dabei um die höchste Zahl seit 1988. Gemessen an der Wohnbevölkerung sind es jedoch weniger als vor zehn Jahren, was den Anstieg relativiert. Von den Inhaftierten befanden sich 63% im Straf- oder Massnahmenvollzug (inkl. vorzeitigem Strafantritt), 31% sassen in Untersuchungs- oder Sicherheitshaft und 6% waren aus anderen Gründen inhaftiert. Die Zahl der Haftplätze (7373) in den neunzig Justizvollzugseinrichtungen ist leicht zurückgegangen. Dadurch erhöhte sich die Belegungsrate schweizweit auf 97%.

Neu auf der Plattform Swiss Stat Explorer: Strafrechtliche Sanktionen und Rückfälle

Neu stehen nahezu alle Auswertungen der Strafurteilsstatistik auf der Datenplattform Swiss Stat Explorer zur Verfügung. Die Informationen zu Verurteilungen, verurteilten Personen, Sanktionen und Rückfällen wurden grundlegend überarbeitet, sodass die Daten flexibler und mit höherem Detaillierungsgrad abrufbar sind.

So ist es beispielsweise möglich, die Rückfallraten drei Jahre nach der Entlassung anhand der Anzahl Vorstrafen, der demografischen Merkmale (Geschlecht, Alter und Nationalität) und der Art der ursprünglichen Straftat einzusehen. Auch Angaben zur Art des Rückfalls, d. h., ob die Wiederverurteilung aufgrund der gleichen oder einer anderen Straftat erfolgt ist als im Referenzurteil, sind aufgeführt. Darüber hinaus lassen sich die Rückfälle anhand der Dauer zwischen Referenzverurteilung und neuer Straftat zeitlich einordnen.

Die unten aufgeführten Links führen zu einer Startseite mit einer Auswahl an Auswertungen. Diese lassen sich mithilfe der Filter auf der linken Seite erweitern und verfeinern. Für den Zeitraum 2007-2025 können nahezu alle Daten nach Kanton, in dem das Urteil ergangen ist, sowie nach begangenen Straftaten und soziodemografischen Merkmalen der verurteilten Personen aufgeschlüsselt werden.

Quelle: Bundesamt für Statistik BFS
Bildquelle: Symbolbild © Justizvollzugsanstalt Pöschwies

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