Ottweiler, Saarland: 22 Stunden im Dauereinsatz – Feuerwehr bezwingt Waldbrand
Polizei.news Redaktion Deutschland Polizeinews Regionen Saarland
Ein größerer Waldbrand am Wingertsweiher zwischen Ottweiler und Steinbach hat seit Donnerstagnachmittag, 13. August, zahlreiche Einsatzkräfte aus dem Landkreis Neunkirchen und darüber hinaus gefordert.
Insgesamt waren rund 510 Kräfte von Feuerwehr, Katastrophenschutz, Rettungsdienst, Deutschem Roten Kreuz, Technischem Hilfswerk, Polizei, Energieversorger und Bauhof in den Einsatz eingebunden.
Gegen 16:10 Uhr wurde die Feuerwehr Ottweiler zu einem Brand in einem Waldstück am Wingertsweiher alarmiert. Bereits auf der Anfahrt war eine weithin sichtbare Rauchwolke zu erkennen. Aufgrund der schnellen Brandausbreitung wurden frühzeitig weitere Einsatzkräfte nachalarmiert. Besonders gefragt waren geländegängige Tanklöschfahrzeuge, da das weitläufige und teilweise nur schwer zugängliche Gelände die Brandbekämpfung erheblich erschwerte.
Eine weitere Herausforderung war die Löschwasserversorgung. Über mehrere Kilometer mussten Schlauchleitungen verlegt werden, um ausreichend Löschwasser bis in das Brandgebiet zu fördern. Dazu wurden unter anderem der Wasserförderzug und der Waldbrandzug des Landkreises Neunkirchen alarmiert. Zusätzliche Unterstützung mit Personal und Spezialfahrzeugen kam aus dem Landkreis St. Wendel und dem Saarpfalz-Kreis. Auch Kräfte des Katastrophenschutzes aus den Landkreisen Neunkirchen und St. Wendel waren in den Einsatz eingebunden.
Um sich einen besseren Überblick über die weitläufige Einsatzstelle und die Ausbreitung des Feuers zu verschaffen, wurden mehrere Drohneneinheiten eingesetzt. Ihre Aufnahmen unterstützten die Einsatzleitung bei der Beurteilung der Lage und bei der Koordination der zahlreichen Kräfte. Nach mehreren Stunden intensiver Löscharbeiten zeigten die Maßnahmen erste Wirkung. Den Einsatzkräften gelang es, eine weitere Ausbreitung des Waldbrandes zu verhindern. Dennoch blieb die Lage angespannt und erforderte weiterhin einen hohen Personal- und Materialeinsatz.
Während der Löscharbeiten mussten ein nahegelegener Camping- beziehungsweise Wohnwagenstellplatz sowie eine unmittelbar angrenzende Gaststätte mit Unterstützung der Polizei vorsorglich evakuiert werden. Die starke Rauchentwicklung und die hohen Temperaturen verlangten auch den Einsatzkräften viel ab. Mehrere Feuerwehrangehörige mussten durch den Rettungsdienst medizinisch versorgt werden. Eine Einsatzkraft wurde zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.
Aufgrund der massiven Rauchentwicklung wurde eine Bevölkerungswarnung herausgegeben. Bürgerinnen und Bürger wurden aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten, Klima- und Lüftungsanlagen abzuschalten und den Bereich rund um die Einsatzstelle weiträumig zu meiden. Die Rauchwolke war weit über die Grenzen des Landkreises hinaus sichtbar.
Die B420 sowie die Zufahrt zum Wingertsweiher mussten während der Löscharbeiten vollständig gesperrt werden.
Mit Einbruch der Dunkelheit ging der Einsatz unvermindert weiter. Das Technische Hilfswerk wurde hinzugezogen, um die weitläufige Einsatzstelle auszuleuchten und damit sichere Arbeitsbedingungen während der Nacht zu schaffen. Das Deutsche Rote Kreuz unterstützte bei der medizinischen Absicherung sowie bei der Verpflegung der zahlreichen Einsatzkräfte.
Die ganze Nacht hindurch hielten die Einsatzkräfte das Feuer unter Kontrolle. Immer wieder mussten Glutnester aufgespürt und abgelöscht werden, um ein erneutes Aufflammen des Feuers zu verhindern. Am frühen Freitagmorgen wurden die Arbeiten mit schwerem Gerät und Unterstützung des Saar-Forst fortgesetzt. Die Suche und Bekämpfung versteckter Glutnester dauerte noch bis in den Mittag an.
Aufgrund des großen öffentlichen und medialen Interesses wurde außerdem der Fachzug Presse- und Medienarbeit des Landkreises Neunkirchen alarmiert und in die Einsatzorganisation eingebunden.
Landrat Sören Meng, Bürgermeister Holger Schäfer, Minister Reinhold Jost, Landesbrandinspekteur Timo Meyer und sein ständiger Vertreter Sebastian Quinten sowie Kreisbrandmeister Sascha Cattarius machten sich vor Ort ein Bild von der Lage und der Arbeit der Einsatzkräfte. Die Einsatzleitung übernahm Kreisbrandinspekteur Michael Sieslack.
Die Löscharbeiten zogen sich bis weit in den Freitag hinein. Am heutigen Freitag, 14. August, kurz nach 14 Uhr, nach 22 Stunden, konnte die Feuerwehr die Einsatzstelle schließlich an den Forst übergeben. Für die Feuerwehr war die Arbeit damit allerdings noch nicht vollständig beendet. Nach einem Einsatz dieser Größenordnung folgen umfangreiche Rückbaumaßnahmen. Kilometerlange Schlauchleitungen müssen zurückgebaut, Fahrzeuge wieder bestückt und zahlreiche Geräte, Schläuche und Ausrüstungsgegenstände gereinigt, geprüft und gewartet werden. Gleichzeitig muss die Einsatzbereitschaft für weitere Einsätze wiederhergestellt werden.
Der Waldbrand am Wingertsweiher hat allen Beteiligten viel abverlangt. Gleichzeitig hat der Einsatz gezeigt, wie wichtig eine gute Zusammenarbeit über Gemeinde-, Organisations- und Landkreisgrenzen hinweg ist. Insgesamt waren 510 Einsatzkräfte von Polizei, Rettungsdienst, THW, Energieversorger, Katastrophenschutz, Bauhof und Feuerwehr beteiligt.
Michael Sieslack, Kreisbrandinspekteur des Landkreises Neunkirchen bedanken sich bei allen beteiligten Einsatzkräften und Organisationen für die professionelle Zusammenarbeit und den hohen persönlichen Einsatz. Ein Dank gilt ebenso der Bevölkerung für das Verständnis und die Beachtung der Warnungen, Evakuierungsmaßnahmen und Straßensperrungen.
Quelle: Kreisfeuerwehrverband Neunkirchen
Bildquelle: Kreisfeuerwehrverband Neunkirchen