200 Einsatzkräfte bei Razzia: Haftbefehl und Millionenwerte vollstreckt

(Düsseldorf, Nordrhein-Westfalen). Gemeinsame Presserklärung der Staatsanwaltschaft Wuppertal und der Polizei Düsseldorf

Verdacht des Abrechnungsbetrugs im Gesundheitswesen – Landesweite Durchsuchungsmaßnahmen – Haftbefehl und Vermögensarreste in Millionenhöhe vollstreckt

Unter Federführung der Schwerpunktabteilung für die Bearbeitung von Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen und Korruptionsstrafsachen der Staatsanwaltschaft Wuppertal haben die Polizei Düsseldorf, das Hauptzollamt Düsseldorf und das Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität NRW am Donnerstag zahlreiche Durchsuchungsbeschlüsse in Nordrhein-Westfalen sowie in Hessen umgesetzt. Zugleich wurden ein Haftbefehl sowie Vermögensarreste in Höhe mehrerer Millionen Euro vollstreckt. Gegenstand der andauernden Ermittlungen ist u.a. der Verdacht des schweren Abrechnungsbetrugs im Gesundheitswesen.

Im Rahmen einer gemeinsamen Ermittlungsgruppe werden bereits seit Dezember 2025 unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Wuppertal Ermittlungen gegen insgesamt 13 Beschuldigte geführt. Gegenstand des Verfahrens sind der Verdacht des gewerbsmäßigen und bandenmäßigen Abrechnungsbetrugs im Gesundheitswesen, Geldwäschedelikte sowie Steuerdelikte und des Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt.

Nach anonymen Anzeigen führten umfangreiche und akribische Ermittlungen zu der Verdachtslage, dass die Beschuldigten gemeinschaftlich und gewerbsmäßig Leistungen für ambulante Intensivpflege gegenüber Krankenkassen abgerechnet haben, ohne dass diese tatsächlich oder vollumfänglich erbracht worden sind. Zudem sollen Leistungen nicht abrechnungsfähig gewesen sein, da diese durch nicht ausreichend qualifiziertes Personal erbracht worden sein sollen.

Die Gesamtschadenshöhe liegt nach derzeitigem Erkenntnisstand bei rund elf Millionen Euro.

Bei den Beschuldigten handelt es sich um türkische, marokkanische, ägyptische und deutsche Staatsangehörige, teils mit doppelter Staatsangehörigkeit, im Alter zwischen 20 und 54 Jahren.

Bei der konzertierten Aktion am Donnerstag, bei der über 200 Kräfte der beteiligten Behörden im Einsatz waren, wurden zeitgleich Durchsuchungsbeschlüsse in folgenden Städten vollstreckt: Düsseldorf, Dortmund, Wuppertal, Hagen Oberhausen, Gelsenkirchen, Bottrop, Lüdinghausen, Duisburg, Mettmann, Monheim, Hürth, Kelsterbach (Hessen).

In einer Wohnung in Düsseldorf wurde ein pflegebedürftiges Kind angetroffen, welches sich in einem sehr schlechten Gesundheitszustand befand. Es wurde umgehend der Rettungsdienst angefordert. Das Kind kam zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus. Der Kinderschutzbund und das Jugendamt erhielten Kenntnis.

Der Haftbefehl gegen eine 39 Jahre alte türkische Staatsangehörige wurde vollstreckt.

Gegen ihren Ehemann (44 Jahre alter Deutscher) konnte der bereits bestehende Tatverdacht erhärtet und ein Haftbefehl beantragt werden. Er wird heute dem Haftrichter vorgeführt.

In einem Objekt wurde zudem eine 54 Jahre alte Frau mit georgischer Staatsangehörigkeit angetroffen, die sich illegal in Deutschland aufhält und arbeitet. Sie wurde festgenommen.

Insgesamt wurde umfangreiches Beweismaterial in analoger und digitaler Form aufgefunden, darunter auch ein vermutlich zur Fälschung von Verordnungen genutzter Arztstempel.

Es wurden Vermögenswerte in Höhe von insgesamt 5,9 Millionen Euro arrestiert, darunter:

  • mehrere hochwertige Kraftfahrzeuge der Marken Maybach, Mercedes AMG und Lamborghini,
  • Bargeld in Höhe von etwa 51.000 Euro,
  • Gold im Wert von circa 10.000 Euro,
  • Schmuck im Wert von etwa 265.000 Euro,
  • hochpreisige Taschen im Wert von circa 16.000 Euro und hochpreisige Uhren im Wert von insgesamt etwa 140.000 Euro.

Weiterhin wurden Sicherungshypotheken in Höhe von 3,3 Millionen Euro in die Grundbücher der Immobilien der Beschuldigten eingetragen.

Zudem fanden die Beamten bei den Hauptbeschuldigten in Mettmann eine scharfe Schusswaffe mit Munition, Betäubungsmittel (Marihuana) und Anabolika. Die umfangreichen Ermittlungen dauern an.





 

Quelle: Polizei Düsseldorf
Bildquelle: Polizei Düsseldorf