Brandstiftung auf Bauernhof – Pferd stirbt in den Flammen, vier Menschen verletzt

(Kirchanschöring, BY). Ein landwirtschaftliches Anwesen ist am frühen Freitagmorgen (18. September) im Kirchanschöringer Ortsteil Kothaich in Vollbrand geraten.

Rund 130 Einsatzkräfte mehrerer Feuerwehren waren über mehrere Stunden im Einsatz. Durch das schnelle Eingreifen konnte ein Übergreifen der Flammen auf das angrenzende Wohngebäude verhindert werden. Ein Pferd kam bei dem Brand ums Leben, zwei Menschen wurden ins Krankenhaus gebracht, bei zwei weiteren reichte ein Vorortbehandlung aus. Der Sachschaden liegt nach derzeitigen Erkenntnissen im hohen sechsstelligen Bereich. Laut Polizeiangaben ging ist von einem Brandstiftungsdelikt auszugehen. Ein Mann aus dem Landkreis Traunstein daraufhin vorläufig festgenommen.

Scheune steht bei Eintreffen bereits in Vollbrand

Gegen 1.30 Uhr ging bei der Integrierten Leitstelle Traunstein zunächst die Meldung über den Brand eines Wohngebäudes mit Menschenleben in Gefahr ein. Aufgrund mehrerer eingegangener Notrufe wurde das Einsatzstichwort umgehend auf B 4 – Brand Landwirtschaft erhöht. Bei der Erkundung durch den örtlich zuständigen Kommandanten der Feuerwehr Kirchanschöring, Martin Perschl, zeigte sich, dass eine landwirtschaftlich genutzte Scheune bereits in Vollbrand stand.

Feuerwehr schützt angrenzendes Wohnhaus

Die Einsatzkräfte leiteten unmittelbar umfangreiche Lösch- und Schutzmaßnahmen ein. Neben zwei C-Rohren und einem B-Rohr wurde über die Drehleiter der Feuerwehr Waging am See eine Riegelstellung zum angrenzenden Wohngebäude aufgebaut. Damit konnte eine weitere Ausbreitung des Feuers verhindert werden.

15 Atemschutztrupps im Einsatz

Für die umfangreichen Arbeiten wurde die Einsatzstelle in vier Einsatzabschnitte gegliedert. Neben zwei Abschnitten für die Brandbekämpfung wurden eine Atemschutz-Sammelstelle sowie ein eigener Abschnitt für die Wasserversorgung eingerichtet. Zusätzlich stand für die nachrückenden Einsatzkräfte ein Bereitstellungsraum zur Verfügung, von dem aus die Einheiten gezielt an die Einsatzstelle abgerufen werden konnten.

Insgesamt gingen 15 Atemschutztrupps zur Brandbekämpfung vor. Die Löschwasserversorgung wurde über eine Löschwasserzisterne und einen Löschweiher sichergestellt. Dafür wurden vier Förderleitungen aufgebaut. Zusätzlich standen zwei Hydranten zur Verfügung. Auch die Drohne der Feuerwehr Fridolfing kam zum Einsatz. Die aus der Luft gewonnenen Bilder unterstützten die Einsatzleitung bei der Beurteilung der Lage und der Koordinierung der Einsatzmaßnahmen.

Pferd stirbt in den Flammen

In der brennenden Scheune befanden sich unter anderem mehrere Pkw und landwirtschaftliche Maschinen, die durch das Feuer zerstört wurden. Auch zwei Pferde waren in dem Gebäude untergebracht. Eines der Tiere konnte gerettet werden, ein weiteres verendete infolge des Brandes. Ein weiteres Pferd hatte sich zunächst aus dem Gefahrenbereich entfernt und konnte anschließend wieder eingefangen werden.

Vier Personen verletzt

Vier Personen wurden bei dem Brand verletzt. Eine 26-jährige Frau erlitt mittelschwere Verletzungen, ein 29-jähriger Mann wurde leicht verletzt. Beide wurden zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Zwei weitere Personen konnten durch die Mitarbeiter des Rettungsdienstes vor Ort behandelt werden.

Nachlöscharbeiten dauern an

Während des Einsatzes musste die Kreisstraße TS 25 im Bereich der Einsatzstelle gesperrt werden. In den Vormittagsstunden wurde die Drehleiter der Feuerwehr Waging am See erneut angefordert. Mit ihrer Unterstützung konnten Nachlöscharbeiten durchgeführt und das Brandobjekt mit einer Wärmebildkamera auf mögliche Glutnester kontrolliert werden. In den Mittagsstunden mussten Einsatzkräfte aus Kirchanschöring erneut ausrücken, um weitere Nachlöscharbeiten und den Dachstuhl Stück für Stück abzutragen durchzuführen. Diese Maßnahmen dauern noch an.

Einsatzleiter Martin Perschl zog gegenüber der Pressestelle des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein ein positives Fazit: „Aufgrund des zügigen Eingreifens der ehrenamtlichen Feuerwehrkräfte konnte ein größerer Schaden vom Wohnhaus abgewandt werden. Die Zusammenarbeit aller Einsatzkräfte funktionierte einwandfrei.“

Rund 130 Einsatzkräfte vor Ort

Im Einsatz standen die Feuerwehren Kirchanschöring, Lampoding, Petting, Fridolfing, Waging am See und Traunstein mit rund 130 Einsatzkräften. Unterstützt wurden sie durch Kreisbrandrat Christof Grundner, Kreisbrandmeister Hans Heinrich und Fach-Kreisbrandmeister Atemschutz Stefan Thurner.

Neben den Feuerwehren waren Kräfte der Polizei, drei Rettungswagenbesatzungen, ein Notarzteinsatzfahrzeug, der Einsatzleiter Rettungsdienst sowie zwei Fahrzeuge der Schnelleinsatzgruppe Transport aus Teisendorf und Tittmoning und ein Fachberater des THW vor Ort.

Verdacht auf schwere Brandstiftung

Die Brandursache und die genaue Schadenshöhe sind Gegenstand der Ermittlungen der Kriminalpolizei Traunstein. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd wird der Sachschaden derzeit auf einen hohen sechsstelligen Eurobetrag geschätzt. Im Zuge der ersten Ermittlungen ergaben sich Hinweise auf ein vorsätzliches Brandstiftungsdelikt. Ein 24-jähriger Mann aus dem Landkreis Traunstein wurde daraufhin vorläufig festgenommen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Traunstein erließ ein Richter Untersuchungshaft wegen des Verdachts der schweren Brandstiftung. Die weiteren Ermittlungen dauern an. Hob/TP

 

Quelle: Kreisfeuerwehrverband Traunstein
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