Tiefgaragen-Alarm: 40 Feuerwehrleute üben Menschenrettung nach simulierter Verpuffung
Polizei.news Redaktion Bayern Deutschland Polizeinews Regionen
(Kammer, Bayern). Rund 40 Aktive der Feuerwehren Kammer und Otting haben bei einer gemeinsamen Einsatzübung die Brandbekämpfung und Menschenrettung in einer Tiefgarage trainiert.
Angenommen wurde eine Verpuffung in der Tiefgarage eines Mehrfamilienhauses unmittelbar neben dem Feuerwehrhaus in Neukammer. Für die Einsatzkräfte galt es, unter realitätsnahen Bedingungen mehrere vermisste Personen zu finden und gleichzeitig die Ausbreitung von Rauch und Wärme zu verhindern.
Bereits kurz nach Beginn der Übung gingen mehrere Atemschutztrupps in die stark verrauchte Tiefgarage vor. Unter erschwerten Sichtbedingungen suchten die Einsatzkräfte das Objekt systematisch ab und konnten dabei zwei Übungspuppen innerhalb kurzer Zeit auffinden und ins Freie bringen. Die Menschenrettung bildete dabei einen Schwerpunkt der Übung.
Ein weiterer Fokus lag auf der Entrauchung der Tiefgarage. Ziel war es, den angenommenen Brandrauch sowie die im Objekt entstandene Wärme möglichst schnell aus dem Gebäude zu bekommen und damit die Bedingungen für die vorgehenden Atemschutztrupps zu verbessern. Hierzu kamen zwei Überdrucklüfter zum Einsatz, mit denen die Einsatzkräfte gezielt für eine entsprechende Luftströmung und eine möglichst rasche Entrauchung sorgten.
Parallel zu Brandbekämpfung und Menschenrettung waren weitere Einsatzaufgaben abzuarbeiten. So mussten die Bewohner der angrenzenden Mehrfamilienhäuser vor den Gefahren durch Rauch und Brand gewarnt werden. Zudem galt es, eine ausreichende Wasserversorgung über das örtliche Hydrantennetz aufzubauen und für die Einsatzmaßnahmen bereitzustellen. Auf Grund der einsetzenden Dunkelheit musste die Einsatzstelle auch großflächig ausgeleuchtet werden.
Nach rund einer Stunde war das Übungsszenario erfolgreich abgearbeitet. Im Anschluss gab Kreisbrandmeister Albert Rieder den Einsatzkräften eine Rückmeldung zum Übungsverlauf. „Mit dem Ablauf der Übung bin ich insgesamt sehr zufrieden. Es hat gut funktioniert und es gab insgesamt nur nur wenige Punkte, bei denen noch Verbesserungsmöglichkeiten bestehen.“ Gleichzeitig hob er in seinen Ausführungen hervor, dass es ein durchaus herausforderndes Szenario gewesen sei, dass die Teilnehmer zu bewältigen hatten.
Auch der Kammerer Kommandant Alois Wimmer zog ein positives Fazit. Besonders erfreulich sei, dass mit der Feuerwehr Otting wieder einmal eine gemeinsame Übung durchgeführt werden konnte. „Gerade bei gemeinsamen Einsätzen ist es wichtig, dass man die Abläufe und die Zusammenarbeit miteinander kennt. Solche Übungen helfen dabei, die Zusammenarbeit weiter zu verbessern und im Ernstfall schnell und effektiv handeln zu können“, so der Kammerer Aktivenchef.
Vorbereitet und ausgearbeitet wurde die Übung vom stellvertretenden Kommandanten Tobias Heigermoser und dem Atemschutzbeauftragten Franz Maier. Beide hatten ein Szenario entwickelt, bei dem neben der Brandbekämpfung insbesondere die Menschenrettung, der Atemschutzeinsatz, die Entrauchung und die Zusammenarbeit der beiden Feuerwehren gefordert waren.
Kameradschaftlicher Abschluss mit Wettschulden
Nach dem fachlichen Teil der Übung stand noch ein etwas geselligerer Programmpunkt auf dem Plan. Die Kammerer Feuerwehr löste dabei ihre „Wettschulden“ bei den Kameraden aus Otting ein und spendierte seitens des Feuerwehrvereins eine gemeinsame Brotzeit. Hintergrund war die Baumpflanzchallenge, bei der die Feuerwehr Kammer von den Kameraden aus Otting zur Pflanzung eines Baumes nominiert worden war. Die Kammerer schafften es allerdings nicht, den Baum innerhalb der vorgegebenen Wochenfrist zu pflanzen – und damit war die vereinbarte Brotzeit fällig.
Der Baum wurde inzwischen dennoch gepflanzt. Gemeinsam mit den Feuerwehren Haslach, Hochberg und Traunstein setzten die Kammerer den Baum am Sportplatz der DJK. Allerdings erfolgte die Pflanzung erst nach Ablauf der gesetzten Frist – die Wettschulden blieben damit bestehen.
Bei Grillfleisch und verschiedenen Salaten ließen die Feuerwehrleute aus Kammer und Otting den Abend schließlich in geselliger Runde ausklingen. Neben dem Übungserfolg stand damit auch die Pflege der kameradschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Nachbarwehren im Mittelpunkt. Hob
Quelle: Kreisfeuerwehrverband Traunstein
Bildquelle: Kreisfeuerwehrverband Traunstein