Falsche Polizisten am Telefon: Betrüger wollen Bargeld und Schmuck – Polizei warnt vor Welle

(Vorarlberg, Österreich). Der Polizei Vorarlberg wurden in den letzten Tagen vermehrt betrügerische Anrufe gemeldet.

Im Konkreten geben sich die Betrüger als Polizisten oder Kriminalbeamte aus.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Anrufer geben sich als Polizisten oder Kriminalbeamte aus.
  • Sie behaupten, in der Nachbarschaft habe es Einbrüche oder andere Straftaten gegeben.
  • Im Gespräch versuchen sie herauszufinden, wie viel Bargeld, Schmuck oder sonstige Vermögenswerte vorhanden sind.
  • Liegt das Geld auf einem Konto, behaupten die Täter teilweise, Bankmitarbeiter seien korrupt.
  • Die Polizei verlangt am Telefon niemals die Herausgabe von Geld, Schmuck oder anderen Vermögenswerten.
  • Verdächtige Gespräche sofort beenden und die Polizei über eine selbst gewählte, bekannte Nummer kontaktieren.

Betrüger geben sich als Polizisten aus

Im Verlauf des Telefonats wird das Opfer darüber informiert, dass in der Nachbarschaft Einbrüche bzw. eine Straftat stattgefunden hätten und nunmehr alle Wertgegenstände gesichert werden sollten.

Auf diese Weise erlangen die Betrüger Kenntnis davon, über wieviel Barvermögen und/oder Wertgegenstände die Opfer verfügen.

Zusammengefasst beschrieben gelingt es der Täterschaft immer wieder, durch geschickte Gesprächsführung von den Opfern hohe Bargeldbeträge oder Wertgegenstände herauszulocken.

„Die Bankmitarbeiter sind korrupt“

Falls die Angerufenen am Telefon bekannt geben, dass sich lediglich Geld auf dem Bank/Sparkonto befindet, geben die Trickbetrüger dem Opfer gegenüber an, dass die Bankmitarbeiter korrupt seien und das Geld auf der Bank nicht sicher sei.

Alarmzeichen: Bei diesen Sätzen sofort misstrauisch werden

  • „In Ihrer Nachbarschaft sind Einbrecher unterwegs.“
  • „Wir müssen Ihr Bargeld oder Ihren Schmuck in Sicherheit bringen.“
  • „Sagen Sie uns, wie viel Geld Sie zu Hause haben.“
  • „Wie hoch ist Ihr Bankguthaben?“
  • „Ihre Bank oder einzelne Bankmitarbeiter sind in den Fall verwickelt.“
  • „Sie dürfen mit niemandem über diesen Einsatz sprechen.“
  • „Bleiben Sie am Telefon und folgen Sie genau unseren Anweisungen.“
  • „Ein Kollege kommt vorbei und holt die Wertsachen ab.“

Spätestens bei Forderungen nach Geld, Gold, Schmuck oder Informationen über Vermögenswerte gilt: Gespräch beenden.

Die Kriminalpolizei warnt eindringlich und rät

  • Die Polizei wird am Telefon nie die Ausfolgung von Geld/Schmuck bzw. Vermögenswerte verlangen!
  • Dubiose Telefonate sofort beenden
  • Geben Sie am Telefon keine Informationen über Wertgegenstände, vorhandenem Bargeld oder Bankguthaben bekannt
  • Erfragen Sie den Namen des Anrufers und die telefonische Erreichbarkeit
  • Rufen Sie die Polizei auf der Ihnen bekannten Rufnummer zurück
  • Sprechen Sie mit Angehörigen über das Telefonat

Prävention: So funktioniert der Trick psychologisch

Die Täter versuchen nicht nur, glaubwürdig wie Polizisten zu wirken. Sie bauen gezielt eine Situation auf, in der das Opfer möglichst wenig Zeit zum Nachdenken hat. Typisch sind angebliche Einbrüche in der Umgebung, geheime Ermittlungen oder die Behauptung, das eigene Vermögen müsse sofort geschützt werden.

Besonders perfide ist der Versuch, andere Vertrauenspersonen auszuschalten. Behaupten die Täter etwa, Bankmitarbeiter seien korrupt oder Angehörige dürften wegen „laufender Ermittlungen“ nicht informiert werden, soll das Opfer von Menschen isoliert werden, die den Betrug erkennen könnten.

Genau deshalb ist eine Unterbrechung des Gesprächs so wichtig: Auflegen, eine Vertrauensperson kontaktieren und die Geschichte unabhängig überprüfen.

Achtung: Die angezeigte Telefonnummer kann gefälscht sein

Das österreichische Bundeskriminalamt warnt davor, sich allein auf die Nummer im Telefondisplay zu verlassen. Betrüger können mit sogenanntem Call-ID-Spoofing eine andere Telefonnummer anzeigen lassen als jene, von der tatsächlich angerufen wird.

Darum richtig zurückrufen

Nicht einfach die angezeigte Nummer zurückrufen und auch keine vom Anrufer genannte Nummer verwenden. Das Gespräch vollständig beenden und die Polizei selbst über eine bekannte beziehungsweise eigenständig recherchierte offizielle Nummer kontaktieren.

In Österreich kann bei Zweifeln die Polizei über die Servicenummer +43 59 133 kontaktiert werden. In einer akuten Situation gilt der Polizeinotruf 133.

Wenn die Täter behaupten, die Bank sei korrupt

Gerade diese Behauptung soll verhindern, dass das Opfer mit einem Bankmitarbeiter über eine ungewöhnliche Bargeldbehebung spricht.

Das Bundeskriminalamt empfiehlt ausdrücklich, Warnungen von Bankmitarbeitern ernst zu nehmen. Wer aufgrund eines solchen Anrufs plötzlich eine grössere Summe abheben soll, sollte der Bank offen sagen, weshalb das Geld benötigt wird.

Die einfachste Sicherheitsregel

Kein echter Polizist verlangt am Telefon, dass Sie Bargeld, Gold oder Schmuck bereitstellen und einem Abholer übergeben.

Das gilt auch dann, wenn der Anrufer Ihren Namen kennt, sehr professionell auftritt, angebliche Dienststellen nennt oder auf Ihrem Display eine glaubwürdig wirkende Telefonnummer erscheint.

Was Angehörige jetzt tun können

Die Polizei weist darauf hin, dass insbesondere ältere Menschen von der Masche betroffen sein können. Angehörige können deshalb wesentlich zur Prävention beitragen.

  • Die Betrugsmasche frühzeitig mit Eltern und Grosseltern besprechen.
  • Eine klare Familienregel vereinbaren: Geld und Schmuck werden niemals aufgrund eines Telefonanrufs übergeben.
  • Wichtige Telefonnummern gut sichtbar beim Telefon hinterlegen.
  • Vereinbaren, dass bei ungewöhnlichen Geldforderungen immer zuerst ein Angehöriger angerufen wird.
  • Darauf hinweisen, dass niemand sich schämen muss, wenn ein Betrüger überzeugend gewirkt hat.
  • Auch einen blossen Betrugsversuch ernst nehmen und der Polizei melden.

Was tun, wenn bereits Geld oder Schmuck übergeben wurde?

Dann zählt jede Minute. Das österreichische Bundeskriminalamt empfiehlt, sofort den Polizeinotruf 133 zu verständigen und möglichst genaue Angaben zum Abholer, zu dessen Kleidung, Fahrzeug und Fluchtrichtung zu machen.

Auch eine angezeigte Telefonnummer sowie Zeitpunkt und Ablauf des Telefonats können für die Ermittlungen wichtig sein.

Merksatz für den Kühlschrank oder neben dem Telefon

Auflegen – niemandem Geld geben – Vertrauensperson anrufen – Polizei selbst kontaktieren.

Derzeit besonders viele Anrufe

Erfahrungsgemäss gibt es bei derartigen Anrufen kurzzeitige Phasen, in denen diese besonders gehäuft stattfinden.

Deshalb ersucht die Polizei Vorarlberg um Veröffentlichung der Warnmeldung zur aktuellen Serie von Anrufen, um die Bevölkerung auf die derzeitige Betrugsmasche aufmerksam zu machen bzw. diese dafür zu sensibilisieren.

Weitere Hinweise zu aktuellen Betrugsmaschen und Schutzmöglichkeiten finden Sie auch bei Polizei.news Prävention sowie auf Cyberpolice.ch.

 

Quelle: Polizei Vorarlberg (ergänzt mit Präventionshinweisen des österreichischen Bundeskriminalamts)
Bildquelle: Symbolbild © MAYA LAB/Shutterstock.com