Atemschutztrupps retten drei Vermisste: Feuerwehr trainiert für den Ernstfall

(Taching am See, Bayern). Dichter Rauch, vermisste Personen und ein angenommener Brand in einer Hackschnitzelheizung.

Bei einer gemeinsamen Einsatzübung an der Hofmühle Angerpointner mussten die Freiwilligen Feuerwehren Taching am See und Tettenhausen kürzlich ihr Können unter Beweis stellen. Rund 30 Feuerwehrleute rückten mit mehreren Fahrzeugen an, um die Lage unter Kontrolle zu bringen und mehrere Menschen aus dem Gefahrenbereich zu retten.

Mit dem Alarmstichwort „B3 – Brand im Gebäude“ begann die Übung. Vor Ort erkundeten die Einsatzkräfte rund um den Tachinger Kommandanten und Einsatzleiter Michael Lechner eine unklare Rauchentwicklung im Bereich der Hackschnitzelheizung des landwirtschaftlichen Anwesens.






Zwei Personen wurden im stark verrauchten Gebäude vermisst – jede Minute zählte, um schnell zu den Personen vorzudringen. Während die ersten Atemschutztrupps zur Personensuche und Menschenrettung ins Gebäude vorgingen, liefen draußen bereits die nächsten Maßnahmen an.

Aufbau einer Wasserversorgung und Atemschutzeinsatz

Parallel bauten weitere Feuerwehrleute die Löschwasserversorgung vom Tachinger Mühlbach auf. Über eine rund 100 Meter lange Schlauchleitung wurde Wasser zur Einsatzstelle gefördert. Gleichzeitig gingen die Kräfte von außen mit drei Strahlrohren gegen den angenommenen Brand vor. Während im Inneren die Suche nach den Vermissten mit bis zu drei Atemschutztrupps lief, mussten die Einsatzkräfte im Außenbereich die Wasserversorgung sicherstellen und die Brandbekämpfung koordinieren.



Doch damit war die Lage noch nicht unter Kontrolle. Im weiteren Übungsverlauf wurde eine dritte Person im Obergeschoss im Bereich des Hackschnitzelbunkers vermisst. Erneut ging ein Atemschutztrupp in das Gebäude vor und brachte auch diese Person ins Freie. Die beiden zuerst geretteten Personen wurden zur Verletztensammelstelle gebracht und dort erstversorgt.



Nachdem der Brand als gelöscht angenommen worden war, begann die Nachkontrolle. Mithilfe eines Hochleistungslüfters wurde das Gebäude entraucht. Anschließend suchten die Einsatzkräfte mit einer Wärmebildkamera gezielt nach möglichen Glutnestern, um ein erneutes Aufflammen des Feuers auszuschließen.



Nach rund eineinhalb Stunden waren alle Übungsziele erreicht und seitens der Übungsleitung konnte das „Übungsende“ verkündet werden. Tachings zweiter stellvertretender Kommandant Andreas Thaller zeigte sich für die Vorbereitung und Organisation der Übung verantwortlich.



Hand in Hand für den Ernstfall

Kreisbrandmeister Georg Fleischer beobachtete das Übungsgeschehen und zeigte sich mit dem Ablauf insgesamt zufrieden. „Die Tachinger und Tettenhausener Feuerwehren haben bei dieser Übung einmal mehr bewiesen, dass sie sehr gut zusammenarbeiten und sowohl personell als auch technisch bestens für Ernstfälle gerüstet sind“, lautete sein positives Fazit.



Solche gemeinsamen Übungen sind ein wichtiger Bestandteil der Feuerwehrausbildung. Sie helfen dabei, Abläufe zu festigen, die Kommunikation zwischen den Wehren zu verbessern und auch unter anspruchsvollen Bedingungen sicher und zielgerichtet zusammenzuarbeiten. Denn im realen Einsatz müssen Handgriffe sitzen und Entscheidungen schnell getroffen werden – besonders dann, wenn Menschenleben in Gefahr sind.



Zum Abschluss kamen die Feuerwehrangehörigen bei einer gemeinsamen Brotzeit zusammen, die von der Gemeinde Taching am See spendiert wurde. Einen besonderen Dank richteten die Verantwortlichen dabei an die Familie Angerpointner, die ihr Anwesen als Übungsobjekt zur Verfügung gestellt hatte. Ebenso würdigte der Kreisbrandmeister alle Feuerwehrangehörigen, die in ihrer Freizeit unzählige Übungsstunden leisten und rund um die Uhr bereitstehen, um anderen Menschen in Not zu helfen. Hob

 

Quelle: Kreisfeuerwehrverband Traunstein
Bildquelle: Stefan Linde / Jana Mayer, Feuerwehr Taching