Schweiz und Liechtenstein vertiefen Kooperation: Neue Pläne für zwei Grenzzentren

(Vaduz, Liechtenstein). Die Direktorin des Bundesamts für Polizei (fedpol), Eva Wildi-Cortés, traf sich am Mittwoch (28.10.2026) in Vaduz mit Polizeichef Jules Hoch zu einem Arbeitstreffen.

Im Mittelpunkt standen die gute und langjährige Polizeikooperation zwischen der Schweiz und Liechtenstein sowie die gemeinsamen Interessen beider Länder bei Europol.

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Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ort: Vaduz, Liechtenstein.
  • Datum: Mittwoch, 28. Oktober 2026.
  • Teilnehmer: Fedpol-Direktorin Eva Wildi-Cortés und Polizeichef Jules Hoch.
  • Schwerpunkt: Langjährige Polizeikooperation zwischen der Schweiz und Liechtenstein.
  • Europol: Austausch über gemeinsame Interessen beider Schengen-assoziierten Staaten.
  • Polizeikooperationszentren: Optimierungsmöglichkeiten für Basel und Schaanwald werden geprüft.
  • Auftraggeber: Schweizerischer Bundesrat.
  • Weiterer Termin: Höflichkeitsbesuch bei Innenminister Hubert Büchel.

Schweiz und Liechtenstein würdigen langjährige Polizeikooperation

Im Gespräch würdigten die fedpol-Direktorin und der Polizeichef die bewährte Zusammenarbeit der Polizeibehörden beider Staaten. Darüber hinaus tauschten sie sich über die gemeinsamen Interessen der Schweiz und Liechtensteins als assoziierte Schengen-Staaten bei Europol aus.


Treffen von Regierungsrat Hubert Büchel mit Eva Wildi-Cortés, Direktorin von fedpol (Foto: IKR/Michael Zanghellini)

Polizeikooperationszentren in Basel und Schaanwald im Fokus

Ein weiteres Thema bildete der Auftrag des Schweizer Bundesrats, Optimierungsmöglichkeiten für die Polizeikooperationszentren in Basel und Schaanwald zu prüfen. Die fedpol-Direktorin informierte den Polizeichef über den Auftrag sowie den aktuellen Stand der entsprechenden Abklärungen.

Fedpol-Direktorin besucht Liechtensteins Innenminister

Im Rahmen ihres Aufenthalts stattete Eva Wildi-Cortés zudem Innenminister Hubert Büchel einen Höflichkeitsbesuch im Regierungsgebäude ab.

 

Quelle: Landespolizei Liechtenstein
Bildquelle: Landespolizei Liechtenstein


Polizei.news informiert | Internationale Polizeikooperation

Gemeinsam gegen grenzüberschreitende Kriminalität: So funktioniert die Polizeikooperation

Organisierte Kriminalität, Cyberangriffe und internationale Fahndungen enden nicht an Landesgrenzen. Deshalb arbeiten nationale Polizeibehörden eng mit ihren Partnern im Ausland zusammen. Für die Schweiz und Liechtenstein spielen dabei der Informationsaustausch, europäische Fahndungssysteme und gemeinsame Koordinationsstellen eine wichtige Rolle.

1. Europol unterstützt die internationale Zusammenarbeit

Europol ist die Agentur der Europäischen Union für die Zusammenarbeit im Bereich der Strafverfolgung. Sie unterstützt nationale Behörden unter anderem bei der Bekämpfung schwerer organisierter Kriminalität, von Cyberkriminalität und Terrorismus. Die Schweiz arbeitet auf Grundlage eines Kooperationsabkommens mit Europol zusammen, das am 1. März 2006 in Kraft trat. Dadurch können die zuständigen Behörden Informationen und Fachwissen austauschen.

2. Schengen erleichtert internationale Fahndungen

Die Schengen-Zusammenarbeit ermöglicht den beteiligten Staaten den Austausch bestimmter Fahndungsinformationen. Eine wichtige Rolle spielt das Schengener Informationssystem (SIS). Darin können beispielsweise Ausschreibungen zu gesuchten oder vermissten Personen sowie zu gestohlenen Gegenständen erfasst werden. Die Schweiz und Liechtenstein sind beide Schengen-assoziierte Staaten und nutzen die entsprechenden Instrumente der polizeilichen Zusammenarbeit.

3. Gemeinsame Zentren erleichtern die Arbeit über Grenzen hinweg

In Zentren für Polizei- und Zollzusammenarbeit arbeiten Fachpersonen verschiedener Länder und Behörden eng zusammen. Sie unterstützen den Informationsaustausch, grenzüberschreitende polizeiliche Massnahmen und kriminalpolizeiliche Analysen. Die Schweiz betreibt bereits solche Zentren mit Frankreich in Genf und mit Italien in Chiasso. Der Ausbau der grenzpolizeilichen Verbindungsbüros in Basel und Schaanwald zu entsprechenden Kooperationszentren wird geprüft.

Gut zu wissen: Schengen und Europol sind nicht dasselbe. Schengen umfasst unter anderem Regeln zum grenzüberschreitenden Reiseverkehr und zur polizeilichen Zusammenarbeit. Europol ist hingegen eine EU-Agentur, die Strafverfolgungsbehörden bei der Bekämpfung internationaler Kriminalität unterstützt.

Was bedeutet das für die Bevölkerung? Grenzüberschreitende Polizeikooperation hilft beispielsweise dann, wenn gesuchte Personen Landesgrenzen überqueren, gestohlene Gegenstände ins Ausland gelangen oder Ermittlungen mehrere Staaten betreffen. Die Zusammenarbeit soll den beteiligten Behörden ermöglichen, Informationen schneller auszutauschen und ihre Massnahmen besser aufeinander abzustimmen.

Wichtig zur Einordnung: Die Prüfung zusätzlicher beziehungsweise ausgebauter Polizeikooperationszentren bedeutet noch nicht, dass ihre Umsetzung bereits beschlossen ist. Der Bundesrat hat weitere Abklärungen zur möglichen Ausgestaltung in Auftrag gegeben.


 

Quelle Infobox: Polizei.news-Redaktion

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