Zoll und Polizei im Großeinsatz gegen Schwarzarbeit und illegale Strukturen
Polizei.news Redaktion Deutschland Polizeinews Regionen Sachsen
(Leipzig, Sachsen). Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamtes Dresden führte am 2. November 2026 in Leipzig Kontrollen auf der Grundlage des § 2 Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetzes durch.
Die verdachtsunabhängigen Prüfungen richteten sich gegen Schwarzarbeit und illegale Beschäftigungsverhältnisse in Branchen mit besonderer Risikogeneigtheit zur Clankriminalität. Seit den Nachmittagsstunden wurden insgesamt zwölf Objekte vor allem im Leipziger Osten kontrolliert. Dabei handelte es sich um Bars, Shishabars und Geschäfte des Einzelhandels.
Vor Ort ergaben sich in mehreren Fällen Verdachtsmomente, die im Nachgang einer weiteren Prüfung durch die Finanzkontrolle Schwarzarbeit bedürfen. Dies betrifft u.a. das Vorenthalten/ Veruntreuen von Arbeitsentgelt, Betrug und Sofortmeldeverstöße.
Neben der Feststellung von Verstößen ging es bei diesem Einsatz insbesondere darum, delikts- und behördenübergreifend Erkenntnisse über Clanaktivitäten und unrechtmäßige Strukturen zu gewinnen.
Folgerichtig nahmen neben verschiedenen Einheiten des Zolls das Landeskriminalamt Sachsen, die Bundespolizei, die Steuerfahndung, die Polizeidirektion Leipzig sowie der Stadtordnungsdienst an den Kontrollen teil. Insgesamt waren rund 200 Kräfte gemeinsam im Einsatz.
Im Rahmen der Prüfmaßnahmen wurden in Zuständigkeit der jeweiligen Behörden unterschiedliche straf-, finanz-, aufenthalts- sowie ordnungsrechtliche Verstöße festgestellt und entsprechende Verfahren eingeleitet. Darunter fallen auch mehrere Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, das Waffengesetz, das Tabaksteuergesetz sowie gegen ausländerrechtliche Vorschriften. Beispielhaft seien genannt:
- Verstöße gegen das Betäubungsmittel- sowie das Konsumcannabisgesetz in sieben Fällen
- acht Verstöße gegen ausländerrechtliche Vorschriften
- drei Verstöße gegen das Waffengesetz.
In einem Objekt wurden durch Kräfte des Zolls insgesamt sechs Kilogramm unversteuerter Wasserpfeifentabak sichergestellt. In 122 Fällen waren Identitätsfeststellungen erforderlich.
Zudem erfolgte in einem Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Leipzig wegen des Verdachts des Handeltreibens mit Betäubungsmitteln die Durchsuchung eines Gewerbeobjektes in der Eisenbahnstraße. Hierbei wurden größere Mengen an Betäubungsmitteln aufgefunden, die weitere Bearbeitung erfolgt durch das Landeskriminalamt Sachsen.
Zusatzinformation:
Seit 2023 besteht eine gemeinsame Task Force Clan unter Leitung des Landeskriminalamtes Sachsen, der die Ermittlungseinheiten des Hauptzollamtes Dresden, des Zollfahndungsamtes, der Bundespolizeidirektion Pirna, der Polizeidirektion Leipzig, der Bereitschaftspolizei Sachsen sowie des Landesamtes für Steuern und Finanzen angehören.
Deren Aufgabe besteht in der behördenübergreifenden systematischen Betrachtung sicherheitsrelevanter Entwicklungen, in der Erstellung von Analysen und der Auswertung krimineller Strukturen, die dem Phänomenbereich Clankriminalität zugeordnet werden können. Der regionale Fokus liegt dabei zunächst auf dem Großraum Leipzig.
Quelle: Hauptzollamt Dresden
Bildquelle: Hauptzollamt Dresden
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