30 Überweisungen, kein Gewinn: Falscher Anlageberater bringt 54-Jährigen um viel Geld
Polizei.news Redaktion Burgenland Österreich Polizeinews Regionen
Burgenland (Österreich). Ein 54-jähriger Österreicher ist Opfer eines schweren Internet-Anlagebetruges geworden. Zwischen 2023 und 2026 tätigte er insgesamt 30 Überweisungen und verlor einen Betrag im mittleren fünfstelligen Eurobereich.
Ein unbekannter Täter hatte sich als Anlageberater ausgegeben. Als der Mann Teile seines angeblichen Gewinns ausgezahlt haben wollte, verlangte der Betrüger eine weitere Einzahlung. Auch danach erhielt das Opfer kein Geld zurück.
Überweisungen auf Konten in mehreren Ländern
Nach Angaben des Opfers begann der Kontakt im Jahr 2023, nachdem der Mann auf eine Internetseite aufmerksam geworden war. Der unbekannte Täter stellte sich als Anlageberater vor.
In der Folge überwies der 54-Jährige wiederholt Geld auf unterschiedliche Konten in Deutschland, der Schweiz und England. Die weitere Kommunikation erfolgte ausschließlich über Nachrichten und Telefonate via WhatsApp.
Zwischenzeitlich verlangte das Opfer die Auszahlung eines Teils seines angeblichen Gewinns. Der Täter erklärte daraufhin, dass dafür zunächst eine weitere Einzahlung erforderlich sei. Der Mann kam dieser Aufforderung nach. Eine Auszahlung erfolgte jedoch nicht. Schließlich erstattete er Anzeige bei der Polizei.
Diese Warnsignale sollten Anleger ernst nehmen
- Unklare Zulassung: Der Anbieter lässt sich nicht zuverlässig einer zuständigen Finanzaufsichtsbehörde zuordnen. Unternehmensangaben oder ein nachvollziehbares Impressum fehlen.
- Unrealistische Gewinnversprechen: Angeblich hohe, schnelle und risikofreie Renditen sollen zur Einzahlung verleiten.
- Druck durch vermeintliche Berater: Häufige Kontaktversuche und Zeitdruck sollen schnelle Entscheidungen erzwingen. Bei kritischen Fragen reagieren die Kontaktpersonen ausweichend oder aggressiv.
- Angezeigte Scheingewinne: Wachsende Guthaben im Benutzerkonto können manipuliert oder frei erfunden sein. Die Anzeige allein belegt keine tatsächliche Geldanlage.
- Hürden bei Auszahlungen: Auszahlungswünsche werden ignoriert, verzögert oder von zusätzlichen Zahlungen und immer neuen Bedingungen abhängig gemacht.
Anbieter prüfen und keine weiteren Zahlungen leisten
Vor einer Investition sollten Anleger die Zulassung des Anbieters bei der zuständigen Finanzaufsicht prüfen. In Österreich bietet die Finanzmarktaufsicht FMA dafür eine Unternehmensdatenbank und Warnmeldungen an. Auch unabhängige Berichte und Warnungen können bei der Prüfung helfen.
Wichtig sind nachvollziehbare Unternehmensangaben, eine transparente Gebührenstruktur und ein überprüfbares Verfahren zur Identitätsfeststellung. Ein professioneller Internetauftritt oder eine unkomplizierte Kontoeröffnung allein belegen keine Seriosität.
Unerwartete Anrufe und Nachrichten angeblicher Finanzberater sollten kritisch hinterfragt werden. Lassen Sie sich weder durch persönliche Zuwendung noch durch Zeitdruck zu Überweisungen bewegen. Gewähren Sie unbekannten Personen keinen Fernzugriff auf Computer, Mobiltelefon oder Bankkonto.
Wer für die Freigabe eines angeblichen Gewinns erneut Geld überweisen soll, sollte keine weiteren Zahlungen leisten.
Beweise sichern und Anzeige erstatten
Betroffene sollten sich umgehend an eine Polizeidienststelle wenden. Sichern Sie Chatverläufe, Internetadressen, E-Mails, Telefonnummern, Überweisungsbelege sowie Screenshots der Plattform und des Benutzerkontos. Bringen Sie nach Möglichkeit auch das verwendete Mobiltelefon oder den Laptop zur Anzeigeerstattung mit.
Die Polizei warnt zudem vor sogenannten Rückholbetrügern: Diese können sich noch Monate nach der Tat melden und vorgeben, verlorenes Vermögen zurückholen zu können.
Quelle: Landespolizeidirektion Burgenland
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Quelle Infobox: Polizei.news-Redaktion