Schweizer Armee: Mit 21 auf dem Weg zum Leutnant – statt ins Medizinstudium

Eigentlich wollte Svenja Dieckmann Medizin studieren. Doch ein Erste-Hilfe-Lager brachte vieles ins Rollen.

Heute ist die 21-Jährige Wachtmeister in der Sanität der Schweizer Armee, absolviert die Offiziersschule und ist auf dem Weg zum Leutnant. Im Podcast #IchBinDabei spricht sie offen über Führung, mentale Herausforderungen und Kameradschaft.

Mit 21 Jahren bereits Verantwortung übernehmen, Menschen führen und Entscheidungen unter Druck treffen – für Svenja Dieckmann gehört das mittlerweile zum Alltag. Der junge Wachtmeister der Schweizer Armee befindet sich aktuell in der Offiziersschule und ist auf dem Weg zum Leutnant. Dabei hatte ihr ursprünglicher Plan ganz anders ausgesehen: Eigentlich wollte sie Medizin studieren.

Manchmal kommt es anders

Der Wendepunkt kam im Sommer 2024. Während der Vorbereitung auf das Medizinstudium besuchte Svenja ein Erste-Hilfe-Jugendlager des Schweizerischen Militär-Sanitäts-Verbands. Dort kam sie erstmals intensiv mit der Welt der Armee in Kontakt. Besonders beeindruckten sie die Struktur, die Kameradschaft und die Möglichkeit, medizinisches Wissen praktisch anzuwenden.

Kurz darauf meldete sie sich eigenständig für einen Orientierungstag der Armee an. Obwohl sie in ihrem Umfeld kaum Berührungspunkte mit dem Militär hatte und ihre Familie der Entscheidung zunächst kritisch gegenüberstand, war für Svenja schnell klar: Diesen Weg möchte sie gehen.

Im Sommer 2025 startete sie ihre Rekrutenschule bei der Sanität. Heute blickt sie auf intensive Monate zurück – geprägt von Märschen, Schichtbetrieb, Führungsverantwortung und zahlreichen mentalen Herausforderungen. Besonders die Arbeit als Notfallspezialistin fasziniert sie bis heute. In Sanitätshilfestellen triagiert sie Verletzte, unterstützt Ärztinnen und Ärzte bei Notfalleinsätzen und erlebt täglich, wie wichtig Teamarbeit und Vertrauen sind.

Im Podcast spricht Svenja offen darüber, wie sie als Frau ihren Platz in einem oft männlich geprägten Umfeld gefunden hat. Sie erzählt von Momenten, in denen sie sich beweisen musste, aber auch von starken Vorbildern innerhalb der Armee. Besonders inspirierend waren für sie weibliche Vorgesetzte, die Führungsstärke mit Empathie und Klarheit kombinierten.

Die Armee als riesiges Lernfeld

Für Svenja ist die Armee weit mehr als nur eine militärische Ausbildung. „Die Armee ist ein riesiges Lernfeld. Man lernt enorm viel über sich selbst und darüber, wie man mit Situationen umgeht.“ Der Umgang mit unterschiedlichsten Menschen, das Arbeiten unter Druck und die Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen, seien Erfahrungen, die sie auch ins zivile Leben mitnehmen werde. „Man ist in der Armee nie alleine. Man ist aufeinander angewiesen und schafft es nur gemeinsam.“

Gleichzeitig verschweigt sie nicht, dass es schwierige Momente gibt. Gerade körperliche Belastungen, Schlafmangel oder Konflikte innerhalb der Ausbildung hätten sie teilweise an ihre Grenzen gebracht. Umso wichtiger seien mentale Stärke, Resilienz und der Rückhalt durch Kameradinnen und Kameraden.

Trotz aller Herausforderungen würde Svenja denselben Weg jederzeit wieder wählen. Besonders jungen Frauen möchte sie Mut machen, sich selbst ein Bild von der Schweizer Armee zu machen und eigene Erfahrungen zu sammeln.



 

Quelle: Schweizer Armee/Kommunikation Verteidigung, Melanie O’Connor
Bildquelle: © VBS/DDPS

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