Open Doors: Pastoren im Sudan getötet – Christen werden gezielt angegriffen & entführt

Inmitten der laut UN grössten Flüchtlingskrise der Welt sind im Sudan erneut mehrere Pastoren zum Opfer gezielter Angriffe geworden – zuletzt am 24. Juli.

Darauf weist das christliche Hilfswerk Open Doors anlässlich des UN-Gedenktages für Opfer religiöser Gewalt am 22. August hin.

Zwei Geistliche und mehrere Zivilisten wurden getötet sowie zahlreiche Christen entführt. Der Sudan zählt zu den gefährlichsten Ländern für Christen weltweit.

Eine Kirche in den Nubabergen: Die hier lebenden Christen zeigen eine erstaunliche Resilienz

Christliche Minderheit häufig im Fokus der Gewalt

Seit April 2023 tobt im Sudan ein Bürgerkrieg. 12 Millionen Menschen sind laut UNHCR auf der Flucht vor den Kämpfen. Nach der Eroberung von Al-Fascher im Oktober 2025 machte die Stadt Schlagzeilen wegen der zahlreichen zivilen Opfer; UN-Vertreter sahen Anzeichen für einen Völkermord.

Doch zusätzlich zum kriegsbedingten Leid der Bevölkerung werden Mitglieder der christlichen Minderheit immer wieder gezielt angegriffen – besonders Geistliche. Bei dem Überfall auf das theologische Seminar in Dabbi (Provinz Süd-Kordofan) am 24. Juli wurde Pastor Adel Idris Jongool schwer verwundet, sechs Zivilisten wurden getötet und zahlreiche Seminaristen entführt. Jongool erlag kurz darauf seinen Verletzungen. Die Region zählt neben Darfur seit vielen Jahren zu den Brennpunkten der Gewalt gegen Christen im Sudan.

Bereits am 19. Juni wurde laut der Nachrichtenagentur Fidesdienst Youhanna Al-Amin, Pastor der St.-Vincent-Gemeinde in Kauda, getötet – Berichten zufolge im Zusammenhang mit der Plünderung eines kircheneigenen Lagers für Medikamente durch eine Gruppe von Soldaten.

Kirchen werden von Zufluchtsorten zu Kampfplätzen

Der Bürgerkrieg im Sudan hat verheerende Auswirkungen auf die christlichen Gemeinschaften, besonders in Süd-Kordofan und den Nuba-Bergen. Wie lokale Kontaktpersonen von Open Doors berichten, werden Geistliche zunehmend unter Druck gesetzt, entführt oder ermordet. Einige Angriffe stehen im Zusammenhang mit Streitigkeiten um humanitäre Hilfe, während Entführungen dazu genutzt wurden, Lösegeld zu fordern und Angst in den Gemeinden zu verbreiten.

Kirchen, die einst als neutrale Gemeinschaftsräume und humanitäre Zufluchtsorte dienten, sind zu Schauplätzen der Kämpfe geworden. Sowohl die sudanesischen Streitkräfte (SAF) als auch die Rapid Support Forces (RSF) haben Berichten zufolge Kirchengebäude für militärische Zwecke besetzt.

Beide Kriegsparteien verweisen zur Rechtfertigung ihres Vorgehens immer wieder auf den Islam. Christen stellen 4,3 Prozent der sudanesischen Bevölkerung und leiden seit Jahrzehnten unter starker bis extremer Verfolgung.

Wie man der Not begegnen kann

Auf dem Open Doors Weltverfolgungsindex belegt der Sudan aktuell den 4. Rang unter den Ländern, in denen Christen am stärksten verfolgt werden. Das christliche Hilfswerk hat aufgrund der extremen Not der Christen in mehreren Ländern Afrikas eine Hilfskampagne unter dem Titel „Arise Africa“ ins Leben gerufen, um auf diesem Weg Möglichkeiten zu konkreter Hilfe anzubieten.

 

Quelle: Open Doors
Bildquelle: Open Doors

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