Cyber-Angriffe auf Behörden und Konzerne – Ermittler schlagen in drei Bundesländern zu
Polizei.news Redaktion Deutschland Polizeinews Regionen Schleswig-Holstein
(Kiel, Schleswig-Holstein). Die Staatsanwaltschaft Itzehoe – Schwerpunktstaatsanwaltschaft für die Bekämpfung von Cyberkriminalität – und das Landeskriminalamt Schleswig-Holstein sind gemeinsam mit der Polizei Brandenburg und der Polizei Hessen gegen Cyberkriminalität vorgegangen.
Am Donnerstagabend, dem 27. August 2026, haben Einsatzkräfte der Polizei Schleswig-Holstein, der Polizei Brandenburg und der Polizei Hessen aufgrund des Verdachts der Computersabotage und der versuchten Erpressung drei Objekte im Kreis Nordfriesland, in Oranienburg (Brandenburg) sowie in Mittelhessen durchsucht.
Das Landeskriminalamt Schleswig-Holstein und die Staatsanwaltschaft Itzehoe führen seit Januar 2026 ein Ermittlungsverfahren gegen die Gruppierung „SharkNet“. Die Tatverdächtigen stehen im Verdacht, gemeinsam mit weiteren Akteuren variable und breitbandige DDoS-Angriffe auf die Internetauftritte verschiedener Stadt- und Kreisverwaltungen im Bundesgebiet sowie gegen Behörden des Bundes, Telekommunikationsdienstleister und große Einzelhandelsketten durchgeführt zu haben.
Im Zusammenhang mit den Angriffen soll die Gruppierung ein Bekennerschreiben veröffentlicht beziehungsweise an Betroffene übermittelt haben. Darin wurde unter anderem gefordert, über die Angriffe zu berichten und die Gruppierung namentlich in den Abendnachrichten zu benennen. Darüber hinaus wurden von den Betroffenen finanzielle Zahlungen in Höhe von 30.000 Euro in Bitcoin gefordert. Auf diese Forderungen wurde nicht eingegangen.
Vor diesem Hintergrund wurden am 27. August 2026 umfangreiche Durchsuchungsmaßnahmen durchgeführt. Ziel der Maßnahmen war insbesondere die Sicherstellung von Beweismitteln, die für das laufende Ermittlungsverfahren von Bedeutung sein können.
Im Kreis Nordfriesland wurde ein Objekt durch Einsatzkräfte des Landeskriminalamt Schleswig-Holstein und der Bezirkskriminalinspektion Kiel durchsucht. Zudem erfolgten Durchsuchungen von zwei weiteren Objekten: zum einen in Oranienburg durch das Landeskriminalamt Schleswig-Holstein mit Unterstützung von Kräften der Polizei Brandenburg und zum anderen in Mittelhessen durch die Polizei Hessen. Die Maßnahmen wurden teilweise unter Einbindung von Spezialeinsatzkräften und dem Bundeskriminalamt durchgeführt.
Alle drei Tatverdächtigen konnten angetroffen werden. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurden sie wieder auf freien Fuß gesetzt. Bei den Tatverdächtigen aus Schleswig-Holstein und Brandenburg handelt es sich um zwei Jugendliche.
Im Rahmen der Durchsuchungen konnten diverse Datenträger und Zugangsdaten aufgefunden und sichergestellt werden. Die Beweismittel werden derzeit ausgewertet.
Weitere Verfahrensinhalte können aufgrund des laufenden Ermittlungsverfahrens nicht mitgeteilt werden.
Quelle: Landeskriminalamt Schleswig-Holstein
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