Scheunenbrand, Vermisste, dichter Rauch – Jugendfeuerwehren zeigen ihr Können
Polizei.news Redaktion Bayern Deutschland Polizeinews Regionen
(Pittenhart, BY). Dichter Rauch dringt aus einer Scheune, auf dem Hof herrscht hektisches Treiben. Mehrere Personen werden im Gebäude vermisst.
Kaum sind die ersten Feuerwehrfahrzeuge auf dem Hof in Maiering bei Pittenhart eingetroffen, werden Schläuche ausgerollt, Einsatzkräfte ausgerüstet und die ersten Trupps zur Menschenrettung vorgeschickt. Was sich nach einem ernsten Feuerwehreinsatz anhört, war glücklicherweise nur eine Übung – für rund 40 Mädchen und Jungen aus fünf Jugendfeuerwehren allerdings eine Gelegenheit, ihr Können unter realitätsnahen Bedingungen unter Beweis zu stellen.
Fünf Jugendfeuerwehren trainieren gemeinsam
Die Jugendfeuerwehren aus Pittenhart, Amerang, Obing, Kirchensur und Evenhausen waren zu einer gemeinsamen Großübung zusammengekommen. Insgesamt sieben Fahrzeugbesatzungen aus den Landkreisen Traunstein und Rosenheim beteiligten sich an dem Ausbildungsszenario. Unterstützt wurden die Jugendlichen von ihren Jugendwarten und weiteren erfahrenen Feuerwehrdienstleistenden.
Angenommener Scheunenbrand mit Vermissten
Das angenommene Einsatzbild hatte es in sich: Auf einem landwirtschaftlichen Anwesen war ein Brand in einer Scheune ausgebrochen. Dichter Rauch erschwerte die Orientierung, gleichzeitig machten Angehörige des Hofes die Einsatzkräfte auf mehrere vermisste Personen aufmerksam. Für die Jugendlichen bedeutete das: schnell handeln, Aufgaben verteilen und trotzdem den Überblick behalten.
Menschenrettung und Wasserversorgung
Mehrere Trupps gingen unmittelbar zur Brandbekämpfung und Personenrettung vor. Während sich die ersten Einsatzkräfte auf die Suche nach den Vermissten machten, bauten weitere Jugendliche die Wasserversorgung auf und stellten die Löschwasserversorgung für die Brandbekämpfung sicher. Andere kümmerten sich um die Absicherung der Einsatzstelle und unterstützten die Einsatzführung.
Nach kurzer Zeit konnten die vermissten Personen im Gebäude gefunden und ins Freie gebracht werden. Dort übernahmen weitere Jugendliche die Betreuung und Versorgung der „Verletzten“. So konnten verschiedene Aufgabenbereiche eines Feuerwehreinsatzes praktisch geübt und miteinander verbunden werden.
Nachwuchs übernimmt Verantwortung
Doch auch nachdem die Menschen gerettet und der angenommene Brand gelöscht war, gab es noch einiges zu tun. Nach dem fiktiven Kommando „Feuer aus“ wurde das Gebäude mit Überdrucklüftern vom Rauch befreit. Gleichzeitig konnten einige Jugendliche eine für sie besondere Erfahrung sammeln: Sie erhielten Einblicke in die Einsatzführung und durften selbst Verantwortung übernehmen. Unter Anleitung übernahmen sie die Leitung verschiedener Einsatzabschnitte oder führten einzelne Trupps.
Damit ging die Übung deutlich über das reine Abarbeiten von Einsatzaufgaben hinaus. Die Jugendlichen mussten miteinander kommunizieren, Entscheidungen treffen und sich aufeinander verlassen. Gerade bei einem größeren Einsatz zeigt sich, wie wichtig es ist, dass jeder seine Aufgabe kennt und gleichzeitig das große Ganze im Blick behält.
Feuerwehr kennt keine Landkreisgrenzen
Und noch etwas wurde an diesem Tag deutlich: Feuerwehr kennt keine Landkreisgrenzen. Wenn Einsatzkräfte aus verschiedenen Gemeinden und Landkreisen zusammenarbeiten, kommt es auf gegenseitige Unterstützung, klare Kommunikation und ein gutes Miteinander an. Genau diese Zusammenarbeit konnten die Nachwuchsfeuerwehrleute bei der gemeinsamen Übung hautnah erleben.
Burger zum Abschluss
Nach dem erfolgreichen Abschluss des Übungseinsatzes war schließlich auch für die Jugendlichen und ihre Betreuer Feierabend angesagt. Die Familie des Hofes hatte für eine besondere Stärkung gesorgt und servierte selbstgemachte Burger. Bei Essen und gemeinsamen Gesprächen konnten die jungen Feuerwehrleute den Ausbildungstag gemütlich ausklingen lassen.
Die Initiatoren der Übung aus den Feuerwehren Pittenhart und Amerang zeigten sich mit dem Verlauf äußerst zufrieden. Die engagierte Mitarbeit der Jugendlichen und das gute Zusammenspiel der fünf Feuerwehren hätten einmal mehr gezeigt, welchen Stellenwert gemeinsame Ausbildung in der Jugendfeuerwehr hat. Denn aus gemeinsamem Üben wird Erfahrung – und aus Erfahrung entsteht Sicherheit für die Zukunft. Hob
Quelle: Kreisfeuerwehrverband Traunstein
Bildquelle: © Korbinian Thiel / Kreisfeuerwehrverband Traunstein