Hitze, Rauch und Flammen: Feuerwehrkräfte trainieren unter realistischen Bedingungen
Polizei.news Redaktion Bayern Deutschland Polizeinews Regionen
(Übersee, Bayern). Wenn dichter Rauch die Sicht nimmt, hohe Temperaturen herrschen und der Weg ins Gebäude nur mit Atemschutzgerät möglich ist, kommt es auf eine fundierte Ausbildung, körperliche Belastbarkeit und das sichere Zusammenspiel der Einsatzkräfte an.
Im Landkreis Traunstein läuft aus diesem Grund die Atemschutzausbildung auf vollen Touren. Einen ganzen Samstag lang bereiteten sich Feuerwehrkräfte aus sechs Feuerwehren in der Rauchgasdurchzündungsanlage (RDA) des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein intensiv auf ihre Aufgaben in der Brandbekämpfung vor.
14 Feuerwehrdienstleistende stellen sich der Ausbildung
Insgesamt 14 Feuerwehrdienstleistende – jeweils zwei Teilnehmer der Feuerwehren Albertaich, Bergen, Grassau, Nußdorf, Surberg und Traunwalchen – stellten sich der anspruchsvollen Ausbildung. Begleitet wurden sie von fünf ehrenamtlichen Ausbildern aus dem Fachbereich Atemschutz. Lehrgangsleiter war Tobias Wimmer. Die RDA des KFV Traunstein ermöglicht es den Feuerwehrkräften, Einsatzsituationen unter kontrollierten, aber möglichst realitätsnahen Bedingungen zu trainieren. Dabei geht es längst nicht nur darum, mit einem Atemschutzgerät in ein verrauchtes Übungsobjekt vorzudringen.
Training mit Feuer, Hitze und Rauch
Besonders eindrucksvoll wird die Ausbildung dort, wo die Feuerwehrleute tatsächlich mit Feuer und Wärme konfrontiert werden. In der RDA können realistische Brandszenarien dargestellt werden. Die Teilnehmer erleben die Auswirkungen von Hitze und Rauch und lernen, Gefahren wie eine Rauchgasdurchzündung rechtzeitig zu erkennen. Gleichzeitig wird vermittelt, wie wichtig ein kontrolliertes und taktisch richtiges Vorgehen ist und welche Löschtechniken die besten Wirkungen zeigen.
Auch der Umgang mit Stress und körperlicher Belastung gehört zur Ausbildung. Atemschutzgeräteträger müssen sich darauf verlassen können, dass die eigene Ausrüstung funktioniert, die Einsatzkräfte als Trupp zusammenarbeiten und jeder seine Aufgabe kennt. Denn im realen Brandeinsatz können bereits kleine Fehler schwerwiegende Folgen haben.
„Atemschutz ist eine der anspruchsvollsten Aufgaben im Feuerwehreinsatz. Unsere Teilnehmer müssen nicht nur körperlich belastbar sein, sondern auch in schwierigen Situationen einen kühlen Kopf bewahren, ihre Umgebung richtig beurteilen und als Trupp sicher zusammenarbeiten“, erklärt Lehrgangsleiter Tobias Wimmer.
Kontinuierliche Ausbildung für die Einsatzbereitschaft
Für die gesamte Organisation und die fachliche Verantwortung rund um den Atemschutz im Landkreis Traunstein ist Stefan Thurner, Fach-Kreisbrandmeister für Atemschutz, zuständig. Für ihn ist die kontinuierliche Ausbildung ein wesentlicher Bestandteil der Einsatzbereitschaft: „Atemschutzgeräteträger übernehmen im Einsatz eine besondere Verantwortung. Sie gehen dorthin, wo andere Einsatzkräfte wegen Rauch und Hitze nicht mehr vordringen können. Dafür brauchen sie eine gute Ausbildung, regelmäßiges Training und vor allem ein starkes Team hinter sich.“
Und wer sich dieser Herausforderung stellen möchte, muss nicht bereits als fertiger Atemschutzgeräteträger zur Feuerwehr kommen. „Atemschutzgeräteträger werden nicht geboren – sie werden ausgebildet. Wer körperlich fit ist, gerne im Team arbeitet und bereit ist, Verantwortung zu übernehmen, kann diesen Weg bei seiner Feuerwehr vor Ort einschlagen“, so Stefan Thurner.
Zahlreiche Aufgaben bei der Feuerwehr
Der Weg zum Atemschutzgeräteträger führt über die aktive Mitgliedschaft in einer Feuerwehr und die entsprechende Ausbildung. Doch auch wer sich zunächst für andere Aufgaben interessiert, findet bei den Feuerwehren im Landkreis Traunstein zahlreiche Möglichkeiten, sich einzubringen. Technische Hilfeleistung, Funk, Maschinistentätigkeit, Jugendarbeit oder die Unterstützung bei Veranstaltungen und in der Vereinsarbeit sind nur einige Beispiele.
„Wer sich für die Feuerwehr interessiert, muss nicht schon wissen, welche Aufgabe er später übernehmen möchte. Der wichtigste Schritt ist, sich bei der Feuerwehr vor Ort zu melden und einfach einmal mitzumachen“, sagt der Fach-Kreisbrandmeister. Die Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger ist dabei nur ein Teil des umfangreichen Ausbildungsangebots der Feuerwehren.
Realitätsnahes Training für den Ernstfall
In der RDA des KFV Traunstein können die Einsatzkräfte anschließend unter realitätsnahen Bedingungen trainieren und ihre Erfahrungen vertiefen. Gerade beim Innenangriff können solche Erfahrungen durch nichts ersetzt werden. Denn wenn der Alarm kommt und die ersten Atemschutzgeräteträger ihre Masken aufsetzen, muss jeder Handgriff sitzen. Was in der RDA trainiert wird, kann im Ernstfall entscheidend sein – für die Sicherheit der Einsatzkräfte und für die Menschen, denen sie zu Hilfe kommen.
Wer sich für die Feuerwehr interessiert, kann sich jederzeit bei der örtlichen Feuerwehr informieren. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Entscheidend sind Engagement, Teamgeist und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Der Landesfeuerwehrverband Bayern und das Bayerische Innenministerium unterstützen die Feuerwehren insbesondere mit den sogenannten Feuerwehr Aktionswochen. Vor wenigen Tagen wurde die diesjährige Woche stellvertretend für ganz Bayern in niederbayerischen Landkreis Cham unter dem Motto „Viele Gesichter. Eine Heimat.“ offiziell eröffnet. Hob
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Heiß ging es her beim jüngsten Lehrgangstag an der Brandsimulationsanlage des KFV Traunstein. Atemschutzgeräteträger trainierten dort das Verhalten im Brandfall und kamen dabei mit „echten“ Temperaturen und Feuer in „Berührung“.
Quelle: Kreisfeuerwehrverband Traunstein/Hubert Hobmaier
Bildquelle: Hubert Hobmaier