Gefälschte Gerichtsrechnung: Nachfrage der Bank verhindert finanziellen Schaden

(Dessau-Roßlau, Sachsen-Anhalt). Eine Strafanzeige wegen Betrug erstattete eine 60-jährige Geschädigte schriftlich im Polizeirevier Dessau-Roßlau.

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Das Wichtigste auf einen Blick

  • Betroffene: 60-jährige Frau, die eine Kostenrechnung des Amtsgerichts Stendal erwartete
  • Schreiben: Am 28. Oktober 2026 eingegangener Brief mit vorgetäuschtem Absender Amtsgericht Stendal
  • Zahlung: Frau veranlasste zunächst die geforderte Überweisung.
  • Entdeckung: Hausbank fragte am Folgetag wegen einer Überweisung auf ein Konto in Spanien nach.
  • Reaktion: Geschädigte erkannte den Betrugsversuch und ließ die Überweisung stornieren.
  • Ergebnis: Kein finanzieller Schaden; schriftliche Strafanzeige beim Polizeirevier Dessau-Roßlau

Nach ihren Angaben erwartete sie eine Kostenrechnung vom Amtsgericht Stendal. Als sie dann am 28. Oktober 2026 einen Brief bekam, bei der sich der Absender als ebendieses Amtsgericht ausgab, veranlasste sie die Überweisung des geforderten Geldbetrages auf das angegebene Konto. Erst als am nächsten Tag die Hausbank zu ihr Kontakt aufnahm und nachfragte, ob das Geld tatsächlich auf ein Konto in Spanien überwiesen werden soll, bemerkte die Geschädigte den Betrugsversuch und ließ die Überweisung stornieren. Bei weiteren Recherchen stieß die Geschädigte zudem auf Warnhinweise des Amtsgericht Stendal, die im Internet vor gefälschten Amtsschreiben warnen. Ein finanzieller Schaden entstand nicht.

 

Quelle: Polizeirevier Dessau-Roßlau
Bildquelle: Symbolbild © BLKstudio/Shutterstock.com


Polizei.news informiert | Gefälschte Gerichtsschreiben

Gerichtsrechnung erhalten? Zahlungsdaten unabhängig prüfen

Auch postalische Schreiben können gefälscht sein. Das Amtsgericht Stendal warnt ausdrücklich vor falschen Kostenrechnungen im Zusammenhang mit Handelsregistereintragungen.

1. Absender und Forderung überprüfen

Ein amtlich wirkender Briefkopf allein bestätigt die Echtheit einer Rechnung nicht. Prüfen Sie, ob Anlass, Aktenzeichen und Zahlungsforderung nachvollziehbar sind. Auch eine tatsächlich erwartete Rechnung sollte vor der Zahlung kontrolliert werden.

2. Bankverbindung abgleichen

Das Amtsgericht Stendal weist in seiner Warnung darauf hin, dass echte Gerichtskostenrechnungen eine Zahlung zugunsten des Amtsgerichts auf ein Konto der Bundesbank vorsehen. Klären Sie abweichende oder zweifelhafte Zahlungsdaten unmittelbar mit dem Gericht.

3. Offizielle Kontaktdaten verwenden

Nutzen Sie für Rückfragen die Telefonnummer aus dem offiziellen Internetauftritt des Gerichts oder einem amtlichen Anschriftenverzeichnis. Verlassen Sie sich bei einem verdächtigen Schreiben nicht allein auf die darin angegebenen Kontaktmöglichkeiten.

Gut zu wissen: Die Warnung des Amtsgerichts betrifft insbesondere gefälschte Rechnungen für Handelsregistereintragungen. Daraus lässt sich nicht ableiten, welchen konkreten Anlass die erwartete Rechnung im geschilderten Fall hatte.

Praktischer Tipp: Legen Sie bei einer Rückfrage das Schreiben bereit und lassen Sie Aktenzeichen, Betrag und vollständige Bankverbindung bestätigen, bevor Sie eine Zahlung veranlassen.


 

Quelle Infobox: Polizei.news-Redaktion