Scheidung per Mausklick im Trend

07.07.2011 |  Von  |  Gesellschaft
Scheidung per Mausklick im Trend
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Wenn der Traum vom ehelichen Glück zum Albtraum wird und statt trauter Zweisamkeit zermürbender Ehekrieg herrscht, dann sehnen sich Paare nach der Scheidung. Die sollte dann aber auch so schnell wie möglich über die Bühne gehen. Verlockend ist da die Vorstellung, sich vor den PC zu setzen und den Partner „per Mausklick“ loszuwerden.

Wenn es ganz so einfach auch im digitalen Zeitalter denn doch nicht geht, so ermöglicht das Internet zumindest eines – sich die persönliche Visite in der Kanzlei zu ersparen: „Online-Scheidung“ ist im Trend.

Online-Scheidung – so geht’s

Bei Online-Scheidungen korrespondieren Mandant und Anwalt nur noch über das Internet miteinander. Damit sparen Scheidungswillige in erster Linie Zeit und auch Geld (Letzteres allerdings nur indirekt, etwa in Form eingesparter Fahrtkosten).

Voraussetzung für eine Online-Scheidung ist, dass sich die Noch-Ehepartner in Streitfragen (Versorgungsausgleich etc.) einig sind. Die Abwicklung erfolgt dann meist problemlos und rasch.

Innerhalb kurzer Zeit ist ein Onlineformular auf der Homepage eines Anwalts mit einem derartigen Angebot ausgefüllt. Die notwendigen Unterlagen (unterschriebene Vollmacht, Heiratsurkunde etc.) werden im Folgenden per E-Mail, Post oder Fax ausgetauscht. Der Rechtsanwalt formuliert dann den Scheidungsantrag und reicht ihn bei Gericht ein. Das Familiengericht klärt den Versorgungsausgleich und setzt den Scheidungstermin fest. An diesem entscheidenden Tag begegnet das Paar schliesslich zum ersten Mal dem Rechtsbeistand.

Vor- und Nachteile der Scheidung per Klick

Die Vorteile der Online-Scheidung liegen auf der Hand. Formalitäten lassen sich direkt, unkompliziert und ohne Reiseaufwand erledigen. „Online-Scheidung bedeutet schnelle Scheidung – eine Scheidung ist bereits nach 3 Monaten möglich! So nutzen Sie alle Möglichkeiten, die Zeit bis zur Scheidung zu verkürzen, und können schneller wieder Ihre Freiheit genießen!“, wirbt etwa Rechtsanwalt Christian Kieppe auf seiner Homepage (www.scheidung-online-24.info).

Seine Mandanten wissen Positives zu berichten: „Zunächst hatte ich doch Vorbehalte, eine Scheidung online einzureichen und online einen Anwalt zu beauftragen. Aber es war für mich ein großer Vorteil, da mein Wohnort und der meiner Exfrau doch sehr weit auseinander liegen und ich zudem nicht so viel Zeit mit ,vor Ort Besuchen’ bei meinem Anwalt verbringen wollte. Und ich muss sagen: es ist alles supergut gelaufen.“

Doch die eher unpersönliche Abwicklung via Internet kann auch Nachteile mit sich bringen. Negative Erfahrungen müssen Mandanten machen, wenn die Online-Korrespondenz nicht funktioniert, wenn Kontakt schwer aufzunehmen ist, Antworten nicht erfolgen oder flüchtig geschriebene Emails versandt werden. Kein Wunder, dass Betroffene, die davon berichten, vom Thema Online-Scheidung wenig begeistert sind. Doch Probleme mit dem Anwalt kann es natürlich auch bei der „klassischen“ Scheidung geben

Online-Scheidung – in vielen Fällen eine bequeme Lösung

Fazit: Online-Scheidungen können ein bequemer Weg sein, vorausgesetzt, die Noch-Ehepartner handeln einvernehmlich. Nachteilig ist, dass die Abwicklung übers Internet den Aufbau eines persönlichen Vertrauensverhältnisses zwischen Mandant und Anwalt erschwert. Sehr genau sollte man die entsprechenden Angebote prüfen. Vertrauenserweckende Webseiten bieten ausführliche Informationen und machen ihr Angebot maximal transparent. Nicht in Frage kommen Online-Scheidungen bei problematischen, streitigen Scheidungen. Dann sind persönliche Beratungsgespräche bei einem örtlichen Anwalt unverzichtbar.

 

Titelbild: Matthew Benoit – shutterstock.com

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