„Kino.to“ heisst jetzt „kinox.to“

15.07.2011 |  Von  |  Neue Medien
„Kino.to“ heisst jetzt „kinox.to“
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So schnell kann es gehen. Erst Anfang Juni hatte die Staatsanwaltschaft Dresden das Streaming-Portal kino.to abgeschaltet und die mutmasslichen Betreiber verhaften lassen – wegen des Vorwurfs der Gründung einer kriminellen Vereinigung und gewerbsmässiger Urheberrechtsverletzung.

Knapp einen Monat später ist jetzt mit kinox.to ein Klon der Originalseite am Start. Das Angebot des Nachfolgeportals an Dokumentationen, Fernsehserien und Kinofilmen soll derzeit noch nicht ganz so umfangreich sein, und auch weniger stabil läuft die Seite – wegen des grossen Andrangs der Nutzer.

Über die neuen Betreiber können nur Vermutungen angestellt werden. Denkbar sind Beziehungen zum Originalportal, und auch über Verbindungen zu Hackerkreisen wird spekuliert. Kolportiert wird ausserdem eine Falle der GVU (= Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e.V.).

Die Urheberrechtsgesellschaft verurteilt die Nachfolgerseite in aller Schärfe, zeigt sich aber gelassen. Das Portal gulli.com zitiert dazu GVU-Pressesprecherin Christine Ehlers: „Das Auftauchen der Seite ist keineswegs überraschend. Dass es vergleichsweise lange gedauert hat, bis diese Resteverwertung von kino.to online gestellt wurde offenbart, wie empfindlich die Aktion der Generalstaatsanwaltschaft Dresden die Szene getroffen hat.“

Eine offizielle Stellungnahme sucht man auf der – durch DDoS-Attacken zwischenzeitlich lahmgelegten – Homepage der GVU indes vergeblich. Statt auf das Nachfolgeportal einzugehen, berichtet die Gesellschaft über einen scheinbaren weiteren Erfolg des Verfahrens gegen kino.to. So sei das Streaming-Portal drei.to aus Angst vor strafrechtlicher Verfolgung vom Netz genommen worden, wie aus einer Stellungnahme der Betreiber hervorgehe.

Mit video.to ist ausserdem eine weitere Nachfolgeseite aufgetaucht. Beide Portale streiten sich nun um das „rechtmässige Erbe von kino.to. Es ist eben wie mit der Hydra, der immer neue Köpfe nachwachsen. Schaltest du eine illegale Streaming-Seite ab, kommen zwei neue nach…

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Titelbild: Herkules kämpft mit der Hydra. Werk von Hans Sebald Beham (1500-1550) (Bild: Public Domain)

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