Streit um Bambi-Verleihung: Heino contra Bushido

14.11.2011 |  Von  |  Allgemein
Streit um Bambi-Verleihung: Heino contra Bushido
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Hat Pöbel-Rapper Bushido den „Bambi für Integration“ verdient? Das Publikum ist in dieser Frage so gespalten wie bei keiner anderen Verleihung des Burda-Preises.

In seinen Texten greift der prominente Hip-Hopper gerne tief in die unterste Schublade: Seine Songs triefen vor Gewaltverherrlichung, Frauenverachtung und Diskriminierung von Minderheiten. Dass der Urheber dieser fragwürdigen Inhalte preiswürdig sein soll, löst bei vielen Kopfschütteln und Empörung aus.

Dazu gehört auch Volksmusiksänger Heino (72), der mit einer drastischen Massnahme protestierte: Am Donnerstag räumte er seinen eigenen Bambi (verliehen 1990) aus dem Regal seines Rathauscafés in Bad Münstereifel – um ihn per Post an den Burda-Verlag zurückzugeben. „Ich bin zutiefst empört, dass man einem gewalttätigen Kriminellen wie Bushido den ,Bambi‘ verleiht“, so Heino gegenüber BILD. „Mit diesem Mann möchte ich nicht auf eine Stufe gestellt werden. Deshalb schicke ich meinen ,Bambi‘ dankend an den Burda-Verlag zurück.“

Neben Politikern der Grünen sowie Frauen- und Homosexuellenverbänden reihten sich weitere Prominente in die Kritik ein. So sagte Peter Plate, Sänger der ebenfalls preisgekrönten Band „Rosenstolz“, es sei nicht korrekt, jemanden auszuzeichnen, der frauenfeindliche und menschenverachtende Texte schreibe.

Verteidiger von Bushido wenden hingegen ein, dass sich der Hip-Hopper inzwischen geändert habe und reifer geworden sei.  „Bushido hat sich ganz klar von seinen Aussagen von vor zehn Jahren distanziert. Er hat sich schon lange öffentlich zu seinen Fehlern bekannt“, so Laudator Peter Maffay. Bushido selbst gestand bei der Bambi-Gala in Wiesbaden Fehler der Vergangenheit ein: „Ich werde heute sicher nicht mehr sagen, was ich vor zehn Jahren gesagt habe.“ Er wisse, dass „das was ich gesagt habe, falsch war“.

Aufgewachsen ist der der Gangsta-Rapper in ärmlichen Berliner Verhältnissen als Sohn einer deutschen Mutter und eines tunesischen Vaters. Dass er es mit seinen Hip-Hop-Platten schliesslich zum Selfmade-Millionär brachte, müsse anerkannt werden, so seine Fürsprecher. Ausserdem benutze er die harte Sprache seines sozial schwierigen Herkunftsmilieus. In diesem Sinne äusserte sich auch Hubert Burda Media, Ausrichter der Bambi-Verleihung: „Bushido leiht seine Stimme jungen Menschen, die im medialen Diskurs häufig überhört wurden.“ Und weiter: „Musik ist eine Kunstform, der bewusste Tabubruch ein Stilmittel des Raps – ob es einem gefällt oder nicht.“

(Quelle: Youtube)

Hat Bushido den Integrations-Bambi verdient? Oder ist die Preisverleihung an ihn einfach peinlich? Schreibe deine Meinung!

Titelbild: Gabriel Scherm / Wikimedia / CC

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