US-Gericht: Klage gegen Facebook-Werbung zulässig

20.12.2011 |  Von  |  Neue Medien

Facebook droht juristischer Ärger: Mehrere Nutzer haben in Kalifornien Klage gegen das Unternehmen wegen des Vorwurfs unzulässiger Werbung eingereicht. Am Freitag lehnte jetzt US-Bezirksrichterin Lucy Koh Facebooks Antrag ab, die Klage zurückzuweisen. Damit wird sich das Unternehmen wohl vor einem kalifornischen Bundesgericht verantworten müssen.

In der Kritik steht das soziale Netzwerk wegen seiner „Sponsored Stories“ (deutsch: „gesponserte Meldungen“). Der Ende Januar 2011 eingeführte Dienst macht User zu unbezahlten Werbeträgern (Testimonials).

Hat ein User den Like-Button einer Geschäftsseite angeklickt, kann er unverhofft mit Name und Profilfoto als Anzeige auf den Seiten seiner Freunde erscheinen. Unternehmen begrüssen es, ihre Marken auf diese Weise in Verbindung mit Namen und Fotos realer Menschen präsentieren zu können.

Die klagenden Nutzer betrachten den Werbe-Dienst allerdings als unlauter und als Verstoss gegen kalifornisches Recht. Die Persönlichkeitsrechte würden verletzt, da die Namen und Profilfotos ohne ausdrückliche Zustimmung – und zudem ohne Vergütung – werblich genutzt werden. Facebook argumentiert hingegen, dass die Nutzung der Daten keinen werblichen, sondern einen informierenden Charakter habe. Der Ausdruck von Käuferentscheidungen sei generell berichtenswert.

Der Ausgang des juristischen Streits wird für Facebook von wichtiger Bedeutung sein. Einen Grossteil seines Umsatzes generiert das Unternehmen mit Werbeeinblendungen (Umsatz im ersten Halbjahr 2011: 1,6 Milliarden US-Dollar). Mit „Sponsored Stories“ hat Facebook eine weitere Möglichkeit erschlossen, die gesammelten Daten der Nutzer effektiv zu vermarkten. Inwieweit der Dienst rechtlich Bestand hat, bleibt nun gespannt abzuwarten.

(Quellen: heise.de, zdnet.de, CNet News)




2 Kommentare


  1. Genau aus solchen Gründen sabotiere ich Facebook. Finde es eifnach nur sowas von dreist, was sie mit den Daten der Benutzer machen. UNd wie man ja sieht lohnt sich das enorm.

    • Hallo Kevin,

      ich kann deinen Ärger nachvollziehen. Mir behagt der Umgang von Facebook mit den Nutzerdaten auch gar nicht. Man sollte sich als Facebook-Nutzer darüber im Klaren sein, dass das “soziale Netzwerk” keine Wohltätigkeitsorganisation ist. Das klar definierte Ziel von Facebook lautet: So viele Nutzerdaten wie möglich sammeln, um daraus finanziellen Gewinn zu ziehen. Da gibt es nichts drumherumzureden.

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