Volksinitiative zum „Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule“ lanciert

17.04.2012 |  Von  |  News

Kein Sexualkundeunterricht im jungen Kindesalter: So lautet die zentrale Forderung der eidgenössischen Volksinitiative „Ja zum Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule“, die heute lanciert wird.

Urheber der Initiative sind Basler Eltern, die sich in einem „Elternkomitee“ zusammengeschlossen haben. Diese waren durch den so genannten „Sex-Koffer“ aufgeschreckt worden, der Basler Lehrkräften für den Sexualkundeunterricht zur Verfügung gestellt worden war.

In den Sexualkunde-Materialien sind unter anderem Plüschimitate von Penissen und Vaginas enthalten. Vor solchem „perversem und pornografischem“ Material wollen die Eltern ihre Kinder schützen und dafür sorgen, dass sie „unbekümmert“ aufwachsen können, wie es seitens des „Basler Elternkomitees“ heisst.

Im Einzelnen stellen die Initianten der Volksinitiative folgende Forderungen:

– Vor dem Alter von neun Jahren darf es keinen Sexualkunde-Unterricht geben.

– Erst ab der dritten Klasse soll Sexualkunde auf freiwilliger Basis möglich sein.

– Vom Kindergarten bis zur dritten Klasse soll Prävention von Kindesmissbrauch geleistet werden, was aber keine Sexualkunde beinhalten soll.

– Obligatorischer Sexualkunde-Unterricht soll im Rahmen des Biologieunterrichts erst ab dem vollendeten zwölften Lebensjahr stattfinden. Kinder dürfen aber nicht gezwungen werden, weitergehenden Sexualkunde-Unterricht zu besuchen.

Zustandekommen der Volksinitiative wahrscheinlich

Zwar hat sich noch keine Partei geschlossen hinter die Volksinitiative gestellt. Allerdings unterstützen einzelne Politiker aus den Reihen von SVP, CVP und FDP das Initiativkomitee, das von SVP-Nationalrat Sebastian Frehner (BS) präsidiert wird. Bis 17. Oktober 2014 hat das Komitee Zeit, um die nötigen 100’000 Unterschriften zu sammeln.

Bereits im letzten Jahr hatte ein Petitionskomitee unter dem Titel „Gegen die Sexualisierung der Volksschule“ über 90’000 Unterschriften zusammengebracht. Das Komitee warf der Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) vor, es zuzulassen, dass im Lehrplan 21 flächendeckender und obligatorischer Sexualkunde-Unterricht vom Kindergarten an verankert werde.

In einer Stellungsnahme von heute begrüsst das Petitionskomitee „ohne jeden Vorbehalt“ die Lancierung der Volksinitative, da diese das Anliegen der Petition fortsetze. Unter anderem heisst es darin:

„Diese Initiative ist nötig, weil sich die Schweizerische Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) nach wie vor der Verpflichtung entzieht, wirksame Vorkehrungen zu treffen gegen laufende Versuche, Kindergarten und Volksschule einer viel zu frühen Sexualisierung mit ,Sexkoffer’ und andern dubiosen Lernprogrammen unter bewusster Umgehung der Eltern auszusetzen.“

Die vollständige Stellungnahme des Petitionskomitees zur Volksinitiative

 

Quelle: sda
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