Dr. Google: Der „Arzt“, dem Frauen besser nicht vertrauen sollten

19.04.2012 |  Von  |  News
Dr. Google: Der „Arzt“, dem Frauen besser nicht vertrauen sollten
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Dr. Google ist heute für viele die erste Adresse, wenn es um Rat bei Gesundheitsproblemen geht. Dabei ist die Gefahr hoch, sich selbst eine völlig falsche Selbstdiagnose zu verpassen. Wie hoch diese Gefahr ist, hat eine britische Studie jetzt enthüllt. Befragt wurden hierfür speziell Frauen.

Das Ergebnis: Ein Viertel von 1000 befragten Frauen hat sich schon einmal via Internetrecherchen eine falsche Selbstdiagnose gestellt. Fataler noch: 10 Prozent der Frauen erlitten unerwünschte Nebenwirkungen, weil sie nach erfolgter Online-Diagnose auf eigene Faust Medikamente kauften. 50 Prozent aller (britischen) Frauen haben sich schon einmal allein auf Basis einer Online-Diagnose Medikamente gekauft, ohne vorher den Rat eines Arztes oder Apothekers einzuholen.

Der häufigste Fehlalarm, ausgelöst durch eine Internet-Diagnose, betraf Brustkrebs. Am häufigsten veranlassten Schlafprobleme, Kopfschmerzen, Depressionen und Angstzustände die weiblichen Internetnutzer dazu, Dr. Google zu konsultieren. Nachfolgend die Top Ten der durch Dr. Google am häufigsten gestellten Fehldiagnosen – daneben die Top Ten der Symptome, die am häufigsten in die Suchmaschine eingegeben wurden:

Top Ten der Fehldiagnosen durch Dr. Google Top Ten der gegoogelten Symptome
1. Brustkrebs 1. Schlafprobleme
2. Andere Krebsarten 2. Kopfschmerzen
3. Hautausschläge 3. Depressionen
4. Bluthochdruck 4. Angstzustände
5. Asthma 5. Muskelkrämpfe
6. Arthritis 6. Magenkrämpfe
7. Depressionen 7. Chronische Muskelschmerzen
8. Diabetes 8. Müdigkeit
9. Geschlechtskrankheiten 9. Jucken
10. Schilddrüsenprobleme 10. Hautempfindlichkeit

Wenn Dr. Google den Gang zum Arzt ersetzt

Warum Nutzerinnen häufig lieber Rat bei Dr. Google als bei einem Arzt oder Freunden und Angehörigen suchen, hat zweierlei Gründe: aus Bequemlichkeit und aus Scham. Drei Viertel gaben an, sie würden mit Freunden oder Familienangehörigen über gewisse Krankheiten lieber nicht reden. Mehr als ein Viertel scheut sich ausserdem davor, mit einem Arzt über bestimmte Gesundheitsprobleme zu sprechen. Ein Drittel der Frauen wiederum gab an, wegen der Wartezeiten den Arzt nur als letzte Anlaufstelle zu nutzen.

Bevor sie mit jemandem reden, sorgen sich viele Frauen erst einmal mehrere Tage lang wegen bestimmter Symptome, ergab die Studie. Eine von 20 Frauen ist gar mehrere Jahre lang mit einer gesundheitlichen Sorge beschäftigt, bevor sie abklären lässt, ob eine ernsthafte Erkrankung vorliegt oder nicht.

Fallen bei der Gesundheitsrecherche im Netz

Warum die Gefahren von falschen Selbstdiagnosen im Internet besonders gross sind, liegt an mehreren Faktoren: Die Herkunft von Webseiten zum Thema Gesundheit ist oft nicht klar. Häufig steckt hinter angeblicher medizinischer Information getarnte Werbung für Pharmazieprodukte. Die Flut an Informationen erschwert es zudem, seriöse und nützliche medizinische Inhalte von dubiosen Quellen der vielen Web-Scharlatane zu unterscheiden. Im Extremfall führt die Informationsflut zum Phänomen des Cyberchonders, der sich buchstäblich „krank googelt“.

Wer nützliche Informationen sucht, sollte sich zunächst an die Portale der Ärztekammern wenden, die spezielle Service-Angebote für Patienten bereithalten und nur geprüfte Seiten weiterverlinken. Richtig genutzt, kann das Internet als Lotse dienen, der einen zum richtigen Arzt führt. Hilfreich sind auch spezielle Internetforen für Betroffene, die sich bereits in ärztlicher Behandlung befinden und sich gegenseitig weitere Tipps geben wollen.

Patienten-Service der Schweizer Ärztekammer:

www.fmh.ch

Patienten-Service der Deutschen Ärztekammer:

www.patienten-information.de

 

Quelle für die Studie: Daily Mail online
Oberstes Bild: © wavebreakmedia – shutterstock.com



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