Diese Politiker schwänzen am häufigsten

21.06.2012 |  Von  |  News

Welche Politiker glänzen besonders häufig mit Abwesenheit unter der Bundeshauskuppel in Bern? Die Antwort verrät eine Abwesenheitsliste der Nationalrätinnen und Nationalräte auf politnetz.ch.

Wie ernst nimmt mein gewählter Volksvertreter seine Abgeordnetentätigkeit wirklich? Kann er sein Amt tatsächlich angemessen ausüben – trotz seltener Anwesenheit im Parlament? Die Antwort mag sich jeder interessierte Wähler selbst geben, der die nachfolgende Liste studiert.

Aufgeführt sind die Ränge 1 bis 13 mit denjenigen Parlamentariern, die in der Sommersession 2012 am häufigsten im Parlament fehlten. Ausgewertet wurden 82 Abstimmungen, basierend auf den offiziellen Abstimmungs­protokollen der Parlaments­dienste. Die durchschnittliche Abwesenheit der 200 im Nationalrat vertretenen Parlamentarier betrug 12% (10 von 82 Abstimmungen).

Parteizugehörigkeit: Auffälligerweise sind auf den Rängen 1 bis 7 ausschliesslich Politiker von FDP und SVP vertreten. Auf den weiteren Rängen treten auch Politiker von SP, Grünen, CVP, GLP und LEGA hinzu.

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Trotz häufigen Fehlens mehr Parlamentarierlohn?

Politnetz.ch präsentiert zudem interessante Listen zum Abstimmungsverhalten der Politiker. So ist dort aufgeführt, welche Parlamentarier am 12. Juni 2012 der Erhöhung der Parlamentarierlöhne zustimmten (diese wurde mit 52 Prozent der Stimmen beschlossen). Nun war ich neugierig zu erfahren, wie die häufig fehlenden Politiker in dieser Frage abstimmten. Glauben diese etwa, ihr Salär wert zu sein und eine Lohnerhöhung (offiziell als „Teuerungsausgleich“ bezeichnet) verdient zu haben – trotz häufiger Abwesenheit?

Nehmen wir den am häufigsten abwesenden Politiker Ruedi Noser (58% Abwesenheit). Am 12. Juni stimmte dieser tatsächlich nicht ab – er war wieder einmal abwesend. Seine Parteikollegen von der FDP stimmten geschlossen mit Nein (bei zwei Enthaltungen). Ebenso geschlossen mit Nein stimmte die Fraktion der SVP.

Wie sieht es mit den anderen oft fehlenden Politikern aus? Mit einem Ja zu mehr Geld für Parlamentarier stimmten Barbara Gysi (SP, 36% Abwesenheit), Yannick Buttet (CVP, 32 % Abwesenheit), Alec von Graffenried (Grüne, 30% Abwesenheit) und Jakob Büchler (CVP, 29 % Abwesenheit).

Es stimmten nicht ab Ueli Leuenberger (Grüne, 35% Abwesenheit) und Isabelle Chevalley (GLP, 29 % Abwesenheit). Die beiden Volksvertreter waren nämlich – abwesend.

 

Oberstes Bild: politnetz.ch