Biker-Hasser legen Todesfallen

30.10.2012 |  Von  |  News
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In der Region Thun in Hilterfingen liefern sich Mountainbiker und Waldbesitzer einen erbitterten Kleinkrieg. Zur Eskalation des Konflikts tragen Biker-Hasser bei, die tödliche Fallen auf den illegalen Waldpisten auslegen. Zu den jüngsten Opfern dieser heimtückischen Anschläge gehören zwei Biker aus Thun und Heimberg.

Die Unbekannten legen Nagelbretter auf den Biketrails aus oder spannen lebensgefährliche Drahtseile in Halshöhe über den Weg, um schwerste Biker-Unfälle bis hin zum Genickbruch  herbeizuführen. In eine solche potenziell tödliche Falle tappten jüngst Martin Luginbühl (35) aus Thun BE und Adrian Gerber (22) aus Heimberg BE, wie „Blick“ berichtet.

Der Vorfall ereignete sich am Sonntag vor einer Woche, als die beiden Biker durch den Wald oberhalb von Hilterfingen BE bretterten. Luginbühl raste voll in Schnüre hinein, die versteckt zwischen Bäumen angebracht worden waren. Nur Glück ist es zu verdanken, dass der Biker nicht verletzt wurde. Die beiden entfernten die Schnüre schliesslich und riefen die Polizei. Die Kantonspolizei Bern ermittelt.

Bei dem Biketrail handelt es sich um eine nicht bewilligte Strecke, was auch für die vier weiteren Bikepisten in der Umgebung gilt. Seit 10 Jahren kämpft der Verein Bikepark Thunersee für eine legale Downhillstrecke. Doch bislang ohne Erfolg. Daher benutzen die Biker die Pisten im Wald ohne offizielle Bewilligung.



Nägel, Scherben und Drähte auf Bikepisten

Die Waldbesitzer der Burgergemeinde Hilterfingen wiederum unternehmen alles, um sich gegen die Mountainbiker zur Wehr zu setzen. Sie dokumentieren die Schäden, die durch die Biker im Wald entstehen (zum Beispiel durch das Ausholzen von unbewilligten Waldwegen), und reagieren mit der Zerstörung der Trails, Verboten und Androhung von Anzeigen. Unbekannte üben schliesslich Selbstjustiz, indem sie Nägel oder Scherben auf den Pisten auslegen oder Drähte über den Weg spannen.

Dass es auch anders geht und ein friedliches Miteinander von Bikern und Waldbesitzern möglich ist, zeigt das Beispiel GurtenTrail auf dem Berner Hausberg. Hier konnte der Verein Trailnet mit Landbesitzern und Behörden einen Nutzungsvertrag für die Bikestrecke aushandeln. Die Biker übernehmen die Haftung für mögliche Schäden und verpflichten sich ausserdem zur Einhaltung eines Regelkatalogs.

Für eine einvernehmliche Lösung von „Nutzungskonflikten im Wald“ hat sich auch der Regierungsrat ausgesprochen. In einem Antrag an den Grossen Rat verzichtete er auf eine Verschärfung des Berner Waldgesetzes, durch die das Velofahren im Wald ursprünglich massiv eingeschränkt werden sollte. Mit einer Online-Petition hatten sich die Biker gegen eine solche Änderung erfolgreich gewehrt. Über das neue Berner Waldgesetz wird der Berner Grosse Rat voraussichtlich in der Novembersession 2012 in erster Lesung beraten.

 

Oberstes Bild: © Maxim Petrichuk – shutterstock.com

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