Xavier Naidoo wegen Verdacht auf Volksverhetzung angezeigt

14.11.2012 |  Von  |  News
Täglich auf dem Laufenden mit dem polizei.news Newsletter!

Gegen den populären Soulsänger Xavier Naidoo und den Rapper Kool Savas läuft eine Anzeige wegen des Verdachts auf Volksverhetzung. Verantwortlich dafür ist die Jugendorganisation „Linksjugend [’solid]“, die gegen die beiden Musiker Strafanzeige bei den Staatsanwaltschaften in Berlin, Mannheim und Hannover einreichte.

Der Grund für die Anzeige ist ein Lied des Albums „Gespaltene Persönlichkeit“. Dort findet sich ein sogenannter „Hidden Track“ unter dem Titel „Wo sind“, in dem das Musiker-Duo satanistische Rituale kritisiert. Wortlaut:

„Ich schneid euch jetzt mal die Arme und die Beine ab, und dann ficke ich euch in den Arsch, so wie ihr es mit den Kleinen macht. Ich bin nur traurig und nicht wütend. Trotzdem würde ich euch töten. Ihr tötet Kinder und Föten und ich zerquetsch euch die Klöten. Ihr habt einfach keine Grösse und eure kleinen Schwänze nicht im Griff. Warum liebst du keine Möse, weil jeder Mensch doch aus einer ist? Wo sind unsere Helfer, unsere starken Männer, wo sind unsere Führer, wo sind sie jetzt?“

Der Text transportiere Menschenfeindlichkeit, Gewaltverherrlichung und Homophobie und sei durch die Kunstfreiheit nicht mehr gedeckt, kritisiert Josi Michalke, Bundessprecherin der Linksjugend, in einer Pressemitteilung unter der Überschrift „Keine Bühne für Homophobie und Gewalt“.

„Anstachelung zu Gewalt und Selbstjustiz“

Naidoo inszeniere sich „als der Kämpfer für das Gute mit Heiligenschein“, in Wirklichkeit aber offenbare er „eine verquere Weltsicht“ und stachele zu Gewalt und Selbstjustiz an. Dass ein in Deutschland bundesweit bekannter Musiker solches Gedankengut versteckt und unbehelligt an seine Fans weitergeben könne, dürfe nicht hingenommen werden. Das Lied sei insoweit auch „Ausdruck der allgemeinen Homophobie in der Mitte der Gesellschaft“.

Strafrechtlich sieht die linke Jugendorganisation bei Xavier Naidoo und Kool Savas (bürgerlich: Savaş Yurderi) den Anfangsverdacht wegen eines Aufrufs zur schweren Körperverletzung und zum Totschlag und wegen Volksverhetzung gegeben. Die Strafanzeige richtet sich auch gegen die Verantwortlichen der Vertriebsfirma Tonpool Medien GmbH sowie der Plattenlabels Naidoo Records und Essah Entertainment.

[’solid] forderte die beiden Musiker auf, sich ausserdem öffentlich von diesem Lied zu distanzieren und es von dem Album zu entfernen. Unterdessen teilte das Management von Naidoo und Savas mit, dass sich die beiden Musiker zu dem Thema nicht äussern wollen.


Update

Xavier Naidoo und Kool Savas wehren sich einer Erklärung gegen den Vorwurf der Volksverhetzung

Auszüge:

„Zuerst möchten wir all unsere Sympathie und unseren großen Respekt gegenüber allen Schwulen und Lesben weltweit bekunden.

Xavier Naidoo sagt: Ich stehe, seit ich denken kann, mit der katholischen Kirche auf Kriegsfuß, weil sie Schwule, Lesben und Transsexuelle nicht respektiert und akzeptiert. Diese Haltung ist völlig inakzeptabel, und wer gegen diese Menschen Verachtung und Hass aufbringt, der hat Jesus nicht verstanden. […]

Zu den Anschuldigungen möchte ich anmerken, dass jeder von uns, damit meine ich Savas und mich, seinen Text selbstgeschrieben hat.

Die ersten zwei Zeilen des Textes geben den Bericht eines Augenzeugen wieder, der mir nach einem Konzert 2010 davon erzählte. Dieses Ritual beschreibe ich in kleinen Auszügen.
Ich beschäftige mich seit 1996 mit der Thematik, dies war kurz bevor der Fall „Dutroux“ ans Licht kam. Seitdem dachte ich, wenn ich in meinem Leben eines erreichen möchte, dann, dass nie wieder Kinder auf diese furchtbare Weise ums Leben kommen.

Ich habe, da ich selbst im Alter von acht Jahren in die Hände eines pädophilen Mannes geraten bin, in gewisser Hinsicht Verständnis für deren tragisches Schicksal, da sie Triebtäter sind. Und gegen ihren Trieb nichts ausrichten können. Im vorliegenden Fall von Ritualmorden an Babys oder Kindern komme ich an eine Grenze, an der man aktiv etwas tun möchte, und selbst zur Bestie wird, um sich einer menschlichen Bestie entgegen zu stellen. Natürlich gilt der Ruf im Refrain unter anderem unseren aktuellen Führern, Politikern und Verantwortlichen in Medien, Polizei, Verfassungs- und sogar Staatsschutz. Es ist mir unverständlich, wie man das falsch interpretieren kann. “

Vollständige Erklärung: xavier.de/microsite

Oberstes Bild: Mika Väisänen – Wikimedia – CC BY-SA 3.0 DE

Über Agentur belmedia

Die Agentur belmedia GmbH beliefert die Leserschaft täglich mit interessanten News, spannenden Themen und tollen Tipps aus den unterschiedlichsten Bereichen. Nahezu jedes Themengebiet deckt die Agentur belmedia mit ihren Online-Portalen ab. Wofür wir das machen? Damit Sie stets gut informiert sind – ob im beruflichen oder privaten Alltag!

Täglich auf dem Laufenden mit dem polizei.news Newsletter!

4 Kommentare


  1. Homophobie-Vorwurf gegen Sänger Xavier Naidoo.

    Xavier Naidoo muss sich derzeit gegen Vorwürfe wehren, in einem Song Homophobie zu schüren. Im September hatte Naidoo dem Radiosender FFN über das Lied gesagt: „Da geht es um furchtbare Ritualmorde an Kindern, die tatsächlich ganz viel in Europa passieren, über die aber nie jemand spricht, nie jemand berichtet.“ Die Musiker Xavier Naidoo und Kool Savas hatten mit dem Song „Wo sind“ heftige Kritik auf sich gezogen. Die Jugendorganisation der Partei Die Linke, die Linksjugend Solid, erstattete Anzeige, weil das Lied des Musikprojekts Xavas Gewalt verherrliche und Homophobie transportiere. Die Staatsanwaltschaft Mannheim bestätigte am Mittwoch eine Anzeige gegen Naidoo. Ich selber stehe Xavier Naidoo kritisch gegenüber, aber ich habe dennoch Hochachtung vor seiner Person. Denke gerade daran, wie ein Bekannter von ihm bei uns im Büro stand und uns sagte, Xavier hat Probleme mit uns. Aber was ihm jetzt von der linken Jugendorganisation, irgend was wie Volksverhetzung oder so vorgeworfen wird, dass ist an sich schon paradox und an Lächerlichkeit kaum zu übertreffen. Liebe Linksgrüne durch eure komische Ideologe verseuchte Jugend, nicht jeder der nicht homophil ist, ist automatisch homophob. Welches Volk wurde verhetzt? Seh ich nett. Wer sich ein wenig mit Xavier Naidoo beschäftigt, weiß das er ganz sicher keine Phobie gegen irgendeine Gruppen von Menschen hat. Hier unterschiedet er sich deutlich von der „Jugendorgansiation“ der Linken, die sehr wohl Feindbilder hat, teilweise massiv rassistisch auftritt und gegen alles vorgeht was nicht in ihr Weltbild passt.
    Aber das ist auch klar wenn man sich überlegt von wem es die Jungendorganisation ist, von der SED Nachfolgepartei. Einer Partei die für Unterdrückung und Mord stand und sich bis heute nicht für ihre Verbrechen entschuldigt hat. Ein Partei die schon immer massiv gegen Christen vorgegangen ist. Xavier Naidoo bekennt sich zu Gott.
    Die Vögel und Berufsdenunzianten sollten besser Ruhe geben. Was kommt denn als Nächstes ne Anzeige von der „Erich-Mielke-Stiftung“ wegen Unterdrückung der Meinungsfreiheit, ist das der Wettbewerb der Einbeinigen im Arschtreten oder was?

  2. Update: Xavier Naidoo und Kool Savas wehren sich einer Erklärung gegen den Vorwurf der Volksverhetzung

    „Zu den Anschuldigungen möchte ich anmerken, dass jeder von uns, damit meine ich Savas und mich, seinen Text selbstgeschrieben hat.

    Die ersten zwei Zeilen des Textes geben den Bericht eines Augenzeugen wieder, der mir nach einem Konzert 2010 davon erzählte. Dieses Ritual beschreibe ich in kleinen Auszügen.“

    http://www.xavier.de/microsite/

  3. „Ich schneid euch jetzt mal die Arme und die Beine ab, und dann ficke ich euch in den Arsch, so wie ihr es mit den Kleinen macht. Ich bin nur traurig und nicht wütend. Trotzdem würde ich euch töten.“

    Hm, also mal ehrlich, der Text ist wirklich unterirdisch. Ich habe ja gedacht, dass er auf dem Mist von Kool Savas gewachsen ist. Aber nun hat ihn offenbar Naidoo verfasst, wie er selber schreibt. Es ist ja verständlich, dass einem übel wird beim Thema „Ritualmorde an Kindern“. Trotzdem kein Grund, sich in Fäkalsprache darüber auszukotzen und das Ganze auf einer CD zu verewigen.

    Eine Anzeige wertet dieses Text allerdings nur unnötig auf. Naidoo sollte sagen, dass er kräftig daneben gegriffen hat – und die Linksjugend die Anzeige zurückziehen. Und gut ist.

    • Volksverhetzung?
      Was ist mit all den Stasi-Opfern? Die gleichen Leute, die jetzt nach der Justiz schreien, jubelten und applaudierten, wenn an der Zonengrenze wieder ein Mensch erschossen wurde!
      Eine verlogene Partei. Die meisten von ihnen sind jämmerliche Kreaturen.

Ihr Kommentar zu:

Xavier Naidoo wegen Verdacht auf Volksverhetzung angezeigt

Für die Kommentare gilt die Netiquette! Erwünscht sind weder diskriminierende bzw. beleidigende Kommentare noch solche, die zur Platzierung von Werbelinks dienen. Die Agentur belmedia GmbH behält sich vor, Kommentare ggf. nicht zu veröffentlichen.