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Schülerin suspendiert, weil sie keinen RFID-Chip tragen will

27.11.2012 |  Von  |  News
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Eine Zehntklässlerin wurde im US-Bundesstaat Texas von der Schule suspendiert, weil sie sich weigert, einen RFID-Chip am Körper zu tragen. Mit den elektronischen Chips will die Schule die Anwesenheit der Schüler überwachen und so höhere Zuschüsse kassieren.

Während RFID-Chips in Ausweisen oder Kundenkarten auch in Europa längst eingesetzt werden (zum Beispiel im neuen Schweizer Reisepass), zeigen die USA, wohin die Reise geht. Dort ist es bereits üblich, dass Schulen ihre Schüler zum Tragen von RFID-Chips am Körper verpflichten, damit die Schüler jederzeit via Funksignale automatisch identifiziert und lokalisiert werden können.

Was passiert, wenn ein Schüler sich weigert, einen solchen Identifizierungschip mit sich zu führen, bekommt aktuell die Zehntklässlerin Andrea Hernandez zu spüren. Das Mädchen besucht die John Jay High School in San Antonio, Texas, und lehnt es ab, sich einen RFID-Chip um den Hals zu hängen.

Schülerin lehnt RFID-Chip aus religiösen Gründen ab

Die streng gläubige Christin gibt dabei religiöse Gründe an, da sie den Chip als ein „Zeichen des Teufels“ sieht. Überdies betrachtet die Schülerin das Tragen des RFID-Halsbandes als unzulässigen Eingriff in ihre Privatsphäre.

Der zuständige Schulbezirk hat der Schülerin nun den Rausschmiss angekündigt, falls sie sich weiterhin weigert, den Chip zu tragen. Sie solle ab Montag (26. November) eine andere High School besuchen, an der das RFID-Überwachungssystem nicht eingesetzt wird. Unterstützung erhält die Schülerin vom Rutherford Institute für Menschen- und Bürgerrechte, dessen Anwälte offenbar die Suspendierung der Schülerin vorerst abwenden konnten.

 


RFID

Erkennungsmarken für Schüler mit eingebetteten RFID-Chips.
Bild: www.wired.com


Mehr Zuschüsse durch Überwachungschips für Schüler

Die John Jay High School in San Antonio nimmt an einem Pilotprogramm unter dem Namen „Student Locator Project“ teil. Ziel ist es, die Anwesenheit der Schüler an den Schulen zu erhöhen, indem die Schüler mittels der elektronischen Erkennungsmarken von der Schulleitung ständig lokalisiert werden können.

Die Schulen verfolgen damit ein finanzielles Interesse, da Einrichtungen nur je nach der Zahl der anwesenden Schüler Zuschüsse erhalten. Zudem kann mittels der Chips die Anwesenheit eines Schülers bereits bei Betreten des Schulgeländes und nicht erst im Klassenzimmer festgestellt und so entsprechendes Geld kassiert werden.

Das Projekt soll im Schulbezirk auf 112 Schulen mit insgesamt 100’000 Schüler ausgeweitet werden und wird 500’000 Dollar kosten. Der Schulbezirk hofft im Gegenzug auf 1,7 Millionen Dollar an mehr Zuschüssen vom Bundesstaat durch die erhöhte Anwesenheit der Schüler.

Quellen und weiterführende Links: t3n.de/newswired.comrutherford.org
Oberstes Bild: © Albert Lozano – shutterstock.com

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4 Kommentare


  1. Da geht es sicher nicht nur um Geld, sondern auch um Macht!! Wenn ein Schüler dann nicht in die Schule gehen würde, wäre die Schule auch bereit, den Schüler von zu Hause zu holen und in den Unterricht zu bringen? Der Machtmensch will über alles immer Kontrolle haben – tragisch aber war! Das gab es schon immer und wird es leider auch immer geben. Kämpfen wir gemeinsam gegen solche Machtmenschen indem wir zusammen halten!

    • Philipp …

      Einverstanden, ich kämpfe auch an dieser Seite – bereite Dich aber darauf vor, dass wir schon bald als Terroristen angesehen werden, die sich weigern sich so zu entblössen … oder jeden Blödsinn mitzumachen …

      Dümmster Spruch der Gutmenschen: „Wer nichts zu verbergen hat, kann nicht dagegen sein“ … Klar, als ob es damit etwas zu tun hätte…

      Es kommen lustige Zeiten auf uns zu – Ich bin bereit auch autonom bis 1 Jahr über den Crash hinaus noch zu existieren, während sich die anderen die Köpfe einschlagen … Ich kann nur jedem raten es selber auch so zu halten, weil Nächstenliebe wird Dich in diesen Zeiten einfach nur umbringen, da die Menschen dann blind vor Wut sind über die jahrelange Lügerei der Medien, Politik und Gesellschaft.

      Es kommt schon gut – einfach der Preis wird ein bisschen hoch sein, damit es gut kommt – aber das werden viele Leute erst noch bitter erfahren müssen!

      So long ..
      Reto

  2. Elektronische „Hundehalsbänder“ für Schüler? Was steckt denn dahinter für ein Menschenbild. Menschen haben demnach für Vorgesetzte, Lehrer, staatliche Stellen usw. zu jeder Zeit lokalisierbar und identifizierbar zu sein. An die Rund-um-die-Uhr-Überwachung sollen sich wohl schon die Kinder in der Schule gewöhnen. Schutz der Privatsphäre? Wohl alles Schnee von gestern…

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