Schweizer Schoggi laut Studie häufig unfair produziert

01.03.2013 |  Von  |  Allgemein, Gesellschaft
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Die Schweiz gibt viel auf die Schoggi als eines ihrer erfolgreichsten Exportprodukte. Doch wie genau nehmen es die Hersteller mit der fairen Produktion? Zu einem äusserst kritischen Urteil kommt hierzu die „Erklärung von Bern“ (EvB) in einer aktuellen Studie. Den Schweizer Schokoladenfirmen wirft die Organisation vor, Menschenrechtsverstösse, Kinderarbeit und Ausbeutung bei der Kakao-Produktion häufig nach wie vor in Kauf zu nehmen.

© Joana Kruse – Fotolia.com

Auf der Basis eines Fragebogens erstellte die EvB zum Thema Fairtrade ein Ranking von 19 Schweizer Schokoladenherstellern und Kakaohändlern. Das Ergebnis fiel laut der Organisation ernüchternd aus. Weder habe sich seit dem letzten Ranking 2010 die Diskrepanz zwischen sozialen Absichten und deren Umsetzung geändert noch die Branchentransparenz verbessert. Über ein Drittel der angefragten Firmen seien zum Ausfüllen des Fragensbogens nicht bereit gewesen.

Als verantwortungsvollste Schoggifirmen nennt die EvB auf Platz 1 den Kakaohändler Pronatec, gefolgt von Chocolats Halba auf Platz 2. Abgeschlagen auf den letzten Rängen landen die Giganten Mondelez (ehemals Kraft Foods), Barry Callebaut, Nestlé und Lindt. Kleinere Unternehmen schneiden somit tendenziell besser ab als Grosskonzerne, lautet das Fazit der EvB.

Menschenrechtsverstösse werden ignoriert

Das Hautproblem der Giganten sei zumeist die fehlende Rückverfolgbarkeit der Kakaorohstoffe, wodurch Menschen- und Arbeitsrechtsverletzungen beim Anbau und der Weiterverarbeitung der Rohstoffe ignoriert werden. Die EvB beklagt die anhaltenden sozialen Missstände bei der Kakaoproduktion. So habe es auch bei der Kinderarbeit kaum erkennbare Verbesserungen gegeben – eine Folge der fortbestehenden ungerechten Preispolitik, welche zur Verarmung der Kleinbauerfamilien führt.

Die EvB fordert, Druck auf Schweizer Schokoladenfirmen zu machen, um spürbare Verbesserungen für die über 20 Millionen vom Kakao lebenden Menschen zu erzielen. Nötig seien transparente, kontrollierte Lieferketten, umfassende Investitionen in Massnahmen gegen die Kinderarbeit sowie Preisgarantien für die Kakaobauern. Alle, die dieses Anliegen unterstützen wollen, lädt die EvB dazu ein, auf ihrer Facebookseite an der weltgrössten Fairtrade-Schokolade mitzubasteln.

Quelle und weiterführende Informationen: www.evb.ch

Clip: Rohe Ostern – Lebensmüder Osterhase braucht deine Hilfe! (EvB)

Quelle: Youtube

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    1. business24 › Fair gründen – welche Konzepte verfolgen soziale Unternehmen?

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