Wie steht es mit der Netzneutralität in den USA?

09.05.2014 |  Von  |  Neue Medien
Wie steht es mit der Netzneutralität in den USA?
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[vc_row][vc_column width=“1/1″][vc_column_text]Über das möglicherweise kommende Ende der Netzneutralität innerhalb der EU haben wir bereits vor einigen Wochen berichtet. In den USA ist man, wie immer, schon weiter – auch wenn das in diesem Fall wohl ein deutlicher Nachteil sein dürfte. Wie die Lage auf der anderen Seite des grossen Teichs aussieht, zeigt dieser Artikel.

Geld für Content

Es kam schleichend: Im Januar 2014 wurde der grosse Telekommunikationsdienstleister Verizon in den USA von Auflagen bereit, welche das Ziel hatten, Blockierungen oder Benachteiligungen bestimmter Dienste zu verbieten. Prinzipiell darf der ISP seitdem nach eigenem Gutdünken walten. Die US-amerikanische FCC verschärft diesen Angriff gegen die Netzneutralität jetzt aber noch weiter.

Die Federal Communications Commission – einer Art überwachende Instanz für Kommunikationsdienste – hat nämlich kürzlich angekündigt, eine Regelung so zu ändern, dass eine Bevorzugung von bestimmten Inhalten gegen eine vorherige Bezahlung möglich wäre. Beispielsweise könnten Unternehmen einen Aufpreis verlangen, um Daten von A nach B auf besonders schnellen Leitungen zu versenden. Das Resultat wäre – langfristig – eine Zwei-Klassen-Gesellschaft im Internet. Aufgeteilt wäre es in Personen, welche sich das „schnelle Internet“ leisten können – und alle anderen.

Rest in Peace, Internet

Die angeblich schützenden Bedingungen der FCC wirken dabei nur wie ein Tropfen auf den heissen Stein. So führt die Kommission an, dass exklusive Abmachungen verboten seien. Alle Unternehmen sollen dieselben Möglichkeiten bekommen und diese an ihre Kunden weiterleiten können. Zwar sind all das löbliche Worte, allerdings dürften sie auf Dauer keinen Bestand haben – und damit ist der Autor dieses Artikels nicht allein mit seinen Ansichten.

Michael Weinberg, Mitglied der Forschungsinitiative Public Knowledge, kritisiert das Vorgehen der FCC scharf. Auch Kevin Drumm, Autor eines in der Szene recht bekannten Blogs, findet treffende Worte für das Vorhaben der FCC: Seiner Ansicht sei die Netzneutralität in den USA im reifen Alter von 45 Jahren nach dem ersten Einschalten des Internets gestorben. Zwar ist es bislang noch nicht soweit gekommen, denn die FCC räumt den involvierten Parteien und auch der Öffentlichkeit eine „Gnadenfrist“ bis zum 15. Mai ein. Ob sich an den Plänen dadurch aber etwas ändern wird, dürfte fraglich sein. Bei weiteren Entwicklungen über die Netzneutralität halten wir Sie selbstverständlich auf dem Laufenden.

 

Oberstes Bild: © mindscanner – Shutterstock.com[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]

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