Polstermöbel machen glücklich

05.06.2014 |  Von  |  Publi-Artikel
Polstermöbel machen glücklich
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Vor einigen Jahren hat eine Gruppe alternativ lebender Studenten in ihrer Wohngemeinschaft ein interessantes Experiment gewagt: eine Wohnungseinrichtung ohne Polstermöbel. Es gab eine lange Tafel für die gemeinsamen Mahlzeiten, einfache Stühle und ein paar Arbeitstische, um die Seminararbeiten nicht auf dem Boden schreiben zu müssen.

Zum Lagern, Sitzen, Meditieren gab es Bastmatten. Wer zum Schlafen besondere Bequemlichkeit bevorzugte, besass eine Matratze. Aber das waren eher die Aussenseiter der WG. Nicht, dass es den jungen Leuten leichtgefallen wäre, im Schneidersitz auf dem Boden zu lagern. Die Anstrengung, ihre langen, ungeschmeidigen europäischen Gliedmassen in die Haltung asiatischer Meditationstechniken zu bringen, war den Gesichtern der Bequemlichkeitsgegner anzusehen. Aber da musste man eben durch.

Niemand kann sagen, ob die Gruppe nicht kurz vor dem Durchbruch gestanden hat. Fakt ist, dass eines Tages alles bewusstseinserweiternde Streben durch ein plötzliches Ereignis zunichtegemacht wurde. Im Zimmer des ungekrönten Anführers der Gemeinschaft tauchte ein Gegenstand auf, der dort nie hätte auftauchen dürfen: ein Polstersessel. Und in diesem Polstermöbel sass, ein entspanntes Lächeln auf den Lippen, der Anführer der Polstermöbelgegner selbst. Von diesem Tag an tauchten in den Räumen der Wohngemeinschaft einige Bequemlichkeitsmöbel auf. Und die Stimmung löste sich …


Polstermöbel können sooo bequem sein ... (Bild: © Santiago Cornejo - shutterstock.com)

Polstermöbel können sooo bequem sein … (Bild: © Santiago Cornejo – shutterstock.com)


Die Verabschiedung der Stilpäpste

Kreativ, fortschrittlich und modern sein bedeutet dieser Tage nicht mehr, auf dem Boden hocken zu müssen. Wir haben unsere Wohnung zu einem Spielplatz der Stile und Materialien gemacht und nehmen uns heraus, Chefdesigner und Hauptinnenarchitekt unserer eigenen vier Wände zu sein. Vielleicht liegt es daran, dass so vieles schon ausprobiert worden ist. Stile, nach denen eine komplette Wohnungseinrichtung komponiert werden musste, haben unter der Federführung stilbildender Institutionen oder Persönlichkeiten beinahe jährlich gewechselt.

Man musste sich asiatisch ausstatten; dann musste man alles so aufeinander abstimmen, als würde man im fernen Ceylon eine Teeplantage leiten (Kolonialstil). Schliesslich wurde auch Grossstädtern oktroyiert, die einzig wertvolle Art zu wohnen sei der Landhausstil … Wechselnde Moden sind nicht nur zeitraubend, sondern auch teuer. Wir haben beschlossen, an wenigen festen Werten festzuhalten und ansonsten zu mixen. Zu den festen Werten zählt auf jeden Fall das Polstermöbel.

Das Bekenntnis zum schönen Komfort

Das Polstermöbel ist zu einer festen Grösse in der wechselnden neuen Wohnlandschaft geworden. Der Trend geht dabei zum Weglassen: Beistelltischchen, Stehlampen, Etageren – alles Mögliche kann und darf ausgelassen werden, nicht aber: das Polstermöbel. Der gemütliche Sessel, in dem wir abends versinken, das weich gefederte Sofa, auf dem wir uns versammeln, sind das must have eines neuen Lebensgefühls: der Gemütlichkeit. Ausruhen, relaxen, entspannen, die Seele baumeln lassen liegen voll im Trend. Niemand ist mehr dazu verurteilt, im Dienste eines coolen oder falsch verstandenen urbanen Stils auf harten, eckigen Möbeln zu leiden.



Die neuen Sofas mit ihren Ottomanen und Récamieren laden geradezu ein, die Beine von sich zu strecken und das Gespräch entspannteren Themen als der Arbeit oder der Steuerpolitik zu widmen. Dabei erfüllen die Polstermöbel nicht nur ihren Zweck, wenn gestresste Menschen auf ihnen Entspannung suchen – auch als Blickfang bereichern sie die neuen Interieurs. Die Hochwertigkeit der Materialien – Leder ist und bleibt der unübertroffene Klassiker – und die ästhetischen ergonomischen Formgebungen spiegeln die Stellung wider, die das Polstermöbel unter einer neuen Generation von Designern einnimmt.

Die Konzeption der einzelnen Stücke kommt der Kreativität entgegen: Rundum perfekt verarbeitet, wirken sie auch mit ihrer bisher raumabgewandten Seite und lassen sich in wechselnden Kombinationen in die Wohnlandschaft einpassen. Das ist auf der Linie des neuen Stils: die Polstergruppe da einsetzen, wo es zweckmässig und ästhetisch gebraucht wird. Damit verabschieden wir uns von dem konservativen Einrichtungsstil unserer Eltern, bei denen die Möbel wie im Boden verschraubt wirkten. Das ambulante Sofa: ausruhen in seiner schönsten Form.


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Oberstes Bild: © Paul Matthew Photography – shutterstock.com

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